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Anna Karenina: Roman
 
 
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Anna Karenina: Roman [Taschenbuch]

Leo N. Tolstoi , Fred Ottow
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (79 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Gestern abend sagte er mir, daß er einen Typ von Frau im Sinn habe, verheiratet, der obersten Schicht zugehörig, die sich aber selbst verloren hat." Hier ist nicht von einem gebeichteten Seitensprung die Rede, sondern es ist dies die allererste Erwähnung von Tolstois Ehefrau über den geplanten neuen Roman ihres Gatten. Sechs lange Jahre hatte er an Krieg und Frieden gearbeitet. Nun hatte sich Leo Tolstoi, müde und enttäuscht über die hämische Reaktion, auf sein Gut zurückgezogen.

Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Zu vielschichtig und psychologisch feinst verwoben ist dieses riesige, 1878 erschienene Werk, um es hier auch nur ansatzweise zu erfassen. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.

In der anderen großen Figur des Romans, dem Gutsbesitzer Lewin, hatte sich Tolstoi selbst verewigt. Dessen Rückzug aus der Moskauer Gesellschaft und seine Selbstbescheidung auf ein bäuerlich schlichtes Leben verkörperten auch Tolstois Ideale.Das Selbstmordmotiv legte den Vergleich mit Flauberts Madame Bovary nahe. Jedoch erreicht Flaubert bei weitem nicht Tolstois Realismus und dessen tiefe psychologische Aufarbeitung von Schuld, Verstrickung, Haltlosigkeit und Verantwortung im Umgang mit seinen Figuren. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Anna Karenina
OT Anna Karenina OA 1875–77 DE 1885Form Roman Epoche Realismus
Der zwischen 1873 und 1877 entstandene Roman Anna Karenina war nach Krieg und Frieden das zweite Werk, mit dem Lew N. Tolstoi seinen Weltruhm als Schriftsteller begründete. Der psychologische Feinsinn, mit dem Tolstoi die inneren Konflikte seiner Protagonisten schilderte, gehört zu den literarischen Glanzleistungen eines Autors, dessen eigenes Leben von der Suche nach einer moralisch vertretbaren Denk- und Handlungsweise bestimmt war.
Inhalt: Die Chronik dreier Familien bildet den Handlungsrahmen des Romans, in dessen Mittelpunkt die tragische Liebesbeziehung der Titelheldin Anna Karenina steht.
Annas Bruder Stepan (Stiwa) Oblonskij, charmant und äußerst sinnenfroh, gibt sich in seiner kinderreichen Ehe mit Darja (Dolly) wiederholt Liebesaffären hin, kehrt jedoch stets reumütig zu seiner leidgeprüften Frau zurück. Sein Freund Konstantin Lewin, der sich von der Künstlichkeit des städtischen Lebens auf sein Landgut zurückgezogen hat, liebt Dollys jüngere Schwester Katerina (Kitty). Während eines Besuchs in Moskau muss Lewin erfahren, dass er in seinem Werben um Kitty einen Rivalen hat – den jungen Petersburger Offizier Graf Wronskij, dessen Mittelmäßigkeit zunächst hinter seinem glanzvollen und weltgewandten Auftreten verborgen bleibt.
Beeinflusst durch ihre Mutter, die für die naturverbundene Lebensweise Lewins kein Verständnis aufbringt, entscheidet sich die geblendete Kitty trotz ihrer Zuneigung zu Lewin für Wronskij. Wenig später kommt es zu einer ersten Begegnung zwischen Wronskij und Kittys Tante Anna, die sich augenblicklich zu ihm hingezogen fühlt. Fasziniert von ihrer Schönheit und ihrem warmherzigen Wesen beginnt Wronskij, ihr den Hof zu machen.
Anna kehrt überstürzt nach Petersburg zurück, wo sie in dem alltäglichen Leben an der Seite ihres Mannes Alexej zur Ruhe zu kommen hofft. Wronskij, der weiterhin in ihren Kreisen verkehrt, erkennt jedoch, dass sie in ihrer Ehe unglücklich ist und unter der Gefühlskälte ihres vornehm-distanzierten Mannes leidet. So entwickelt sich zwischen Anna und Wronskij eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die Anna weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft zu verheimlichen sucht.
Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Alexej, der stets um die Wahrung des äußeren Scheins bemüht ist, ihr nach dem Ehebruch die Scheidung verweigert. Während Wronskij sich mit der Aussichtslosigkeit ihrer Beziehung abzufinden beginnt, kämpft Anna immer verzweifelter um seine Zuneigung. Von der Gesellschaft geächtet und in der Integrität und Unbedingtheit ihrer Liebe von Wronskij allein gelassen, begeht sie schließlich Selbstmord.
Parallel zur Geschichte Annas erzählt Tolstoi jene Konstantin Lewins, der nach Kittys Abweisung wieder aufs Land zurückkehrt und sich dort als überaus tüchtiger Gutsherr um das Wohl seiner Bauern verdient macht. Er erfährt, dass Wronskij sich von Kitty getrennt hat, unternimmt jedoch in seinem enttäuschten Stolz nichts, um sie für sich zu gewinnen. Erst als er ihr nach langer Zeit erneut begegnet, erkennt er, dass sie seine Liebe erwidert. Anders als Stepan und Darja Oblonskij oder Anna und Alexej Karenin finden Konstantin und Kitty in ihrer Ehe zu gemeinsamem Glück. Wie Pierre Besuchow in Krieg und Frieden, so erscheint auch Konstantin Lewin als ein Alter Ego Tolstois. Und wie Besuchow, so erhält auch Lewin die entscheidenden Antworten auf seiner Suche nach Lebenssinn von einem Mann aus dem einfachen Volk.
Wirkung: Anna Karenina wurde neben Madame Bovary (1856) von Gustave R Flaubert und Effi Briest (1895) von Theodor R Fontane zu einer der berühmtesten Ehebrecherinnen der Weltliteratur. Fjodor R Dostojewski schrieb in seinem Tagebuch eines Schriftstellers (1877) eine enthusiastische Würdigung des Romans und schloss mit der Aussage, dass »nichts in der europäischen Literatur damit verglichen werden könne.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Die frostige Vornehmheit und gefühllose Engherzigkeit ihres Gatten treibt die schöne und sensible Anna Karenina in die Arme des jungen Grafen Wronskij. Ihre gemeinsame Flucht aus der Enge gesellschaftlicher und religiöser Konventionen endet in einer Sackgasse: Anna Karenina geht in den Freitod, nachdem sich ihre Liebe in Eifersucht und Hass verkehrt hat. Der Heldin, die in ihrem Streben nach dem absoluten und damit unerreichbaren Glück scheitern muss, steht antithetisch der junge, grüblerische Gutsbesitzer Lewin gegenüber, der sich aus der Moskauer Gesellschaft zu einem bescheidenen Glück in der Harmonie eines tätigen Landlebens zurückzieht. Mit großem psychologischen Gespür, scharfem Beobachtungssinn und einer meisterhaften Beherrschung der darstellerischen Mittel schuf Tolstoi ein Werk, das Thomas Mann zu recht als »den größten Gesellschaftsroman der Weltliteratur« bezeichnet hat.

Klappentext

Die Erzählkunst des Grafen Leo Tolstoi findet nach dem Roman Krieg und Frieden ihren zweiten Höhepunkt in dem hier in deutscher Übersetzung vorliegenden Roman Anna Karenina (1873-77), einer breit angelegten Schilderung der russischen Gesellschaft der 1860er Jahre. Die Titelheldin, schön, warmherzig und klug, ist mit einem hohen Beamten verheiratet, der in einer erfolgreichen Karriere das höchste Ziel sieht und für das Gefühlsleben und die geistigen Bedürfnisse seiner Frau kein Verständnis hat. Anna verliebt sich leidenschaftlich in den männlich-kraftvollen Obersten Wronskij. Nach ihrer gesellschaftlichen Ächtung, der Folge ihres Ehebruchs, und nach vergeblichen Bemühungen, die Scheidung von ihrem Mann durchzusetzen, wird sie sich der Tatsache bewußt, daß Wronskijs Liebe zu ihr erkaltet ist. Sie geht in den Tod, indem sie sich von einem Eisenbahnzug überfahren läßt. In scharfem Gegensatz zu diesem mißglückenden Leben steht der Weg Konstantin Ljewins zur Ehe und einem harmonischen Familienleben. Ljewin, für den der Sinn des Lebens das einzige große Problem ist, erlebt schließlich eine innere Wandlung zum Religiösen hin. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Leo Nikolajewitsch Tolstoi wurde am 9. September 1828 auf Gut Jasnaja Poljana geboren. Nach seinem Studium in Kazan verwaltete er das heimatliche Gut, heiratete und widmete sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit sowie praktisch-humanitärer Arbeit. In seinem letzten Lebensjahr verließ er seine Familie, um in asketischer Einsamkeit zu leben. Er starb am 20. November 1910 in Astapovo. Mit seinen beiden Hauptwerken »Krieg und Frieden« (1864–1869) und »Anna Karenina« (1873–1876) gilt er als einer der bedeutendsten russischen Autoren des 19. Jahrhunderts.

Auszug

Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.

Bei den Oblonskijs herrschte allgemeine Verwirrung. Die Frau des Hauses hatte von der Liebschaft ihres Mannes mit der früheren Gouvernante ihrer Kinder Kenntnis erhalten und erklärt, daß sie unter diesen Umständen nicht länger mit ihm unter einem Dache leben könne. Qualvoll lastete diese Situation nun schon drei Tage nicht nur auf den Ehegatten selbst, sondern auch auf den anderen Familienmitgliedern und den übrigen Hausgenossen. Alle fühlten, daß ihr Zusammenleben sinnlos geworden war, ja, daß in einem Gasthof zufällig versammelte Leute enger miteinander verbunden sein mußten als sie, die Angehörigen der Familie Oblonskij und ihre Hausangestellten. Die Dame selbst blieb in ihren Zimmern, ihr Gatte war drei Tage nicht mehr zu Hause gewesen. Die Kinder liefen verlassen herum. Die englische Erzieherin hatte sich mit der Haushälterin verzankt und einer Freundin geschrieben, ihr eine andere Stelle zu verschaffen. Der Koch war gestern während des Mittagessens einfach davongelaufen; das Küchenmädchen und der Kutscher hatten gekündigt.

Am vierten Morgen nach der Auseinandersetzung mit seiner Frau erwachte Fürst Stepan Arkadjewitsch Oblonskij - Stiwa wurde er in der großen Welt genannt - wie gewöhnlich um acht Uhr morgens, aber nicht im ehelichen Schlafzimmer, sondern in seinem Arbeitskabinett auf dem mit Saffianleder bezogenen Diwan. Er wälzte seinen fülligen, gepflegten Körper auf die andere Seite, als wolle er noch weiterschlafen, umfaßte das Kopfkissen und preßte seine Wange hinein. Plötzlich aber fuhr er zusammen, setzte sich aufrecht hin und öffnete die Augen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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