Nachdem sich das ZDF mit der Weihnachtsserie Mino vom Kommerz ein bisschen entfernte, produzierte es mit Anna, wieder eine Serie, die bei den Zuschauern wahre Begeisterungsstürme auslöste. Neben der Tänzerin Silvia Seidel, war auch der allseits beliebte Patrick Bach mit von der Partie, der dieses Mal einen in den Rollstuhl gefesselten und vor Lebensfreude sprühenden Teenager spielt.
Zugegeben, Ballett hat mich damals nicht interessiert, und interessiert mich auch heute noch nicht wirklich. Ich kann mit dieser Tanzkunst einfach nicht wirklich etwas anfangen. Bei Anna interessierte mich auch weniger das Ballet oder die Tanzeinlagen, sondern vielmehr die eigentliche Geschichte (das Schicksal) rund um die Tänzerin und ihre Familie. Diese Serie soll oder sollte nämlich all denjenigen Mut machen, die durch einen Unfall oder durch eine Krankheit, in eine solche Situation kommen, oder sich in einer solchen Situation befinden wie Anna und Rainer.
Anna mutierte ganz schnell zu der erfolgreichsten und beliebtesten Weihnachtsserie, obwohl die eigentliche Botschaft der Serie, nämlich, dass man im Leben niemals aufgeben darf (sollte), von vielen Zuschauern überhaupt nicht richtig wahrgenommen bzw. fehl interpretiert wurde, und anstatt dessen - wie das bei den Deutschen eben so üblich ist - ein kurzfristig enormer Run auf die Ballettschulen begann. Anna war sozusagen das "Boris-Becker-, bzw. Steffi-Graf-Syndrom" für die Ballettwelt, der aber genauso sehr schnell wieder abflachte wie er gekommen war, zumal ganz wenige Kinder in der Lage sind das Tanzen auf diesem hohen Niveau zu erlenen.
Aufgrund dieses großen Erfolges drehte das ZDF gleich darauf einen Fortsetzungsfilm, der allerdings nicht mehr an den großen Erfolg der Serie anknüpfen konnte. So bleibt - Anna - am Ende auch nur ein wunderschönes nostalgisches Märchen, das den Kindern, und besonders den Mädchen, von einer großen Karriere als Tänzerin vorschwärmt, was allerdings im wirklichen Leben für viele leider nur ein unerreichbarer Traum bleiben wird.