Kurzbeschreibung
In ihrer spannenden Erzählung von Anna, der Mutter Marias, zeichnet Erika Wisselinck ein Bild der israelischen Gesellschaft am Übergang von der alten Mutter-Religion zur Herrschaft des einen männlichen Gottes.
Mit historischer Genauigkeit und aus konsequent frauenengagierter Perspektive schildert sie die Priesterkaste in ihrem Tempel, den Frauen nicht betreten dürfen. Und sie berichtet von der Spiritualität der einfachen Frauen, die das Leben feiern und die Göttin Ascherat verehren - aber nur noch im Geheimen.
Bewegend dargestellt ist auch das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis zwischen Anna, die sich zur weisen Heilerin entwickelt und uraltes Frauenwissen weitergibt, und ihrer Tochter Maria, die all ihre Hoffnung in den Sohn legt und darüber beinahe mit ihm zugrunde geht.
Hochaktuell in einer Zeit fundamentalistischen Denkens - anregend für die noch immer zu führende Geschlechterdiskussion!
Über den Autor
Erika Wisselinck wurde 1927 geboren, war Journalistin beim Rundfunk, Schriftstellerin und Übersetzerin, Kommunalpolitikerin in Bayern und Frauenforscherin. Sie widmete ihr Leben der aktuellen Frauenpolitik genauso wie der Betrachtung von Frauengeschichte und der Darstellung der Philosophie von Frauen. Bekannt wurde sie auch durch ihre bis heute wichtige Analyse der Hexenverfolgung. Sie war Mitbegründerin des Vereins "Frauenstudien München" und erhielt als feministische Vordenkerin und Wegbereiterin 1989 den Förderpreis der Stadt München für Frauenforschung und Frauenkultur. Sie übersetzte u.a. die Bücher der amerikanischen feministischen Theologin Mary Daly, einer der Vordenkerinnen der zweiten Frauenbewegung, die als eine der radikalsten Feministinnen des 20. Jh. gilt: "Gyn/Ökologie" (1981), "Reine Lust" (1986), "Auswärts Reisen" (1994). Im Januar 2001 starb sie im Alter von 74 Jahren.