Der Pychotherapeut Paul Watzlawick versucht in diesem Millionenbestseller den Widerspruchsgeist seiner Leser herauszukitzeln, um sie auf diese Weise dazu zu bewegen, ihr Verhalten zu ändern, damit sie endlich ein glückliches Leben zu führen beginnen.
Dabei verdeutlicht der Autor anhand von vielen Beispielen, auch aus der Literatur, dass der Einzelne sich seine Höllen selbst erschafft, d.h. dass Dritte dazu in der Regel gar nicht notwendig sind.
Nicht grundlos zitiert er Dostojewski, der in den "Dämonen" schreibt: "Alles ist gut...Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick...."
Watzlawick stellt gleich zu Beginn des Buches, das übrigens sehr ironisch geschrieben ist und allein schon deshalb Lesefreude schenkt, den Begriff "Glück" zur Disposition und zeigt in der Folge die vielen Möglichkeiten auf, die dazu führen, dass man sich unzufrieden fühlt.
Die Verherrlichung der Vergangenheit ist ein Garant die positiven Möglichkeiten des Hier und Jetzt zu übersehen. Auch führt es zu Frust, wenn man die Einstellungen, das Denken und Fühlen eines Dritten zu kennen glaubt und aufgrund bloßer Mutmaßungen Schlüsse zieht, anstelle zu fragen, ob die Dinge sich so verhalten, wie es den Anschein haben.
Der Psychotherapeut verdeutlicht, wie fatal es ist Sachverhalte für real zu halten, die man leicht als bloße Hirngespinste entlarven kann, wenn man offen mit sich und seiner Umwelt umzugehen lernt.
Watzlawick macht klar, dass Aberglauben ein schlechter Berater ist, wenn man aufgeschlossen agieren möchte und man sich ferner bewusst machen soll, dass Schwierigkeiten garantiert weiterhin fortbestehen, wenn man gefürchtete Situationen meidet. Probleme kann man nur lösen, indem man sich ihnen stellt.
Besonders selbsterfüllende Prophezeiungen haben einen geradezu magischen wirklichkeitsschaffenden Effekt. Nicht selten führt die Prophezeiung des Ereignisses zum Ereignis der Prophezeiung.
Der Autor lässt auf amüsante Weise erkennen, wie solche Geschichten in der Realität ablaufen.
Interessant auch sind die Beispiele, die aufzeigen, dass aufgrund von verwirrenden Kommunikationsbotschaften schlechtes Klima entstehen kann, weil Kommunikation stets eine Objekt- und eine Beziehungsebene hat und sich daraus enorme Missverständinsse ergeben, wenn man nicht differenziert, was man selbst oder das jeweilige Gegenüber wirklich meint.
Schließlich führt auch Zwang zur Spontanität zum Gegenteil und übergroße Aufopferungsbereitschaft zu vermeidbarem Frust.
Wer erst mal begriffen hat, dass man sein Gegenüber nicht besiegen muss, um nicht selbst besiegt zu werden und ferner die puritanische Vorstellung, man habe kein Recht auf Glück, als absurde Vorstellung verwirft, hat für sich bereits die Weichen gestellt, dass die Mundwinkel zukünftig nicht mehr nach unten hängen.
Ein wunderbares Buch!