An die Trends, die dieser ZDF-Weihnachtskracher zur Jahreswende 1987/88 ausgelöst hat, kann ich mich noch lebhaft erinnern: der ungebändigte Ansturm auf Ballettschulen, Joao Ramos als Top-Guy in mehreren BRAVO-Ausgaben und Guillermo Marchena rauf und runter auf dem Plattenspieler, bis irgendwann der Stecker gezogen wurde.
Bedauerlicherweise gehören die beiden Obengenannten zu den One-Hit-Wondern, die durch ANNA einmal den Starhimmel beschnuppern konnten, um dann ins Nirgendwo zu verschwinden, und auch Silvia Seidel konnte sich später nie wirklich von ihrem Tänzer-Image lösen. Doch wahrscheinlich macht gerade diese Tatsache den besonderen Reiz der Serie aus...
Die choreographischen Szenen sind bestens dazu geeignet, auch ausgewiesene Tanzmuffel zu begeistern, und durch das erstmalige Anschauen nach achtzehn Jahren habe ich sogar gewisse Sympathien für die knallharte Tanzlehrerin Kralova entdeckt, die damals (1987) noch mein größten Hassobjekt der Serie darstellte. Aber gerade ihre gnadenlosen Urteile, die schon ein wenig an Dieter Bohlen erinnern, besitzen einen erstaunlichen pädagogischen Charakter, der ihre Schützlinge vor Selbstüberschätzung bewahrt und sie zur Selbstkritik anregt (eine Fähigkeit, die heutzutage vielen Casting-Teilnehmern zu fehlen scheint).
Auf diese Weise hat ANNA nach fast zwanzig Jahren einen Aktualitätsbezug bekommen, der der Serie einen besonderen Stempel aufdrückt; und für Nostalgiker ist der Kauf sowieso Königspflicht.
MY LOVE IS A TANGO - YEAH!