Einige Jahre sind seit den in "Erweckung" geschilderten Ereignissen vergangen. Rasalom, die böse Macht, die in Form des ungeborenen Kindes von Jim Stevens auf seine Frau übertragen wurde, die wiederum nach dem Tod Stevens untergetaucht ist, bereitet nun den Untergang der Welt vor. Glaeken, der damalige Gegenspieler Rasaloms lebt als alter Mann unter seinem Pseudonym Gaston Veilleur. Und der Priester Billy Ryan, dem es fast gelungen wäre, Rasalom zu besiegen, hat sich nach schweren Schicksalsschlägen, die erst nach und nach im Teil 2 mittels Rückblenden aufgedeckt werden, als Will Ryerson auf einem Unicampus als Gärtner anstellen lassen. Seine beste Freundin ist die Dozentin und Mauerblümchen Lisl, die als einzige sein Vertrauen gewinnen kann, die aber trotzdem nichts von seiner Vergangenheit weiß.
Als Lisl den jungen Studenten Rafe kennen lernt und von dessen Charme in den Bann gezogen wird, ahnt niemand, dass der Rachefeldzug Rasaloms gegen Billy auf einen neuen Höhepunkt hinsteuert. Und selbst als sich Billy die Intrige durchschaut und sich mit Veilleur und dem Polizisten Renny verbündet, zeigt sich, dass Rasalom unglaublich mächtig geworden ist und der Untergang der Menschheit unausweichlich zu sein scheint.
Was hier durchaus verworren und ziemlich abgefahren klingt, ist für die Fans von F. Paul Wilson und seinem sogenannten Adversary-Zyklus der lang ersehnte Folgeteil zu "Erweckung". Ich gestehe, dass es eigentlich nur zwei Leserlager gibt: diejenigen, die nichts mit seinen Erzählungen, die zwischen Mystik, Thriller und Horror angesiedelt sind, anfangen können... und jene (wie ich), die von seinen geschichten und seiner Erzählweise vollkommen in den Bann gezogen werden.
"Der Angriff" ist ein klassisches Übergangsbuch einer Trilogie - in Teil 1 wurde Spannung aufgebaut und die wichtigsten Personen 'in Stellung gebracht'. Teil 2 ist mehr oder weniger die Vorbereitung auf den großen Showdown, der uns in Teil 3 "Nightworld" mit Handyman Jack (! - erste Andeutungen werden in "Angriff" schon gemacht) erwartet - die Übermacht des Bösen wird offensichtlich, aber auch der Widerstand formiert sich, allen schicksalsschlägen zum Trotze. "Angriff" beginnt ungewöhnlich harmlos und das "Grauen" schleicht sich erst so nach und nach ein. Andeutungen lassen vermuten, welch Schicksalsschläge der Priester Billy zu verkraften hatten und erst in der Mitte des Buches lüftet Wilson das geheimnis dieser Schicksalsschläge und deckt die Identitäten, in die rasalom geschlüpft ist, auf. Was dann folgt, ist Wilson at his Best. Und wieder ist die Tatsache, dass es auf Teil 3, "Nightworld", der aber offensichtlich noch in diesem Herbst erscheinen soll, zu warten gilt, das einzige Manko an diesem Roman.
Es bleibt jede Menge Spannung und die Erwartung auf den großen Show Down zwischen Rasalom auf der Einen und der kleinen Zahl an Widersachern und Vertreter der Menschheit auf der anderen Seite.
Wie eingangs schon geschrieben - Wilson spaltet die Leserschaft. Aber für mich ist auch der zweite Teil seiner Rasalom-Trilogie uneingeschränkt 5 Sterne wert.