Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit anmutigen Formulierungen entführt Susanne Gerdom ihre Leser in die Welt(en) ihrer Heldinnen, macht sie in allen Einzelheiten und mit Humor mit den Figuren vertraut. Dabei umgibt Anidas Welt immer etwas Märchenhaftes, während in der Science-Fiction-Handlung, die Adina in der ersten Person erzählt, harte und freche Töne überwiegen. All das verheißt ein Lesevergnügen für Freunde deutscher Fantasy im Stile von Markus Heitz oder Harald Evers.
Doch leider wird der große erzählerische Bogen nicht so recht gespannt. Nur hin und wieder gibt es Andeutungen auf alte Geheimnisse und dunkle Gefahren, doch diesen Dingen wird nicht nachgegangen. Nicht einmal die Protagonisten gehen ihnen wirklich auf den Grund. Sie verlieren sich in zwischenmenschlichen Hochs und Tiefs, die zuweilen ebenso einer inneren Stimmigkeit entbehren wie die äußere Handlung. Dadurch wird die Bedrohlichkeit der Provinz Nebelhort für den Leser weder spürbar noch plausibel. Das ist durchaus schade, denn die Vielzahl liebevoll und plastisch geschilderter Figuren und der schöne und schlichte Schreibstil Susanne Gerdoms lassen ein deutschsprachiges Fantasy-Epos ganz besonderer Güte erhoffen. Entsprechend darf man zumindest auf die Folgebände gespannt sein. --Simon Weinert