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Anita Augspurg
 
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Anita Augspurg [Broschiert]

Christiane Henke
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 153 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499504235
  • ISBN-13: 978-3499504235
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,6 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 510.446 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christiane Henke
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Oft ist man geneigt zu denken, der Nationalsozialismus habe das deutsche Bildungsbürgertum restlos desavouiert, indem die politische Folgenlosigkeit seines idealistischen Denkens sichtbar wurde. Gäbe es nicht Menschen wie die Frauenrechtlerin Anita Augspurg, geboren 1857 in einer wohlhabenden norddeutschen Gelehrtenfamilie -- eine leidenschaftliche Goethe-Verehrerin, die ihr Leben der politischen Arbeit widmete. Wer ein so geradliniges, lauteres, tapferes Leben wie sie geführt hat, kann sich glücklich schätzen. "Tough" würde man das auf Neudeutsch nennen.

Das Verblüffende an Anita Augspurg ist ihre enorme Eigenständigkeit und Hellsichtigkeit. So lehnte sie es beispielsweise ab, sich den damaligen Sozialdemokraten anzuschließen, weil sie deren heroische Revolutionsvisionen im Sinne von "der Zweck heiligt die Mittel" nicht teilte. Für sie konnte sich Gerechtigkeit nur durch Vernunft und Verständigung verwirklichen, nicht durch Gewalt. Auch sollte sich die Frauenbewegung nicht durch parteiliche und nationale Interessen vereinnahmen lassen; zu schnell waren viele Frauen bereit, ihr eigenes Anliegen -- Stimmrecht, Zulassung zu den Universitäten, sexuelle Selbstbestimmung, Gleichberechtigung in der Ehe etc. -- als politischen "Nebenwiderspruch" den Bedürfnissen von Männern unterzuordnen. Anita Augspurg starb 1943, 86-jährig, im Schweizer Exil, kurz nach ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann.

Tote alte Feministinnen sind kommerziell nicht gerade ein Brüller, und dem Rowohlt-Verlag gebührt ein großes Lob, Anita Augspurg wieder einer neuen Generation zugänglich gemacht zu haben. Das neue Layout der bewährten rororo-Monographien wertet den Inhalt weiter auf: Die Papierqualität ist besser, das Format weniger länglich, es gibt Farbfotos, dezent farbige Überschriften, auf jeder Seite eine Zeitleiste, Stichwort-Informationen in Marginalien, und das Ganze so unaufdringlich harmonisch, dass es das Prädikat "kunstvoll" verdient. --Stephanie Sellier

Kurzbeschreibung

Das Leben und die Gedanken einer der radikalsten Vertreterinnen der deutschen bürgerlichen Frauenbewegung scheinen aus heutiger Sicht auf verblüffende Weise modern. Als Fotografin, Schauspielerin, Landwirtin und Weltenbummlerin war sie schon zu ihrer Zeit umstritten, wurde bewundert und verspottet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr bitte! 10. August 2002
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Diese kleine Biographie ueber Anita Augspurg ist wie ein delikates Haeppchen – sie macht Hunger auf mehr. Auf mehr Wissen ueber diese faszinierende Frau, ihr Lebens- und Arbeitsumfeld mit Lida Gustava Heymann. Bewundernswert der kompromisslose Einsatz fuer die Sache der Frau, fuer die Augspurg und Heymann so viele Opfer auf sich nahmen.

Aber auch ihre politische Weitsicht beeindruckt: wer weiss schon, dass diese beiden Frauen zu den ersten gehoerten, die bereits 1923 wegen Volksverhetzung die sofortige Ausweisung Hitlers aus Bayern forderten? Nach dem Rausschmiss aus Hitler–Deutschland wird nicht nur ihr Besitz konfisziert, sondern – unschaetzbarer Verlust – auch ihr Archiv zur Frauenbewegung vernichtet. Elendiglich und vereinsamt sterben beide 1943, im Abstand weniger Montate, im Schweizer Exil.

Der Ansatz, dass die Frauenfrage eine Rechtsfrage ist, ist genauso aktuell wie heute. Was nicht rechtlich verbrieft ist, kann auch nicht eingefordert werden. Damals wie heute hochbrisant – in Schottland beispielsweise, wo es noch bis vor kurzem ueblich war, dass Frauen in Vergewaltigungsprozessen Kreuzverhoeren durch den Angeklagten ausgesetzt waren! Dieses extrem sexistische und fuer Frauen demuetigende Verfahren ist erst letztes Jahr abgeschafft worden.

Leider gibt es kleinere Maengel, die das Lesevergnuegen beeintraechtigen z.B. einige Unstimmigkeiten in den Lebens- und Sterbensdaten von Augspurg und Heymann. Schade ist auch, dass im Anhang die Studie von Christiane Himmelsbach ueber Lida Gustava Heymann keine Erwaehnung findet. Bereits 1996 erschienen und kostenlos im Internet abrufbar, verknuepft diese Arbeit – weitaus ueberzeugender als Henkes Biographie dies fuer Augspurg vermag – Herkunft und Persoenlichkeit Heymanns mit ihrem aktiven Einsatz fuer die soziale, politische und rechtliche Gleichstellung der Frau. Besonders lesenswert der Einblick in die Frauenbewegung in Hamburg und Heymans Kampf gegen die Prostitution, die unter dem Deckmantel der “Reglementierung” die sexuelle Doppelmoral festschrieb, Freier und Kuppler aber unbehelligt liess (“Verlass ist nur auf unsere eigne Kraft”. Lida Gustava Heymann - Eine Kaempferin fuer die Frauenrechte, Oldenburg 1996). Unbedingt empfohlen zur Ergaenzung der Henke-Biographie!

Es wird Zeit, dass diese beiden Frauen endlich Eingang in unsere Geschichts- und Schulbuecher finden!!

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Von Bianca Wenzel TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Vor ca. zwei Jahren habe ich bereits "Die Revolution ist eine Frau" von Anna Dünnebier und Ursula Scheu gelesen, was mir sehr gut gefallen hat und wodurch ich neugieriger auf die Person Anita Augspurg wurde. So besorgte ich mir noch einige Lektüre zum Thema, dann kam mein persönlicher Bruch mit den Frauenrechten und ich wollte vom Thema nix sehen und hören...jetzt, mit dem nötigen Abstand, habe ich diese Lektüre förmlich verschlungen.
Augspurg setzte sich zeitlebens gegen Prostitution, die miserablen Arbeitsbedingungen von Frauen (speziell der Textilarbeiterinnen) sowie den Krieg ein, hier insbesondere gegen die, im Krieg leider übliche, Vergewaltigung von Frauen. Sie kämpfte für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, für das Frauenwahlrecht, für Frieden in der Welt, verbesserte Tierschutzmaßnahmen und führte mit ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann eine Landwirtschaft, die heute mit Fug und Recht als das Vorbild ökologischen Anbaus angesehen kann. Die Eröffnung des ersten Mädchengymnasiums in Karlsruhe ist ein Verdienst der zwei engagierten Frauen, die man eigentlich kaum voneinander getrennt betrachten kann, da sie alles gemeinsam taten. Die Einführung des Frauenwahlrechts 1919 in Deutschland ist ein Mitverdienst der zwei, die immer wieder neue Vereine gründeten und das Thema Frauenwahlrecht zur Sprache brachten.
Bereits 1923 forderte Augspurg die Ausweisung Adolf Hitlers wegen Volksverhetzung, nachdem seine Nazifreunde einem bekennenden Pazifisten das Auge zerschlugen, dass Augspurg und Heymann nicht gern gesehen waren, versteht sich wohl somit von selbst und sie lebten seit 1933 im Exil, vor allem in der Schweiz.
Noch 1927, im Alter von 70 Jahren, bestand Augspurg die Führerscheinprüfung!

Anita Augspurg gehört wohl zu den interessanten Persönlichkeiten der deutschen Frauenbewegung und ihr Leben wird in dieser 134 Seiten kurzen kleinen Monographie interessant und spannend erläutert. Das Buch gewährt einen Einblick in ihre Gedankenwelt, ihr Leben und ihre Arbeit und macht neugierig auf weitere Lektüre.
Schön geschrieben, flüssig zu lesen, mit vielen Bildern - empfehlenswert!
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