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Ist es besser geworden? Ja und Nein.
Besser als erwartet, legt man die Ankündigung dieses Events (an intimate evening of music and poetry)zugrunde. Man konnte dabei fast vermuten, Lou würde die Besucher mit Gedichten und Rezitationen "quälen" und nur sophisticated sein. Er hat aber nur den Drummer zu Hause gelassen und Jane Scarpatoni und Antony mitgebracht. Ansonsten sind wie gewohnt Fernando Saunders und Michael Rathke mit dabei. Das Programm ist bei jedem Konzert der gesamten Tour fast identisch, sogar die Ansagen, aber immerhin versucht er freundlich zu sein und spricht überhaupt mit dem Publikum. Das macht das Konzert zusammen mit den Theatern, in denen er auftritt zu einem recht intimen Ereignis. Zumeist wird das Konzert abgeschlosswen mit Perfect Day als letzte Zugabe, manchmal Walk on the wild side und seltener Heroin. Schön, die selten gespielten Stücke wie Tell It To Your Heart und The Day John F. Kennedy Died, wobei letzters im Kontext des tobenden Irak-Krieges irgendwie paßte, obwohl Reed in keiner Weise darauf hinweist. Er ist halt nicht mehr so politisch, wie man ihn noch auf New York erlebte.
Gelungen die Interpretation der Velvet Underground-Stücke, wobei besonders Venus In Furs herausragt. Intensiv besonders durch Scarpatonis Cello-Soli. Das Cello und Antonys Falsettstimme bringen ganz neue Klangfarben in Reeds Repertoir.
Eingestreut stören auch die Stücke aus The Raven nicht weiter, wirken nur ein wenig deplaziert. Live hat er The Raven eindrucksvoll rezitiert, wobei die Stücke aus The Raven bei der Aufführung im Thalia Theater mehr zu überzeugen wußten.
Was man auch bei dieser Aufnahmen hören kann, sind die Schwächen. Dass Lou's Gitarrenspiel besser wird, war ja kaum zu erwarten, aber ohne Rathke als 2. Gitarristen (er spielt meist ein gesampeltes "Gitarren-Piano") fällt es umso mehr auf. Lou nimmt sich zu ernst, nichts ist spontan und die Songs wirken z. T. uninspiriert hintereinandergesetzt, wobei die Songauswahl nicht das eigentliche Problem ist. Lou Reed sollte sich wieder auf seine Stärken konzentrieren. Es ist schön, dass er auch gerne fotografiert und mit The Raven nach höherem strebte, aber seine Kernkompetenz sind gute Rocksongs.
Im Endeffekt ein gelungenes Dokument eines altersweisen Musikers, der hoffentlich als nächstes wieder mit einer reinen Rockplatte aufwarten wird. Die Welt braucht diese Live-Platte nicht, der Fan wird sie haben.
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