Der Autor bezeichnet sein Bauch als ein 'Plädoyer für eine Renaissance des aufklärerischen Skeptizismus' (S. 11). Nur wenige Seiten weiter, darf der Leser dann lesen dass Horx ein Fachmann ist für die Mythologie der Mayas ist. Lediglich ein Zitat einer Fachfrau scheint seine Theorie zu stützen. Folgt der Leser dieser Quelle (Karen Armstrong), stellt sich heraus, dass die zitierte Passage sich auf Neanderthaler bezieht und nicht auf die Mayas.
Vieles, was Horx beschreibt, ist schon an anderen Stellen beschrieben worden und so wird das Buch eher eine Zitatesammlung. Es führt zu weit, die Vielzahl der Quellen der Zitate zu kontrollieren. Sie könnten dem Buch Glaubwürdigkeit verleihen, sind aber zu häufig aus dem Zusammenhang gerissen und aus zu vielen unterschiedlichen Quellen, gelegentlich sogar nur Sekundärquelle. Anderseits bleibt ohne Zitate wenig übrig von den 270 Seiten.
Nach Ansicht des Autors gibt ist eine Lobby des Apokalismus, die dem Publikum und insbesondere dem romantischen Deutschen, Zukunftsangst einzureden. Zu dieser Lobby gehört u.a. die Boulevardpresse. Eine solche Erkenntnis ist trivial. Und natürlich ist das montäglich erscheinende Nachrichtenmagazin auch eine Vertreterin des von Horx bekämpften Alarmismus. Ebensowenig wie dieses Nachrichtenmagazin scheut sich Horx nicht, Anders denkende mit Hohn zu überschütten ('Berufsapokalyptiker', 'weltenttäuschten 50-jährigen Lehrerinnen' ) und zu verallgemeinern ('Die Intellektuellen ...in Deutschland, aber besonders in Frankreich', 'wir alle'). Verwundert fragt sich der Leser, wie sich dieser Stil reimt mit dem Anspruch aufklärerisch zu sein. Hämische Polemik ist auch nicht sachdienlich, um komplizierte Zusammenhänge wie Klima oder Impfungen zu durchgründen um eine eigene Meinung bilden zu können.
Viele Begriffe setzt Horx in Anführungszeichen obwohl es keine Zitate sind, wodurch Text sehr schwammig wird. Eine Mischung aus einerseits undeutlichen Begriffen ('innere Weisheit', S. 265) verwirrt den Leser, der sich fragt, ob es auch eine äußere Weisheit gibt, und andererseits trivialen Wahrheiten (' ...dass Europa heute ein Hort des Friedens ist' (S. 265).