In einem sehr sachlichen und nüchternen Stil (kein Hauch von altlinker Rhetorik) und auf ausführlichen Recherchen fundiert präsentiert „Angriff auf die Freiheit" eine Reihe kritischer Stimme aus aller Welt rund um die Anschläge des 11.09.2001 und dem (damals) bevorstehenden Krieg gegen Afghanistan. Alle teilen ihre uneingeschränkte Verurteilung der Anschläge, verneinen aber zugleich den Sinn und die Notwendigkeit eines Krieges gegen Afghanistan. Da die Anschläge den Tatbestand eines „Verbrechens gegen die Menschheit" erfüllen, gehören sie vor den Internationalen Gerichtshof (den die USA nicht anerkennt ...).
Durch die Lektüre dieses Buches erfährt man sehr viel über die Geschichte Afghanistans und über die Verwicklung der USA in diese Geschichte seit 1979. Den Aufbau und Finanzierung der Koranschulen in Pakistan (in denen der Taliban ausgebildet wurde), den Aufbau und die militärische Unterstützung der Mudshahedin, die gegen die Russen kämpften und die Benutzung des Dschihad, des Heiligen Krieges, als Gleichsetzung des Krieges des Islam (unterstützt von den USA) gegen die damalige UdSSR. Die Verbindung der USA zum Taliban währte bis Sommer 2001, als die USA $ 43 Mill. Hilfe gewährte im Kampf gegen den Opiumanbau. (seitdem der Taliban nicht mehr in Afghanistan herrscht floriert wieder der dortige Opium- und Heroinanbau...)
Insbesondere die Einleitung von Wolfgang Haug ist sehr lesenswert. Ebenso auch die Artikel von Noam Chomsky, Arundhati Roy und Martin A. Lee.
Insgesamt ist dieses Buch, das bereits 2001 erschien, ein Muß für jeden denkenden Menschen. Denn es bietet sehr viel Informationen und Hintergrundwissen und regt zum Denken und Nachdenken an. Und das ist sehr, sehr viel heute.
Gerade jetzt, da ein neuer Krieg gegen den Irak ins Haus steht, sollte man dieses Buch lesen!