Animal Man 2 - Origin of the species
Ende der 80er Jahre war eine deutliche Veränderung durch die amerikanische Comicwelt gegangen. Verantwortlich dafür waren Werke wie Alan Moores Watchman oder Frank Millers Dark Knight Returns, die die Welt der Superhelden von einer gänzlich neuen Seite zeigten als vorher, und so besonders Erwachsene ansprachen.
Wie immer bei Erfolgsgeschichten versuchte man, eben diese zu wiederholen. So wurde Grant Morrison von DC Comics aufgetragen, die Figur Animal Man, die seit den 60ern bestenfalls drittklassig gewesen war, zu erneuern.
Zunächst sollte der Schotte zunächst lediglich eine vierteilige Miniserie schreiben, die wegen des großen Erfolgs zu einer Ongoing-Serie umgewandelt wurde. Diese liegt nun gesammelt in 3 Tradepaperbacks von Vertigo vor.
Animal Mans Superkraft besteht darin, Fähigkeiten von Tieren in der Nähe zu absorbieren. Ist z.B. ein Vogel in der Nähe, kann er fliegen. Ist ein Fisch vor Ort, kann er unter Wasser atmen. So zeigt sich ein Fähigkeitensammelsurium, daß nur durch die Phantasie des Autors begrenzt wird. Neu ist allerdings, daß Morrison der Figur die Grundeinstellung eines Umweltaktivisten gibt, die sein zukünftiges Handeln maßgeblich beeinflussen werden.
Auch thematisch wendet sich die Serie Themen wie Tierversuchen, Jagd, vegetarische Ernährung etc. zu, allerdings ohne den mahnenden Zeigefinger. Da die Serie deutlich im DC Universum verankert ist, gibt es auch viele Auftritte von DC Figuren wie Elongated Man, Metamorpho, Mirrowmaster usw.
In Band 2 wechselt Morrison zwischen den klassischen Tierschutzthemen und der Kontinuität der Figur hin und her. So rettet Animal Man Delphine vor einem Massaker, und Schimpasen, die in Tierversuchen gequält werden.
Ein Abstecher ins von der Apartheid gebeutelte Südafrika führt zu einem Wiedersehen mit dem Bwana Beast, doch diesmal kämpfen beide gemeinsam, statt gegeneinander.
Fazit:
Grant Morrison hat zusammen mit Chas Truog und Tom Grummet eine interessante Serie geschaffen, die auch nach über 25 Jahren frisch und interessant wirkt. Sicherlich erreicht Animal Man nicht die Tiefe von Watchmen, ist aber trotzdem gute Unterhaltung mit vielen Denkanstößen für den Leser. Buddy Baker beginnt langsam zu ahnen, daß etwas mit seinem Leben, seiner Zeitlinie, seiner Kontinuität nicht stimmt - und entdeckt damit die 5. Dimension!
Erfrischend anders!