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Angriff auf die Vernunft
 
 
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Angriff auf die Vernunft [Gebundene Ausgabe]

Al Gore , Friedrich Pflüger
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dieses Buch zeigt einen feurigen, Bedenklichkeiten in den Wind schlagenden Al Gore, der sich vorgenommen hat, das volle Risiko einzugehen mit einem schonungslosen Urteil über die Bush-Administration und den Zustand der demokratischen Willensbildung in Amerika in diesem ‚schicksalhaft kritischen Augenblick’ der Geschichte.« (Michiko Kakutani, New York Times )

"Eine erschütternde Bestandsaufnahme des Zustandes der Demokratie in den Vereinigten Staaten." (dpa )

"Dieses Buch ist ein Dokument des Desasters. Sprachlos liest man [Gores] Schilderungen. 'Angriff auf die Vernunft' ist eine wohltuende und willkommene Philippika für alle, die die europäische Idee Amerikas lieben und die derzeitige US-Regierung verachten." (Die Zeit )

Kurzbeschreibung

Al Gores zweite „Unbequeme Wahrheit“: Nach der Klimakatastrophe droht die Katastrophe für die Demokratie.

Unsere Demokratie ist in Gefahr! Al Gores schonungslose Abrechnung mit den Medien, fundamentalistischen Angstmachern und manipulierten Wahrheiten.

Al Gores Erfolg und Popularität stehen für die Rückkehr von Glaubwürdigkeit, sozialer und ökologischer Vernunft in die amerikanische Politik. Mit seinem neuen Buch zeigt der ehemalige Vizepräsident der Clinton-Regierung, dass er mehr ist als die „grüne Hoffnung“ der USA . Neben dem Klimawandel droht der Welt eine zweite, nicht minder gefährliche Katastrophe: die allmähliche Selbstauflösung der Demokratie, die Erosion ihrer fundamentalen Werte und ihrer Verankerung im Volk. Leidenschaftlich und doch geprägt von einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft vernünftiger Argumente, benennt Gore die größten Gefahren: eine Politik der Angst, die die Vernunft schrittweise zurückdrängt, ungezügelte Medien-Manipulation und die unheilige Allianz von Macht und Geld. Seine bestechend klaren kritischen Analysen werden zur Generalabrechnung mit der Ära Bush und ihren verhängnisvollen Fehlentwicklungen, sei es bei der Terrorbekämpfung, beim Sozialabbau, bei der Organisation amerikanischer Wahlkämpfe oder beim Vormarsch des christlichen Fundamentalismus.

Ein machtvoller Impuls für die Rückkehr von Glaubwürdigkeit, sozialer und ökologischer Vernunft in die Politik.

Klappentext

»Dieses Buch zeigt einen feurigen, Bedenklichkeiten in den Wind schlagenden Al Gore, der sich vorgenommen hat, das volle Risiko einzugehen mit einem schonungslosen Urteil über die Bush-Administration und den Zustand der demokratischen Willensbildung in Amerika in diesem 'schicksalhaft kritischen Augenblick' der Geschichte.«
Michiko Kakutani, New York Times

"Eine erschütternde Bestandsaufnahme des Zustandes der Demokratie in den Vereinigten Staaten."
dpa

"Dieses Buch ist ein Dokument des Desasters. Sprachlos liest man [Gores] Schilderungen. 'Angriff auf die Vernunft' ist eine wohltuende und willkommene Philippika für alle, die die europäische Idee Amerikas lieben und die derzeitige US-Regierung verachten."
Die Zeit

Über den Autor

Al Gore war acht Jahre unter Bill Clinton Vizepräsident der USA. 2000 verlor er nur knapp und unter bis heute umstrittenen Umständen die Präsidentschaftswahlen gegen George W. Bush. Er ist als Direktor und Berater u. a. tätig für Google, Apple Computer, für den Satellitensender Current TV und für Generation Investment Management, ein Unternehmen für nachhaltiges, umweltverträgliches Investment. 2007 wurde Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen im Irak erhob sich im Senat der dienstälteste Senator Robert Byrd aus West Virginia und sagte: »Es ist so gut wie still in dieser Kammer - eine rätselhafte, ungeheuerliche Stille. Wir führen keine Debatte, wir diskutieren nicht, und niemand macht auch nur den Versuch, der Nation die Vor- und Nachteile dieses Krieges darzulegen. Nichts von alldem. Der Senat der Vereinigen Staaten ist untätig und schweigt.«
Warum hat der Senat geschwiegen?
Durch seine Beschreibung der leeren Ränge der Senatskammer beschwor Byrd eine Frage herauf, die sich so oder ähnlich inzwischen Millionen von Amerikanern gestellt haben: »Warum spielen Vernunft, Logik und Wahrheit bei wichtigen Entscheidungen der amerikanischen Politik offenbar nur noch eine ganz untergeordnete Rolle?«
Der Einfluss gezielter Falschinformationen und Unwahrheiten auf den politischen Prozess hat ein bislang nicht vorstellbares Ausmaß erreicht, und das, obwohl die Behauptungen der Regierung Bush durch zahlreiche Beweise einwandfrei widerlegt sind.
Eine große und rasch wachsende Zahl von Amerikanern stellt offen die Frage: »Was ist mit diesem Land passiert?« Immer mehr Menschen versuchen zu verstehen, was genau in unserer Demokratie im Argen liegt und wie es behoben werden kann.
Beginnen wir mit einem besonders erschreckenden Beispiel: Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte hat die Regierung die Anwendung von Folter bei Kriegsgefangenen nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert. Dies steht eindeutig im Widerspruch zu einer von George Washington während des Unabhängigkeitskrieges erlassenen Bestimmung.
Wer jedoch die Schuld für diese Fehlentwicklungen nur bei den Entscheidungen von Präsident George W. Bush sucht, macht es sich zu leicht und handelt voreingenommen. Für die Politik unseres Landes sind wir alle verantwortlich - zu diesem Zweck haben wir unseren Kongress, unsere unabhängige Rechtsprechung und eine fein austarierte Balance der Macht zwischen Exekutive, Legislative und Judikative. Wir leben in einem Rechtsstaat mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung und unabhängigen Medien. Hat dieses System versagt?
In der Zeit unmittelbar nach dem Wirbelsturm Katrina gab es in unserer öffentlichen Debatte ein kurzes Aufflackern klarer und konzentriert vorgebrachter Argumente, das viele Amerikaner, auch Journalisten, an Zeiten erinnerte, als diese Qualitäten zum öffentlichen Meinungsaustausch über Probleme und ihre Lösung selbstverständlich waren. Der Augenblick zog jedoch vorbei wie ein Sommergewitter.
Das ist nicht immer so gewesen. Warum ist der Meinungsaustausch in Amerika heute so verworren und unpräzise, so wenig von Vernunft bestimmt? Vertrauen in die Vernunft - der Glaube, dass sich freie Bürger klug und gerecht selbst regieren können, wenn sie sich bei der Entscheidungsfindung rationalen Argumenten und den besten verfügbaren Informationen beugen anstelle von roher Gewalt - das war und ist die geistige Grundlage der amerikanischen Demokratie. Diese Grundlage wird nun attackiert.
Wir alle neigen dazu, die Vergangenheit zu verklären, und auch in der Geschichte der amerikanischen Demokratie hat es niemals jenes »Goldene Zeitalter« gegeben, in dem allein die Vernunft herrschte und politische Entscheidungen bar jeglicher Täuschung und Volksverführung getroffen wurden. Aber trotz aller Unzulänglichkeiten in der Vergangenheit war Amerika doch im Großen und Ganzen bestrebt, Wahrheit und Vernunft zu respektieren. Der bedeutendste Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln, sagte 1838 zu einer Zeit, als er und der Staat noch jung waren: »Alles, was dieses Land für seinen künftigen Unterhalt und seine Wehrhaftigkeit an Grundlagen benötigt, muss die Vernunft hervorbringen - die kühle, berechnende, leidenschaftslose Vernunft. Mögen aus diesen Grundlagen allgemeiner Verstand erwachsen, feste moralische Grundsätze und insbesondere die Achtung der Verfassung und Gesetze.«
Tatsächlich jedoch wird die amerikanische Demokratie bedroht - nicht von einer bestimmten Ideologie oder Weltanschauung, sondern durch unvorhergesehene Veränderungen des Umfelds, in dem Ideen entstehen und aufblühen oder welken und absterben. Dieses Umfeld ist kein Gebiet im geografischen Sinn, sondern der öffentliche Raum: der Marktplatz der Ideen.
Die öffentliche Debatte in Amerika ist inzwischen so befremdlich geworden, dass es einfach nicht mehr ignoriert werden kann. Etwas läuft völlig aus der Bahn, und ich weiß, dass ich mit dieser Einschätzung nicht allein stehe. Als im Jahr 2001 Umfragen zufolge drei Viertel der Amerikaner glaubten, Saddam Hussein sei für die Anschläge vom 11. September verantwortlich, hielt ich das noch für eine vorübergehende Anomalie. Inzwischen sind aber fast fünf Jahre vergangen, und noch immer ist fast die Hälfte der Amerikaner von Saddams Beteiligung an den Anschlägen überzeugt.
Zuerst hielt ich auch die erschöpfende und pausenlose Berichterstattung über den Prozess gegen O.J. Simpson für eine ärgerliche, aber doch einmalige Maßlosigkeit - ein vorübergehender Mangel an gesundem Menschenverstand und Fingerspitzengefühl der Programmdirektoren des Fernsehens. Inzwischen ist deutlich geworden, dass es sich dabei nur um ein frühes Beispiel für eine neue, permanente Obsession handelte, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen alle Fernsehkanäle verstopft, und das häufig für Wochen.
Im Spätsommer 2006 wurde in den amerikanischen Nachrichten praktisch nur noch über das seltsame, falsche Geständnis von John Mark Kerr berichtet, der vorgab, beim Tod von Jon Benet Ramsey zugegen gewesen zu sein. Die unaufgeklärte Ermordung der sechsjährigen Schönheitskönigin hatte schon elf Jahre zuvor einen Medienzirkus ausgelöst. Einige Monate vor der Festnahme Kerrs in Bangkok hatte das Verschwinden einer Highschool-Schülerin in Aruba, die Suche nach ihrer Leiche und ihre mutmaßliche Ermordung Tausende Stunden Sendezeit im Fernsehen belegt. Beide Fälle konnten bislang nicht aufgeklärt werden, und keiner von beiden war für die Belange der Republik von Bedeutung.
Wie Jon Benet Ramsey hat sich kürzlich auch O.J. wieder ins Rampenlicht des krankhaften Medienwahns gedrängt, als sein spekulatives Nicht-Geständnis (Titel des unveröffentlichten Buches: »If I did it.« A. d. Ü.) nicht veröffentlicht und sein Fernsehinterview nicht ausgestrahlt wurde. Die Berichterstattung über dieses »Ereignis« wurde nur unterbrochen, als sich ein ehemaliger Sitcom-Star in einer Comedy-Show zu rassistischen Pöbeleien hinreißen ließ. Davor konzentrierte sich das Medieninteresse auf die »entlaufene Braut« Jennifer Wilbanks aus Georgia. Und davor war es der Prozess gegen Michael Jackson, und der gegen den Schauspieler Robert Blake, die Ermordung der schwangeren Laci Peterson und der Praktikantin Chandra Levi. Wir dürfen natürlich Britney nicht vergessen und K-Fed und Lindsay und Paris und Nicole. Tom Cruise ist bei Oprah Winfrey aufs Sofa gehopst, hat Katie Holmes geheiratet, die Suri zur Welt gebracht hat. Und Russell Crowe soll ein Telefon nach einem Hotelportier geworfen haben.
Anfang 2007 hatten wir die flächendeckende Berichterstattung über Anna Nicole Smiths Tod, Einbalsamierung, die Vorbereitung der Beisetzung, das Gerangel um Vaterschaft und Sorgerecht ihres Kindes sowie um ihren Nachlass - auch dies ein bezeichnendes Beispiel für die neuen Prioritäten der amerikanischen Nachrichtenredaktionen.
Während nun die amerikanischen Fernsehzuschauer Woche für Woche Zigmillionen Stunden ihrer Lebenszeit solchen Sensationsgeschichten widmeten, fielen in diesem Land richtungsweisende Entscheidungen über Krieg und Frieden, zur globalen Erwärmung und zum Überleben der Menschheit, über Freiheit und Barbarei, über Gerechtigkeit und Fairness - Entscheidungen, die von künftigen Historikern als katastrophale Fehler bewertet werden dürften.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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