Schon der Titel sagte mir, dass ich mich auf einiges an Sarkastischem, aber auch Tragischem einstellen durfte. Da sitzen Männer mit ihren Bierdosen vor dem leeren Kühlschrank, der Aschenbecher läuft über, sie machen sich die größten philosophischen (und oft leicht verrückten) Gedanken und man weiß doch: Sie sind an der Welt und der Komplexität der zwischenmenschlichen Beziehungen längst gescheitert. Da hilft kein suizidales Bierbesäufnis, keine sexuelle Besessenheit, nicht mal die persönliche Bekanntschaft zu Gott: Am Schluss siegt die Logik des Scheiterns, die Einsamkeit. Überraschenderweise fühlt man sich dennoch am Ende der meisten Texte mit dem Schicksal des Protagonisten versöhnt. Es liegt eine Art Sanftheit in ihrem Scheitern; ein Gelingen wäre schlichtweg eine Überforderung für sie.Ein Buch, das man nicht auf einmal lesen sollte, auch wenn es mir schwer fiel. Einzeln verdaut brennen sich die Bilder, die Stimmungen, die Dialoge der zwölf Texte viel tiefer ins Gedächtnis ein. Eher also eine Lektüre für die U-Bahn oder die Mittagspause.Der Verlag hat übrigens angekündigt, in der Reihe "Zwölfender" 12 Kurzgeschichtenbände (mit jeweils 12 Texten) rauszubringen. Eine tolle Idee, falls es in Horwatitsch-Qualität weitergeht, finde ich!