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Produktinformation
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Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Zu vielschichtig und psychologisch feinst verwoben ist dieses riesige, 1878 erschienene Werk, um es hier auch nur ansatzweise zu erfassen. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.
In der anderen großen Figur des Romans, dem Gutsbesitzer Lewin, hatte sich Tolstoi selbst verewigt. Dessen Rückzug aus der Moskauer Gesellschaft und seine Selbstbescheidung auf ein bäuerlich schlichtes Leben verkörperten auch Tolstois Ideale.Das Selbstmordmotiv legte den Vergleich mit Flauberts Madame Bovary nahe. Jedoch erreicht Flaubert bei weitem nicht Tolstois Realismus und dessen tiefe psychologische Aufarbeitung von Schuld, Verstrickung, Haltlosigkeit und Verantwortung im Umgang mit seinen Figuren. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einzigartige psychologische Präzision,
Von helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Anna Karenina ist nicht nur ein "vollkommenes Kunstwerk" (Karasek) oder ein akribisches Porträt des zaristischen Russland, wie es die Kritik ihm zuschreibt. Die Bedeutung dieses Romans als eines der wuchtigsten und gewaltigsten Werke der Weltliteratur liegt an ganz anderer Stelle, nämlich in der einzigartigen Präzision, mit der Tolstoj noch der feinfühligsten Nuance der menschlichen Psyche nachzuspüren vermag.Wenn man es schafft, eine Geschichte zweier Familien, die durch eine weitere Familie verknüpft ist, auf mehr als 1200 Seiten zu erzählen, braucht man schon einen langen Atem, wie ihn heute keiner mehr aufbringt. Tolstoj zeichnet nicht nur zwei chronologische Familiengeschichten auf, sondern demonstriert an seinen Figuren eine psychologische Beobachtungsgabe, die in der Weltliteratur nicht ihresgleichen hat und heute noch genauso aktuell ist wie damals. Daneben werden auch soziale Entwicklungen auf dem Lande diskutiert, Szenen aus der adeligen Gesellschaft mischen sich mit bäuerlichem Landleben und Jagdszenen und auch mal Peinlichkeiten, wenn plötzlich die Hunde anfangen, zu denken. Aber wie gesagt: die Bedeutung dieses Werks besteht in seiner einzigartigen Einfühlsamkeit in die Seelen der Protagonisten. Wie kein zweiter Schriftsteller hat es Tolstoj verstanden, die Grundlagen der Psychologie menschlichen Handelns offenzulegen: ob Verliebtheit, langwährende Liebe, Eheleben, Eifersucht, Auswirkungen gesellschaftlicher Zwänge auf den Einzelnen, Sterben und Tod - Tolstoj ist keine Nuance fremd und er präzisiert psychische Abläufe in einer Weise, in der man permanent das eigene Leben wiedererkennt und aus der man ohne weiteres die Grundlage einer psychologischen Abhandlung über das menschliche Miteinander destillieren könnte. In diesem Punkt ist Tolstoj einzigartig aktuell und wird dies unabhängig von aller gesellschaftlichen Veränderung auch in fünfhundert Jahren noch sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Beste, was Literatur zu bieten hat,
Von Peter Nümbrecht (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina: Roman (Taschenbuch)
Ich bin ein großer Fan von Leo Tolstoi, denn ich habe nie etwas literarisch größeres und wertvolleres gelesen als "Anna Karenina".Die hier zur erwerbende Ausgabe umfasst ca. 1000 Seiten, d.h. man darf sich ausgiebig mit Schreibeskunst von höchster Güte verwöhnen. Die Figur der "Anna Karenina" ist ja sozusagen Tolstoi`s zweites Ich (sofern man seine Biografie kennt, sieht man hier interessante Verknüpfungen) und spiegelt in ihrer tragischen Geschichte den eigentlichen Konflikt Tolstoi`s mit der damaligen Gesellschaft wider. Ein Stück Aufarbeitung, in das er sein ganzes Herzblut sowie seine gesamte gottgegebene Kunst hinein legte. Ich kann nur empfehlen, diesen Roman zu lesen um zu erkennen, wie sehr wir in der heutigen Zeit eine vergleichbare Schreibkunst vermissen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Anna Karenina wird Sie nicht mehr loslassen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. (Taschenbuch)
"Anna Karenina", entstanden in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, zählt zu den bedeutendsten Werken des russischen Schriftstellers Lew Tolstoi. Die häufige Bezeichnung als Eheroman wird dem Anspruch des Buches jedoch nicht gerecht. Der Autor versteht es vielmehr, individuelle Beziehungsproblematiken in den gesellschaftspolitischen Hintergrund einzuarbeiten und so einen gesellschafts- und sozialkritischen Roman zu verfassen sowie ein sehr detailliertes Bild vom damaligen Rußland zu zeichnen. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, mehrere Handlungsstränge nebeneinander herlaufen zu lassen, sie in einen Zusammenhang zu bringen, abzustimmen und dabei das Hauptaugenmerk auf das Schicksal der Anna Karenina nicht zu verlieren. Anna scheitert an den Normen, Schranken und Konventionen, die ihr in den Adelskreisen des zaristischen Rußland im 19. Jahrhundert auferlegt sind. Gefangen in einer Ehe, die jeglicher Liebe und Zuneigung entbehrt, scheint sie zu zerbrechen an der Entscheidung zwischen ihrem Sohn und ihrem Liebhaber, die der Fortgang der Handlung ihr abverlangt. Anna Karenina hat keine Chance, auszubrechen. Tolstoi stellt die Forderung nach dieser Chance mit seinem Roman. Tolstoi vermeidet eine Schwarz-Weiß-Zeichnung seiner Figuren. Die sehr genaue Konstruktion ihrer Gedanken- und Handlungswelt ermöglicht es dem Leser, sich in die verschiedenen Figuren hineinzudenken, ihnen nachzuempfinden und ihr jeweiliges Schicksal mitzuerleben. "Anna Karenina" lebt von ihrer Emotionalität. Trotz seines recht immensen Umfangs wird der Roman an keiner Stelle zu lang, sondern beeindruckt vom Anfang bis zum Schluß. Und am Ende bleibt das Gefühl, eine großes und erhebendes Werk gelesen zu haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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