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Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. SZ-Bibliothek Band 13
 
 
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Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. SZ-Bibliothek Band 13 [Gebundene Ausgabe]

Peter Handke
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (12. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793143
  • ISBN-13: 978-3937793146
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

Ein Mord geschieht, der Täter reist in ein Dorf an der Grenze, seine Entdeckung durch die Polizei steht bevor. Es ist der Fall des ehemaligen Tormanns Josef Bloch.

Über den Autor

Peter Handke, geb. 1942 in Griffen/Kärnten. Nach seiner Kindheit, die er im Berliner Ostsektor und in Griffen verlebte, studierte er in Graz Jura. 1965 brach er nach der Veröffentlichung seines ersten Romans sein Studium ab und arbeitet seither als freiberuflicher Schriftsteller. Er lebte zunächst in Graz, dann in Düsseldorf und Berlin, Paris, Kronberg im Taunus, in den USA und ab 1979 längere Zeit in Salzburg. Zur Zeit wohnt er in Chaville in Frankreich. 1973 wurde Peter Handke mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und 2007 erhielt er den Berliner Heinrich-Heine-Preis, 2008 den Thomas-Mann-Literaturpreis, 2009 wurde er mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet.


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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kein Buch für nebenbei, 19. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. SZ-Bibliothek Band 13 (Gebundene Ausgabe)
Handke Peter
Die Angst des Torwarts beim Elfmeter Erzählung
Süddeutsche Zeitung Bibliothek, 20004, 106 Seiten
Nur weil der Polier vom Essen aufschaut, glaubt Josef Bloch, früher ein bekannter Torwart, sich entlassen und verlässt seine Arbeitsstelle. Ziellos wandert er durch Wien, nächtigt in einem Hotel und besucht ein Kino, dessen Kassiererin er nach einer Liebesnacht erwürgt. Mit dem Bus fährt er in einen Ort an der Grenze, führt Gespräche mit einer ehemaligen Freundin, mit zahlreichen Dorfbewohnern, prügelt sich grundlos und entdeckt die Leiche eines ertrunkenen, taubstummen Jungen, ohne es zu melden. In der Zeitung liest er seinen eigenen Steckbrief und beobachtet abschließend einen Torwart, der einen Strafstoß hält, indem er einfach stehen bleibt. Soweit der Inhalt.
Im Ablauf des Romans treten bei Bloch immer häufiger Wahrnehmungsstörungen auf. Er ist dann unfähig Gegenstände, seinen eigenen Körper, Personen, deren Aussagen oder zeitliche Abläufe als Ganzes zu sehen und ihre Bedeutung zu erfassen. Er fixiert sich vielmehr auf deren Einzelteile, aus denen er wieder eine anders geartetes, stets auf ihn selbst bezogenes Ganzes entwickelt, das aber nicht mehr der ursprünglichen Bedeutung entspricht. (Medizinisch gesehen macht er also nicht nachvollziehbare Gedankensprünge - ein Leitsymptom der Schizophrenie). Aus jeder Einzelheit seiner von Handke akribisch geschilderten Umgebung, etwa aus Handbewegungen einer Person oder der Anordnung auf dem Tisch liegender Kekse, konstruiert Bloch qualvolle Anspielungen auf seine Person oder ihm gestellte Fallen. Sie lösen Gefühle in ihm aus und zwingen ihn zu für andere nicht nachvollziehbaren Handlungen. Umgekehrt bemängelt er, dass andere Menschen ihn nicht verstehen und seine kompliziert gedachten Aussagen nur einfach wörtlich nehmen. Zuletzt denkt er zeitweilig in Bildern. Schon früher, als Tormann, war er bei dem aussichtslosen Versuch gescheitert die Gedanken des Elfmeterschützen zu erfassen.
Kein Buch für nebenbei. Ein interessanter, literarischer Versuch, die nichtnachvollziehbare Gedankenwelt des Schizophrenen nachzuvollziehen. Kurze Sätze erleichtern das Nachdenken, die Beschränkung auf 106 Seiten verhindert bei geringem Handlungsumfang das Aufkommen von Langeweile, wie auch der gekonnte Einsatz der Stilmittel für Abwechslung sorgt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ungeordnete Gedankenwelt, 7. August 2006
Wer ein Buch über Fußball erwartet, der liegt hier falsch. Handkes Erzählung handelt von einem Monteur, der früher ein bekannter Tormann gewesen war. Das Fußballwissen blitzt nur an wenigen Stellen auf, etwa wenn der Erzähler über Bloch berichtet, dass dieser ein schlechter Flutlichttormann war.

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, der ja dem Stürmer eigentlich überlegen ist, weil er nichts zu verlieren hat, ist doch die Angst, dass der Schütze in seine ungeliebte Ecke schießt, weil er weiß, dass der Tormann seine Lieblingsecke kennt. Dieses grüblerische Spiel, das man bis zur Unendlichkeit treiben kann, gehört zu Blochs Dasein dazu, jedoch auf allen Ebenen. Er missversteht seine Umwelt, er steigert sich in Kleinigkeiten hinein und er vermag seine Handlungen nur schwer zu kontrollieren.

Bloch erinnert in seiner Weltwahrnehmung Büchners Lenz und sicherlich plagt beide auch eine ähnliche Krankheit. Es gelingt ihnen nicht, sich normal, das heißt für sie unauffällig, in der Welt einzuordnen. Bloch gelingt so gut wie nichts. Er sucht einerseits nach Verständnis, andererseits nach körperlicher Gewalt, er fordert sie geradzu heraus. Wonach er nicht sucht, ist Hilfe, sein bürgerliches Leben zurückzugewinnen.

Wie gesagt, selten ist Bloch durch seine verstörte Weltwahrnehmung und sein bizarres Verhalten gegenüber anderen in seinem Tun erfolgreich, doch als er wortlos der Kassiererin folgt, lässt sie sich auf ihn ein. Sollte Handke hier ganz nebenbei aufgedeckt haben, dass gerade dem Anfang einer Liebe eine Prise Schizophrenie nicht schaden kann?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein verblüffendes Buch, 22. März 2002
Von Ein Kunde
Peter Handke ist mit diesem Werk wieder einmal ein kleiner Geniestreich gelungen.
Schon von der ersten Seite an ist man vom total untypischen Helden Bloch (wahrscheinlich psychisch krank) gefesselt. Seitenlange Gedankenbeschreibungen gewähren immer wieder Einblicke in die verwirrte Welt Blochs. Manchmal ist es geradezu komisch, wie unbeholfen er reagiert und wie er alles missversteht.
Vielleicht werden manche ein wenig Handlung vermissen, aber die Sprache macht alles wieder wett.
Für Handke-Fans ein absolutes Muss!
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