Das letzte KISS-Album, bevor Gene Simmons sich verstärkt anderen Tätigkeiten zuwandte wie Produtkion und Schauspielerei. Doch auf ANIMALIZE ist er noch in Topform. Als mir damals ein Bekannter das Tape von der Plattenfirma gab, zwei Wochen vor dem Erscheinen des Albums, hörte ich es mindestens hundertmal. KISS als Band, die sich stetig musikalisch weiterentwickelt hat, hat sich auf diesem Album an das Arbeiten mit technisch hochversierten Musikern angepasst, lässt sich von hochtalentierten Co-Songwritern inspirieren und wartet mit einem ganz neuen, kraftvollen Sound auf. Allein das super-fetzende Eröffnungsstück "I`ve Had Enough (Into the Fire)" ist den Kauf wert. Anschließend "Heaven`s on Fire", übrigens wie das erste Stück auch unter Co-Autorenschaft von Desmond Child, der auch bei "I Was Made For Loving You" dabei war (und in der Zwischenzeit seine Millionen-Tantiemen mit einer obskuren Sekte in Russland durchgebracht hatte), der Single-Hit. "Burn Bitch Burn" ist natürlich von Gene, wie er leibt und lebt. "Get All You Can Take" ist ein hochinteressanter Song von Paul. Die restlichen Stücke rocken klasse, mal schmissig, mal treibend. Leadgitarrist Mark St. John, der kurz nach den Aufnahmen am Reiter-Syndrom erkrankte, worauf er die Band verlassen musste, spielt zwar technisch perfekt, hat jedoch kein Stück der Klasse von Ace Frehley, und er gniedelt etwas viel beliebig die Skalen rauf und runter, aber zu diesen Songs passt es. Die Leadgitarre auf "Lonely Is the Hunter" spielt übrigens Bruce Kulick, wie er mir nach dem Offenbach-Konzert erzählte. Alles in allem ein sehr lohnender Kauf.