Da inzwischen die computerunterstützte Tricktechnik des Films sogar auch reale Tiere "sprechen" lassen kann, wie spätestens seit dem Erfolg des Films "Ein Schweinchen namens Babe" allgemein bekannt ist, drängte es sich geradezu auf, diese Technik auch bei einer Neuverfilmung des Klassikers "Farm der Tiere" von George Orwell anzuwenden.
Und diese Neuverfilmung der Parabel der russischen Oktoberrevolution von 1917 ist, so meine ich, durchaus gelungen.
Die Handlung der bekannten Fabel: Bauer Jones (der Zar) lässt seinen Bauernhof (Russland) verkommen, so dass es unter den Tieren zu einer Hungersnot (Massenverelendung) kommt, und sie unter Führung der Schweine (Bolschewiken) in einer Revolution Bauer Jones verjagen, selbst den Hof übernehmen und feierlich schwören, dass künftig "alle Tiere gleich seien" und künftig gemeinsam den Hof unter der Fahne des "Animalismus" (Kommunismus) bewirtschaften wollten. Kein Tier solle je jene Verhaltensweisen annehmen, die der ausbeuterische Mensch gezeigt habe. Dies wird in fünf Geboten, die mit Pinsel und Farbe in riesigen Buchstaben an die Scheunenwand geschrieben werden, festgehalten. Das letzte dieser Gebote lautet: "Alle Tiere sind gleich".
Doch bald schon werden diese Ideale der Revolution von den die Revolution anführenden Schweinen verraten, denn diese werden immer "menschlicher", und schliesslich reisst ein Schwein namens Napoleon (Stalin) die Macht an sich, die er mit Hilfe des brutalen Terrors ihm loyaler scharfer Hunde (Geheimpolizei, KGB) durchsetzt. Schwein Napoleon macht gute Geschäfte mit den Menschen der Nachbarhöfe (Kapitalisten) und schliesslich sind die alten Verhältnisse, wie sie vor der Revolution herrschten, wiederhergestellt, was auch in einer Abänderung des letzten Gebotes der Tiere zu jenem Satz zum Ausdruck kommt, das mittlerweile zu einem geflügelten Wort und dem bekanntesten Zitat aus "Animal Farm" geworden ist: "Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere."
Besonders gefiel mir an dieser Verfilmung das "Loblied der Enten und Schafe" auf "Führer Napoleon", wo in gelungener Weise alte kommunistische Propagandafilme persifliert werden - daran hätte Orwell sicher auch seine Freude gehabt.
Den Vorwurf, die ganze Geschichte sei nach dem Zusammenbruch des Ostblocks "überholt" kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Denn erstens ist "Animal Farm" ein Klassiker der Literatur, zum anderen ist die darin behandelte Thematik zeitlos: Wird ein Unterdrücker und Ausbeuter vertrieben, so tritt meist an seine Stelle ein anderer.
Nein, die Geschichte der "Farm der Tiere" wird wohl niemals "überholt" sein.