Entweder man liebt ihn, oder man hasst ihn! Der kubanische Autor Perdo Juan Gutiérrez polarisiert wie kaum ein zweiter. Für die einen ist er ein exotischer Lustmolch und Pornograf, für die anderen ist er einfach Kult!
Auch in seinem neuen Roman "Animal Tropical" (seinem dritten auf Deutsch erschienen Buch) dreht sich fast alles um Sex und das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Doch trotz zum Teil sehr drastischen Schilderungen und gewöhnungsbedürftigen sexuellen Vorlieben des Ich-Erzählers wäre es falsch, Gutiérrez in die Schmuddel-Ecke abzuschieben. Dafür hat er einfach viel zu viel zu erzählen.
Im ersten Teil von "Animal Tropical" schildert er sein exzessives Zusammenleben mit der Prostituierten Gloria in Havanna. Ein Verhältnis zweier Abhängiger, eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Gewalt, animalische Verhaltensweisen, ständige Geilheit - ein sexueller Orkan.
Ganz anders dann das Leben des Ich-Erzählers in Schweden, wohin er für mehrere Monate auf Einladung einer Universitätsangestellten reist. Die zunächst kühle Agneta blüht unter Gutierréz Fingern zwar langsam auf, doch er bekommt schnell das Gefühl, das dies nicht seine Welt ist. Er fühlt sich als Exot, als Animal Tropical.
Gutierréz gelingt es eindrucksvoll, die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten, sozialen Normen und Mentalitäten Mittelamerikas und Europas darzustellen. Politisch korrekt ist er dabei nie - aber immer unterhaltsam!