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Animal triste
 
 
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Animal triste [Gebundene Ausgabe]

Monika Maron
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Amazon.de-Hörbuchrezension

Animal triste ist ein ergreifender Liebesroman aus der Zeit der Wende. In einem inneren Monolog erzählt die Paläontologin Vera, deren ganze Leidenschaft dem Skelett des Brachiosaurus gilt, aus ihrem Leben in der ehemaligen DDR. Um Politik will sie sich gar nicht kümmern. Und doch greift diese vehement in ihre Existenz ein. Den totalen Umbruch in ihrem Leben schafft Franz, der eines Tages, nach dem Fall der Mauer, ebenso begeistert wie sie, vor dem Saurier-Skelett steht. Die beiden werden "ein Liebespaar auf Leben und Tod", aber kein Ehepaar, denn Franz ist bereits verheiratet. Die Geschichte endet tragisch und wird in langen, rückblickenden Sequenzen von der renommierten Schauspielerin und Hörspielsprecherin Barbara Nüsse in einer gekürzten Fassung vorgetragen.

Während Franz eher konturlos bleibt, schildert Vera ihre Trauer, ihren unendlichen Schmerz auf eindringliche Weise. Sie versinkt dabei in eine Zeitlosigkeit, die sie ihrer Umgebung gegenüber gleichgültig werden läßt. Ihr Lebensinhalt besteht einzig und allein darin, "die Erinnerungen so lange zu feilen und zu schleifen, bis die Versatzstücke am Ende zu einer halbwegs plausiblen Biografie verschraubt werden können; und wir werden uns mit dem fortschreitenden Verfall selbst so lästig, dass wir eines Tages den Tod herbeisehnen können, damit er uns vom Liebsten, was wir im Leben hatten, von uns selbst, erlöst".

Animal triste beschreibt in wunderbar klarer Sprache den Schmerz einer verlorenen Liebe auf hundert verschiedene Arten, versucht ihn zu begrenzen und wird immer wieder neu von ihm überwältigt. --Manuela Haselberger

Kurzbeschreibung

Eine Paläontologin aus Ost-Berlin, deren Leben nach dem Fall der Mauer aus den Fugen geraten ist, begegnet im Berliner Naturkundemuseum der großen Liebe in Gestalt eines aus Ulm stammenden Hautflüglerforschers. Ihrer neu entflammten Leidenschaft gibt sie sich kompromißlos hin: Ohne zu zögern verläßt sie den Ehemann und die erwachsene Tochter. Doch ihr Geliebter ist ebenfalls verheiratet und denkt keineswegs daran, seine Ehefrau zu verlassen. Sie aber will ihn völlig für sich vereinnahmen, zu einer Liebe zwingen, die sie für ewig während und absolut hält.

Klappentext

Im Sommer 1990 beginnt unter dem Skelett des Brachiosaurus im Berliner Naturkundemuseum eine Liebe zwischen einer Paläontologin aus Ost - Berlin und einem Hautflüglerforscher aus Ulm. Für die Frau, deren bisherige Lebensordnung sich mit dem Zusammenbruch der Mauer als sinnlos erweist, wird diese Liebe zur obsessiven Leidenschaft, die keinen Verzicht zuläßt und keine Rücksicht.

Sie beschwört die Liebe als letzte anarchische Kraft, die sich über jede Ordnung hinwegsetzt und ihre eigene errichtet.

Über den Autor

Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie ein Jahr als Fräserin in einem Industriebetrieb, studierte dann Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und war nach dem Studienabschluß Regieassistentin beim Fernsehen, später schrieb sie als Reporterin für die »Wochenpost«. Seit 1976 freie Schriftstellerin, siedelte sie 1988 von Ost-Berlin in die Bundesrepublik über, wohnte zunächst in Hamburg und lebt heute wieder in Berlin.

Auszug

Als ich jung war, habe ich wie die meisten jungen Menschen geglaubt, ich müßte jung sterben. Es war so viel Jugend, so viel Anfang in mir, daß ein Ende sich nur gewaltsam und schön denken ließ; für den allmählichen Verfall war ich nicht bestimmt, das wußte ich genau. Jetzt bin ich hundert und lebe immer noch. Vielleicht bin ich auch erst neunzig, ich weiß es nicht genau, wahrscheinlich aber doch schon hundert. Außer der Bank, wo mein Konto geführt wird, weiß niemand, daß es mich noch gibt. Einmal im Monat gehe ich an den Bankschalter und hebe eine kleine Summe ab. Ich lebe sehr sparsam. Trotzdem habe ich jedesmal Angst, daß der Schalterbeamte mir sagt, es sei kein Geld mehr für mich da. Ich hatte einige Ersparnisse, kann mir aber nicht vorstellen, daß sie über die vielen Jahre, die ich schon davon lebe, gereicht haben sollen. Vielleicht bekomme ich von irgendwem eine kleine Rente. Vielleicht bin ich aber doch erst neunzig oder sogar noch jünger. Ich kümmere mich nicht mehr um die Welt und weiß darum nicht, in welcher Zeit sie gerade steckt. Wenn ich keine Lebensmittel mehr im Haus habe, gehe ich auf die Straße, um einzukaufen. Manchmal ist Markt, da kaufe ich am liebsten, weil ich unter den vielen Menschen am wenigsten auffalle.
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