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73 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Keine Panik: So schlecht ist der Film nicht!, 21. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Per Anhalter durch die Galaxis (DVD)
Kein Zweifel: Dieser Film spaltet die Gemüter in zwei extreme Lager. Die einen lieben ihn, sei es einfach als lustige Sci-Fi-Verarschung oder als gelungene Umsetzung des Hörspiels/Buchs/TV-Serie. Andere, oft eingefleischte Anhalter-Fans, sind enttäuscht, dass der Film nicht alles genau so rüberbringt, wie es im Buch steht. Aber mal ehrlich, Leute: Habt ihr wirklich erwartet, dass bei einer Serie, die als Radio-Hörspiel begann, dann zum Buch, zur Fernsehserie, zum Badetuch und zum Comic mutierte, in jeweils eigenen, einander heftig widersprechenden Fassungen - dass da ein Film einfach nur das Buch, also noch nicht einmal die Urfassung, eins zu eins nacherzählt? Ich fand es gerade witzig zu sehen, wie der Film wieder neue Elemente eingeführt hat, anderes leider weglassen musste, und aus einer wirklich nicht sehr zusammenhängenden Geschichte, die eigentlich nicht filmfähig ist, doch noch eine einigermaßen in sich geschlossene Handlung konstruiert hat. Und einige neue Ideen wie der Delphin-Song zu Beginn (die Delphin-Idee kommt eigentlich erst in einem späteren Buch vor), die Anti-Denk-Klatschen auf Vogsphere, das Standpunktwechsel-Gewehr oder der Einfall, die Begegnung mit den Mäusen in Arthur Dents scheinbar wiedererrichtetem Haus auf der Kopie-Erde auf Magrathea stattfinden zu lassen, sind schlichtweg genial und eines Douglas Adams durchaus würdig. Sicher: Nicht alles ist so gut geglückt, manchen genialen Adams-Einfall aus dem Original hat man ohne Not ausgelassen. Warum ist die Szene, wo Arthur Dent und Ford Prefect auf der Herz aus Gold landen, so zusammengestrichen worden, obwohl es zum Besten und Abgedrehtesten gehört, was Adams je erfunden hat? Wieso fehlt die Unterhaltung mit der Vogonen-Wache? Wieso hat man sich um die zwei Köpfe von Zaphod Beeblebrox herumgedrückt, stattdessen nur so ein merkwürdiges Wechselgesicht eingefügt? Da waren die Macher der BBC-Serie mutiger, trotz der geradezu hanebüchenen Billigkeit ihrer Effekte, was andererseits aber auch einen gewissen Charme hatte... Davon abgesehen, empfinde ich die meisten visuellen Umsetzungen als sehr gelungen - anders, als man es erwartet, viele Kugelformen, etwa Marvins Kopf usw. Für Kenner: In einer Szene erscheint inmitten einer wartenden Menschenmenge der BBC-Marvin, eine nette kleine Reverenz an die TV-Serie. Alles in allem: Restlos glücklich wird man als Hitchhiker-Fan mit diesem Film nicht sein können - vielleicht waren unsere Erwartungen nach 20 Jahren Vorbereitungszeit auch zu hochgesteckt. Angesichts dessen, dass die Story ursprünglich nicht für einen Film konzipiert ist, haben sich die Macher aber doch gut geschlagen, trotz einiger Abstriche im Detail (siehe oben). Daher einen Punkt Abzug, aber auf jeden Fall besser als der Durchschnitt! P.S. Ich hoffe sehr, jemand geht bald an die Verfilmung des 2. Bandes. Oder des dritten. Oder was auch immer...
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Auf sehenswerte Art mißlungen, 20. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Per Anhalter durch die Galaxis (DVD)
Natürlich habe ich mir den Film mit ganz bestimmten Erwartungen angesehen, denn als alter Douglas Adams-Fan kenne ich natürlich die Buchvorlage und auch den Fernseh-Sechsteiler, der seinerzeit aus den ersten beiden Bänden entstand. Und offenbar waren diese beiden Quellen auch die Vorlage für die jetzige Kinoverfilmung des 1. Bandes der fünfteiligen Trilogie. Die HANDLUNG wird so stringent, wie es bei der Korkenzieherlogik der Vorlage möglich ist, vorangetrieben, stellenweise sehr dicht an der Vorlage, an anderen Stellen sehr frei interpretiert - dahinter mag, wie auch bei den "Herr der Ringe"-Filmen, der Gedanke stehen, daß der Film sowohl für solche interessant sein soll, welche die Vorlage annähernd auswendig kennen, bis hin zu solchen, für die der Film die erste Begegnung mit dem Werk ist. Insgesamt war ich zufrieden mit der Art und Weise, wie das Buch umgesetzt ist. Gegen die Änderungen (z.B. die Einführung des von John Malkovich verkörperten Jatravartidenpriesters) hätte Douglas Adams wohl nichts gehabt, zumal die Romane seinerzeit die ursprüngliche Radiosendung auch frei umgesetzt hatten. LOGIK - Die verzwiebelte, aber dennoch vorhandene Logik der Vorlage wird u.a. zusammengehalten durch die Erklärungen des Buches, das Ford und Arthur mit sich führen. In der TV-Serie waren diese Erklärungen zum Teil so lang, daß sie die Handlung sprengten; im Kinofilm sind sie wesentlich knapper. Damit verbleibt mehr Zeit für die eigentliche Story, aber der Anhalter-Neuling wird vermutlich einiges daher nicht richtig mitbekommen - was es mit Deep Thought und den Mäusen auf sich hat, und warum die Mäuse eigentlich Arthurs Hirn brauchen. Die FIGUREN sind größtenteils wesentlich besser umgesetzt als in der TV-Serie, lediglich den TV-Arthur fand ich irgendwie eine Spur sympathischer in seiner Dauerverblüffung. Auch meine Lieblingsfigur Marvin ist sehr schön umgesetzt. In der Szene in der Warteschlange vor dem Vogonen-Schalter bekommt man übrigens kurz den Original-TV-Marvin zu sehen, was wohl der erste Cameo-Auftritt eines Roboters in der Filmgeschichte sein dürfte. Solche und viele andere Details (wie normgerechte Notausgangsschilder mit Vogonensilhouette usw.) belegen, daß der Film von Fans gemacht worden ist, denen es am Herzen lag, den richtigen Ton zu treffen, statt bloßen Klamauk aus der Vorlage zu machen. Die TRICKS und KOSTÜME sind hervorragend, z.B. die Art und Weise, wie das Problem mit Zaphods Zweitkopf gelöst wurde. Im Unterschied zu den Machern der TV-Serie war hier aber natürlich auch wesentlich bessere Computertechnik und mehr Budget im Spiel. Die Vogonenmasken sind absolute Klasse - und erinnern sicher nicht nur mich etwas an The Wall. Es gibt zahlreiche Bildanleihen bei der TV-Serie (man vergleiche z.B. die Pub-Szene am Anfang), und selbst die damalige Titelmusik (die übrigens von einem Deutschen - Frank Duval - stammt) wurde übernommen und neu aufpoliert. Die SYNCHRONISATION ist wesentlich besser als die der TV-Serie; die damaligen deutschen Sprecher hatten diesen Didi-Hallervorden-Dauergluckser drauf, als fänden sie sich selbst am allerlustigsten, wobei gerade britischer Humor am effektvollsten sterztrocken serviert wird. Dieser Fehler wurde im Kinofilm glücklicherweise nicht wiederholt. Warum also mein Gesamturteil Auf-sehenswerte-Art-mißlungen? Weil der Kinofilm mir erneut bestätigt hat, daß der Witz im Anhalter weniger in der konkreten Handlung liegt als in der Sprache und der unglaublichen Abstrusität des sich nach und nach entfaltenden Universums, und das läßt sich halt nicht verfilmen. Ich habe mich sehr amüsiert und keine Minute gelangweilt, aber als der Film dann vorbei war, war er eben auch im Kopf sofort vorbei. Nur ein oder zwei Stellen (wie das Ideenklatschenfeld auf Vogonsphäre) verleiten dazu, später nochmal darüber zu lachen, während einige Elemente der Romanvorlage (wie der berühmte pangalaktische Donnergurgler) in meiner Generation schon fast in den Alltagssprachgebrauch eingesickert sind (ähnlich wie vielleicht auch manche Loriot-Filmszenen - Herr Müller-Lüdenscheid! Herr Doktor Kloebner!! Wem jetzt der Satz Sie-lassen-sofort-die-Ente-zu-Wasser! einfällt, weiß, was ich meine). Der Kinofilm - dessen Ende ganz klar die Hoffnung auf einen 2. Teil erkennen läßt - ist nett anzuschauen und eine schöne Hommage an Douglas Adams' verrücktes Universum, aber weit davon entfernt, die Literaturvorlage zu erreichen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr genau und gut verfilmt und dennoch...., 31. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Per Anhalter durch die Galaxis (DVD)
Ich bin vom Buch sehr begeistert und mag den skurilen und absurden Humor mit diesen teilweise zynistischen Anspielungen auf unsere Gesellschaft. Insofern war ich sehr gespannt auf diese Verfilmung. Im Kino wirkte der Film schon etwas merkwürdig. Es waren viele Details und wortgetreue Zitate des Buchs enthalten. Eigentlich alles, was ein Fan sehen möchte. Die Rollen sind gut besetzt und passen zu den Charakteren. Und dennoch erreichte der Film nur teilweise den Geist der Geschichte. Es sind nicht die enthaltenen Kürzungen und Änderungen. Die sind schon in Ordnung. Sie sind notwendig um überhaupt eine Verfilmung umzusetzen. Die Schwierigkeit ist, dass der Humor des Buches zum einen in der absurden Handlung und darüber hinaus in den Nebenschauplätzen der Erzählung enthalten ist. Eine solche Detailflut in einem Film unterzubringen und dann auch noch für ein breiteres Publikum eine rundere Story zu produzieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich vermute mal, dass "Nichtkenner" des Buches ihre Schwierigkeiten haben könnten. Vor diesem Hintergrund finde ich den Film dann schon sehr gut.
Einzig die Sache mit Zaphods zwei Köpfen... Hätte man in unserer CGI-überfluteten Zeit, in der optisch alles möglich erscheint, nicht wirklich zwei Köpfe nebeneinander darstellen können? Alles in allem kann man sich den Film gut ansehen, aber das Buch bleibt eben unerreicht.
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