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Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann
 
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Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann [Gebundene Ausgabe]

Borwin Bandelow
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In einer ihrer Kolumnen stellt sich Sibylle Berg vor, wie es wäre, keine Angst mehr zu haben -- und endet als antriebslose, vereinsamte Stubenhockerin. Auch der renommierte Angst-Forscher Bandelow sieht in dem Phänomen „das Superbenzin für Erfolg“, beschäftigt sich hier aber vor allem mit den krankhaften Ausformungen.

Neben Spinnenfurcht und Angst vor Fahrstühlen gibt es da unter anderen die Peladophobie (Furcht vor Glatzköpfigen) oder die Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie (genau: die Furcht vor langen Wörtern). Weniger komisch und viel weiter verbreitet sind allgemeine Angststörungen, zum Beispiel in Form von Panikattacken, oder Soziale Phobien, die „mehr als Schüchternheit“ bedeuten. Schätzungsweise 17 Millionen Menschen leiden allein im deutschen Sprachraum an Angsterkrankungen -- „Angst ist allgegenwärtig“.

Bandelow berichtet -- zuweilen fast im Plauderton -- von konkreten Fallbeispielen aus seiner Praxis und betreibt ausführliche Ursachenforschung. Er stichelt kräftig gegen die Psychoanalyse und bringt seinen eigenen, genetisch-historischen Erklärungsansatz so auf den Punkt: „Wir heutigen Menschen sind die Nachkommen der Angsthasen“, die in der Steinzeit einen großen Bogen um Spinnen, Schlangen und Abgründe machten und deshalb etwas länger lebten.

Und wie wird man nun diese unnötigen Ängste wieder los? Durch Reden, durch Tabletten oder indem man sich in einer Verhaltenstherapie der Angst bewusst aussetzt? Auch hier hinterfragt Bandelow gängige Ansichten -- zum Beispiel die über die „bösen“ Psychopharmaka -- und leistet Hilfe zur Selbsthilfe: „Bauen Sie auf keinen Fall Stress ab“, „Trainieren Sie Psychokarate“.

Fazit: Das Angstbuch ist kein Instant-Ratgeber nach dem Motto „Angstfrei in acht Tagen“, sondern eine fachlich fundierte und gut verständlich geschriebene Studie, die Mut macht -- Mut zur richtigen Angst sozusagen, denn die „macht uns zu dem, was wir sind“. --Patrick Fischer

Kurzbeschreibung

Angst ist ein Phänomen, dass jeder kennt - und mit dem viele Menschen in ihrem Leben zu kämpfen haben. Angst ist eines der grundlegenden Gefühle; und eines, das schnell bedrohliche und pathologische Dimensionen annehmen kann. Warum hat jemand Angst vor Spinnen oder vor Sex? Vor einem dunklen Keller, vor dem Fliegen. Lange Zeit gab es keine schlüssigen Erklärungen für die Entstehung von Ängsten, doch in jüngerer Zeit hat die Angstforschung viele neue Erkenntnisse gewonnen. Jetzt wurden sie zum ersten Mal in allgemein verständleicher Form zusammengefaßt. Borwin Bandelow - einer der weltweit führenden Angstforscher - hat mit dem "Angstbuch" ein umfassendes, für den Laien zugängliches Werk über die Angst verfasst: ein zugleicher informativer und nützlicher Ratgeber.

Über den Autor

Borwin Bandelow arbeitet an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Er behandelt seit vielen Jahren Angstpatienten und ist einer der weltweit führenden Angstforscher sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Auszug aus Das Angstbuch von Borwin Bandelow. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

GIBT ES MENSCHEN, DIE KEINE ANGST HABEN?
Evel Knievel war ein Draufgänger, ein Mann ohne Angst, wie es schien. Er war Skispringer, Radkappendieb, Minenarbeiter, Entführer, Elchjäger, Versicherungsagent und Bankräuber. Häufig wechselte er seine legalen und illegalen Berufe, bis er schließlich der beste Motorrad-Stuntman der Welt wurde. Er sprang über 50 Autos, 13 Lastwagen und über ein Becken mit hungrigen Haien. Einmal flog er elegant über einen Berglöwen, landete aber danach unglücklich auf einer Kiste mit Klapperschlangen, worauf die Schlangen, aber auch die meisten Zuschauer das Weite suchten.
Er steht im "Guinness Buch der Rekorde" als der Mann, der die meisten Knochen gebrochen hat. Eines Tages wachte er nach einem missglückten Sprung über die Wasserfontänen vor dem Luxus-Casino Caesar's Palace in Las Vegas aus einem dreißigtägigen Koma auf. Während er noch im Krankenhaus aus der Schnabeltasse trank, beschloss er, einen Sprung zu wagen, der alle seine bisherigen Abenteuer übertrumpfen würde. Er kündigte an, dass er mit einem Motorrad über den Snake River Canyon in Idaho springen wolle. Um die große Entfernung von 400 Metern von einem Rand der Schlucht zum anderen zurückzulegen, wollte Knievel sich mit seinem raketenangetriebenen Motorrad hinüberschießen lassen, um auf der anderen Seite wieder auf den Rädern zu landen. Er sorgte dafür, dass er für den Fall, dass er seinen Sprung überleben sollte, durch Eintrittsgelder und andere Tantiemen sechs Millionen Dollar verdienen würde. Am Tag des großen Ereignisses waren Zehntausende von Menschen gekommen. Presse, Funk und Fernsehen waren versammelt, denn sie alle wollten Evel Knievel sterben sehen. Zwar trauten sie ihm zu, dass er, wie bei seinen früheren Unternehmungen, alles einigermaßen genau planen würde - die Schubkraft der Rakete, die ballistische Flugbahn des Motorrades und den Seitenwind. Aber, so dachten sie auch, die Chance war sehr hoch, dass er sich diesmal verrechnen würde, so wie er sich schon oft verrechnet hatte. Er würde in den Canyon stürzen; oder selbst wenn der Flug bis zur anderen Seite gut ginge, würde er dort kopfüber mit dem Motorrad aufschlagen und sich das Genick brechen.
Zwei vorher zum Test abgeschossene Raketen landeten nicht, wie vorgesehen, auf der anderen Seite der Schlucht, sondern im reißenden Wasser des Snake River. Als der große Moment gekommen war, wurde Evel Knievel mit seinem Motorrad von der Rakete über den Fluss geschleudert. Aber er kam nicht weit. Sein Fallschirm öffnete sich zu früh, und er erreichte nicht das andere Ende der Schlucht, sondern landete sicher neben dem Fluss. Obwohl ihm wegen der starken Beschleunigungskräfte Blut aus den Augen und der Nase lief, fühlten sich die Leute betrogen. Sie sagten, er habe dies alles mit Absicht so berechnet und habe nie wirklich vorgehabt, auf der anderen Seite anzukommen. Sie wollten ihr Eintrittsgeld zurück. Sie hätten es lieber gesehen, wenn er gestorben wäre. Nach dieser Geschichte kam Evel Knievel auf keinen grünen Zweig mehr. Er zeigte seine Kunststückchen nur noch auf zweitrangigen Veranstaltungen.
Klar ist: Stuntmen wie Evel Knievel sind furchtloser als andere Menschen. Trotzdem sind sie nicht lebensmüde. Sie versuchen es zumindest, ihre Stunts so zu drehen, dass sie im schlimmsten Fall mit ein paar gebrochenen Knochen davonkommen. Was sagt Evel Knievel über Angst? "Die meisten Menschen behaupten, ich hätte keine Angst vor meinen Sprüngen gehabt. Das ist Quatsch. Ich brauchte vor jedem Sprung einen Schuss Wild Turkey Whisky. Ich hatte jedes Mal diesen Knoten im Bauch und einen Kloß im Hals. Und ich liebte dieses Gefühl. Angst ist das 98-Oktan-Benzin für den Überlebenserfolg. Du musst wissen, wie du damit umgehst, wie du dich absicherst. Wenn du dein Leben riskieren willst, brauchst du Angst."
Aber haben Stuntmen, Tieftaucher, Extrembergsteiger, Survivalkünstler, Skysurfer oder Fremdenlegionäre wirklich keine Angst? Kein Mensch ist ohne Angst - die Ängste dieser wagemutigen Menschen liegen woanders. Es stellt sich wirklich die Frage, warum Menschen in eiskalte, nasse Höhlen kriechen, mit Haien schwimmen, mit Klapperschlangen schlafen, den Salto mortale ohne Netz versuchen, auf acht Meter hohen Wellen surfen und sich in einem Fass die Niagarafälle hinunterstürzen. Sie könnten doch stattdessen lieber bei schönem Wetter im lauwarmen Meer planschen oder sich ein eiskaltes Bier genehmigen.
Welche Motivation haben Menschen, sich derart in Gefahr zu begeben?
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