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Anleitung zum glücklichen Leben. Encheiridion. (Sammlung Tusculum)
 
 
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Anleitung zum glücklichen Leben. Encheiridion. (Sammlung Tusculum) [Gebundene Ausgabe]

Epiktet , Rainer Nickel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Artemis & Winkler Verlag; Auflage: 1 (15. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch, Griechisch
  • ISBN-10: 3760817475
  • ISBN-13: 978-3760817477
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine Ethik des Glücks Um ein glückliches Leben führen zu können, sollte der Mensch gemäß Epiktet (1./2. Jh. n. Chr.) frei von Affekten und unabhängig gegenüber allen Dingen der Außenwelt sein. Er sollte Haltung bewahren und nicht zu viel erwarten. »Die Meinung der anderen muss dir gleichgültig sein! Lass dich nicht aus der Fassung bringen lassen! Wahre das rechte Maß!« Das kleine »Handbuch der Moral« hatte große Wirkung auf das frühe Christentum und das Denken der Menschen in byzantinischer Zeit. Goethe schätzte den Autor mehr als die so genannten großen Philosophen.

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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.

Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. "Wolle das, was geschieht" klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber "suche es nur in dem, was in deiner Macht steht". Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.

Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und Marc Aurel die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.

Stoiker sind von Grund auf monistisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.

Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben und er führt insofern fort, was Platon begann in seinem Werk "Alkibiades". Diese bereits im sokratischen Dialog herausgearbeitete Dialektik des Seins zeigt auch hier (1) das Verhältnis der Sorge um sich selbst und Sorge um das politische Leben, (2) das Verhältnis der Sorge um sich selbst und mangelhafter Bildung und (3) das Verhältnis der Sorge um sich selbst und Selbsterkenntnis. Diese Problemstellung findet sich 500 Jahre später wieder bei Seneca, Plutarch und eben Epiktet. Und diese Sorge um sich spiegelt sich in der Traumdeutung Freuds und heute im 20/21. Jahrhundert in der (a) gesundheitlichen Fürsorge, (b) in der Idee auf eine Erfüllung des Lebens und (c) und in der Kultivierung des Selbst (vgl. Foucault, Technologien des Selbst) und doch scheint es, als habe man die Delphi'sche Maxime aus dem Auge verloren. "[...] schämst du dich nicht, für Geld zwar zu sorgen [...] und für Ruhm und Ehre", für dich selbst aber sorgst du nicht, das heißt für "Einsicht [...] und Wahrheit und deine Seele, dass sie sich aufs beste befinde". (Platon, Apologie)
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