Aus der Amazon.de-Redaktion
Der fachlich versierte Leser vermisst zunächst vielleicht ein Autorenverzeichnis, das bei einem Buch dieses Umfangs üblicherweise den Anfang bildet. Doch dieser Band ist wahrhaft aus einem Guss bzw. aus einer Feder. Der Autor bedient sich einer originellen Sachprosa, die in dieser Form wirklich einzigartig ist. Prinzipiell wäre das Buch sehr gut als Nachschlagewerk -- sogar für die tägliche Praxis des Psychiaters oder Psychotherapeuten -- geeignet, wenn es über ein Sachregister verfügte. Dieses Manko machen die sprechenden Kapitelüberschriften teilweise wett. Dennoch empfiehlt es sich, das Werk am Stück zu lesen, um die vielen Detailinformationen, die sich im Text verstecken, nicht zu übersehen: Wer weiß z.B. in Europa schon, was der Koro für Asiaten bedeutet?
Dabei verliert Morschitzky nie das Grundthema aus den Augen. So hält er sich etwa in dem hervorragenden Abschnitt zur medikamentösen Therapie an die wichtigen Präparate und erwähnt nur am Rande die Neuroleptika; nicht ohne darauf hinzuweisen, dass deren in der Klinik mitunter häufiger Einsatz bei Angsterkrankungen der wissenschaftlichen Rechtfertigung entbehrt. In solchen Momenten wird klar, dass der Verfasser über ein beeindruckendes Wissen verfügt, wie man es z.B. hinsichtlich der Medikation bei Psychotherapeuten nicht unbedingt erwartet. Die einzelnen Angsterkrankungen an sich beleuchtet das Werk anhand der allgemein gebräuchlichen DSM-IV-Klassifikation.
Am beeindruckendsten an diesem Band ist aber, wie es der Autor schafft, sein Werk für Nicht-Fachleute wie für Experten gleichermaßen zugänglich zu machen. Absolute Laien werden dem Stoff wohl nur bedingt folgen können. Als Einstieg ins Thema etwa am Anfang der Ausbildung oder als Informationsquelle für Betroffene mit gesteigertem Wissensdurst leistet das Buch ausgezeichnete Dienste. --Philipp-R. Schulz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Mein Buch "Angststörungen" wird in Absprache mit dem Verlag Springer, Wien, im Jänner 2002 in zweiter, auf 650 Seiten erweiterter Auflage erscheinen. Das überarbeitete Manuskript wird bis Ende September 2002 beim Verlag eingelangt sein.
Das Buch, das bislang sehr gute Kritiken erhalten hat, soll weiterhin einerseits Fachleute (Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Pflegepersonal) und andererseits Betroffene, deren Angehörige und alle Interessierten gleichermaßen ansprechen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.