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Anklage Vatermord: Der Fall Philipp Halsmann
 
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Anklage Vatermord: Der Fall Philipp Halsmann [Broschiert]

Martin Pollack
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 324 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3 (11. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596160405
  • ISBN-13: 978-3596160402
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 184.734 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Pollack
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Eklatant erscheint der Unterschied zwischen Recht und Unrecht immer dann, wenn sich dieses als jenes ausgibt. Ein spektakulärer Justizskandal, gegenüber dem Grisham'sche Gerichtsthriller harmlos wirken, trug sich im Österreich der Zwischenkriegszeit tatsächlich zu. Den düsteren Auftakt macht der gewaltsame Tod des Rigaer Zahnarztes Morduch Halsmann während einer Bergwanderung durch die Zillertaler Alpen im September 1928. Der einzige Begleiter, sein Sohn Philipp, zeigt sich anfangs von einem Bergunfall überzeugt und belastet sich damit selbst schwer, da sich herausstellt, dass das Opfer erschlagen wurde. Ist Philipp Halsmann ein Vatermörder? Kommt ein Dritter als Täter infrage? Der Versuch, den Tathergang zu rekonstruieren, beschäftigt die Juristen und bald auch eine breite Öffentlichkeit, als in Innsbruck ein Aufsehen erregender Indizienprozess beginnt.

Wie blind ist Justitia wirklich? Wichtige Rollen im Halsmann-Prozess spielen offensichtlich Ressentiments gegenüber dem gebildeten Juden, aber auch gegenüber dem "roten Wien", wo in liberalen Medien immer mehr Kritik am Prozessverlauf laut wird. Der Fall entwickelt sich zum Politikum, berühmte Experten melden sich zu Wort. Den im medizinischen Gerichtsgutachten bemühten Ödipuskomplex stellt Sigmund Freud höchstpersönlich als mögliches Tatmotiv infrage. Trotz allen Bedenkens und vieler Ungereimtheiten wird Halsmann nach Aufhebung eines ersten Urteils auf Mord auch im zweiten Prozess verurteilt, diesmal "nur" wegen Totschlags. Erst infolge internationaler Proteste begnadigt ihn 1930 der österreichische Bundespräsident. Philippe Halsman, wie sich der spätere Starfotograf nennen wird, bleibt dennoch rechtskräftig als Vatermörder verurteilt.

Einfühlsam schildert der ehemalige Spiegel-Redakteur Martin Pollack den von ihm genau recherchierten Kriminalfall und lässt dabei weit gehend die Fakten für sich sprechen. Bis zum Schluss bleibt die Fantasie des Lesers so beschäftigt wie die der damaligen Zeitgenossen. Für Nervenkitzel sorgt nicht nur der mysteriöse Mordfall und das anschließende Gerichtsdrama, sondern auch das historische Umfeld, dessen antisemitisch aufgeladene Atmosphäre eingedenk des wenig später folgenden Holocaust besonders verhängnisvoll erscheinen muss. Pollack hat keine fußnotengespickte Dokumentation vorgelegt, sondern bedient sich einer romanhaften Erzählform mit originalen Zitaten und Bilddokumenten. Gerade dies ist freilich die Voraussetzung für eine fesselnde Lektüre und damit auch dafür, den geschichtsträchtigen Fall einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen. --Mathis Zojer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Am 10. September 1928 kommt der jüdische Zahnarzt Max Halsmann in den Tiroler Bergen zu Tode. Noch am selben Tag wird sein Sohn Philipp wegen Verdachts auf Vatermord verhaftet. Prominente Personen von Sigmund Freud bis Albert Einstein, von Jakob Wassermann bis Thomas Mann setzen sich für den jüdischen Angeklagten ein. Ein packender dokumentarischer Roman über den spektakulären Fall Philipp Halsmann, der eine internationale Affäre auslöste.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Besser als jeder Thriller 9. August 2002
Von cilli t.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Justiz und Geschichte sind in Österreich immer noch Minenfelder, auf denen uns unerwartete und unerwünschte Erkenntnisse jederzeit um die Ohren fliegen können.
Mit diesem Gefühl habe ich die Lektüre von "Anklage Vatermord" beendet - nach einem Wochenende, an dem weder Fernseher noch Kino eine Konkurrenz für dieses spannende und hervorragend geschriebene Buch waren.
Es fehlt auch in Österreich nicht an gelehrten Abhandlungen über die Zeitgeschichte; die Justizgeschichte der Zwischenkriegszeit ist dabei allerdings immer noch unterrepräsentiert. Eine "journalistische" Darstellung von historischen Ereignissen ist für historische LaiInnen wie mich aber zugänglicher. Pollack stellt den fast vergessenen Justizskandal in den größeren Zusammenhang der politisch bewegten Zeiten. Die (immens spannende) Geschichte vom Tod des Morduch Halsmann und vom Prozess gegen seinen Sohn wird immer in den Zusammenhang der politischen Kämpfe gestellt, die Österreich damals erschütterten.
Außerdem ist das Buch wegen seiner sachlichen Sprache und wegen seines klaren Aufbaus ein Lehrstück für guten Justizjournalisums. Uneingeschränkte Empfehlung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mord im Zillertal? 2. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Energisch, ungestüm wandert der Vater, mal vorne, mal hinten, sein linkischer Sohn mit ihm. Leute hören sie auf einer Bergwanderung im Zillertal laut disputieren. Da meldet plötzlich der 22jährige Sohn in einer Berghütte, sein Vater sei tödlich verunfallt.Abgestürzte war ein lettischer Jude, Zahnarzt. Sein 22 jähriger Sohn war Student in Leipzig.
Bald kam der Verdacht auf: Vatermord.
Aus dem Drama in den Bergen entwickelte sich bald eine internationale Affäre, Sigmund Freud, Thomas Mann und andere liessen sich dazu verlauten.
Der Sohn wurde zweimal verurteilt; bald begnadigt konnte er in die USA flüchten, wo er eine internationale Karriere begann als Fotograf, seine Vergangenheit liess er ruhen.
Nun hat Martin Pollack, ein ehemaliger Spiegelreporter, diese Geschichte aus der Zwischenkriegszeit ausgegraben. Spannend, mit vielen Zitaten und zeitgenössischen Fotos rollt er das Geschehen auf.
Spannend werden die Personen geschildert, der Vater,aktiv, lebenslustig, immer dem neusten Trend folgend, der Sohn, sehr intelligent, unsicher und arrogant wirkend. Dazu Österreich, hier das konservative Tirol und das grossstädtische, rote Wien. All das prallte zusammen, die ganze Affäre bekam auch noch eine antisemitische Wirkung, in Innsbruck formierten sich die Nationalsozialisten.
Pollack gelingt es, all dies genau zu schildern. Man liest einen Gerichtstriller, lernt dabei aber viel über diese unruhige Zeit im 20. Jahrhundert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anklage Vatermord 27. Januar 2003
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der alte Rechtsgrundsatz "in dubio pro reo" wurde im Prozess gegen den hochintelligenten, jüdischen Studenten Philipp Halsmann
während der späten zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts unbeachtet beiseite geschoben. Obgleich man dem jungen Mann, der immer wieder seine Unschuld beteuerte , kein wirkliches Tatmotiv nachweisen konnte, wurde er, aufgrund einer höchst fragwürdigen Indizienlage, des Mordes an seinem Vater angeklagt und rechtskräftig verurteilt.
Zum Zeitpunkt des Prozesses herrschte in Innsbruck, wo der Fall verhandelt wurde, bereits ein sehr antijüdisches Klima, das sich in lokalen Presseberichten zur Sache unmissverständlich niederschlug und zu entsprechend unbilliger Vorverurteilung des Angeklagten führte. Gutachter, Staatsanwälte, Richter und die Geschworenen waren in der Folge in ihrem Urteil nicht mehr unparteiisch, wie der von Martin Pollack hervorragend recherchierte Roman zeigt. Der Prozessverlauf dokumentiert sehr deutlich, dass man hier faktisch zwar Philipp Halsmann, in Wirklichkeit jedoch dem so genannten "jüdischen Intellektualismus" den Prozess machen wollte.
Nachdem bedeutende Geistesgrößen, wie etwa Albert Einstein, Sigmund Freud, Erich Fromm, Thomas Mann, Jakob Wassermann und viele andere mehr öffentlich gegen das ergangene Urteil intervenierten, wurde Halsmann seitens des damaligen österreichischen Bundespräsidenten 1930 begnadigt. Das Stigma " Vatermörder" zu sein behielt Halsmann allerdings bis zu seinem Lebensende, da man ihn auch später nicht rehabilitierte.
Rechtskräftig verurteilt, durfte der Begnadigte sein Studium
in Dresden nicht mehr zu Ende führen. Notgedrungen gründete er
in Paris daraufhin eine neue Existenz als Photograph, die ihm in dieser Mode-Metropole rasch großes Ansehen einbrachte. Aber Halsmann musste auch Paris bald wieder verlassen, da nach der Okkupation
der Stadt, seitens der Nazis, der jüdischen Bevölkerung und damit auch Philipp Halsmann bekanntermaßen unsägliches Unheil drohte. Albert Einstein verhalf dem Schwergeprüften, quasi in letzten Minute, zu einem Visum in die USA, wo Halsmann 1979 als wohl einer der erfolgreichsten und berühmtesten Photographen des letzten Jahrhunderts verstarb.
" Anklage Vatermord" ist ein sehr gut geschriebenes, tief bewegendes Buch, das über die Borniertheit von Menschen, über die Fragwürdigkeit von Indizienprozessen und über die Verblendung, selbst geistig ausgebildeter Personen geradezu paradigmatisch Aufschluss gibt.
*im Zweifelsfalle zugunsten des Angeklagten
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Eine fast vergessene Geschichte
In diesem Buch spiegelt sich ein Stück der österreichischen Zeitgeschichte wider. Die Saat des Nationalsozialismus ist in Tirol schon aufgegangen, da kommt der Fall eines... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Tagen von Stefan Bacher veröffentlicht
etwas zu empört
das buch ist eine chronologische dokumentation der ereignisse vor und nach dem mord an morduch halsmann und die anschließenden prozesse gegen seinen sohn. Lesen Sie weiter...
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Am 17. September 2002 veröffentlicht
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