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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessant - aber teilweise Hirn-los", 16. April 2007
Wolfgang Hirns zweites Buch Angriff aus Asien" liefert - im Gegensatz zu seinem ersten Buch, das sich hauptsächlich mit China befasste, eine etwas umfassendere, globalpolitische Darstellung der aufstrebenden Mächte: Brasilien, Russland, Indien und China (kurz BRIC). Der Grundtenor seines Buches lautet dabei (sinngemäß): Die BRIC-Länder werden an Macht und Einfluss gewinnen, das wird die alten Mächte (EU und USA) in welcher Weise auch immer beeinflussen.".
Hirns Versuch, die Umverteilung von wirtschaftlichem, politischem, militärischem und gesellschaftlichem Gewicht zu Gunsten der BRIC-Länder zu erörtern ist jedoch - gemessen an seinem ersten Buch - ungewöhnlich kritikwürdig. Im Folgenden nun die positiven und negativen Gesichtspunkte:
* Der Grundtenor seines Buches (s.o.) ist grundsätzlich richtig, aber auch mittlerweile auch nicht mehr unbekannt.
* Hirn macht insgesamt den Fehler die BRIC-Länder als äußerst dynamisch (also als sich positiv entwickelnd) zu betrachten, die Alten Mächte" aber als völlig statisch (also ohne jede Entwicklung) in seiner Darstellung zu präsentieren. Es ist zwar richtig, dass die USA und Europa derzeit, verglichen mit China, eine nicht so positive wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen haben, dennoch werden auch sie sich weiter entwickeln und verändern.
* Infolge dessen sieht Hirn die Zukunft von Europa und den USA wesentlich katastrophaler als dies der Fall sein dürfte. Er beschreibt (möglicherweise unbewusst) den Worst-Case (=schlimmsten möglichen Fall), jedoch - und das ist in diesem Fall fatal - ohne dies zu erwähnen.
* Bei seinen Betrachtungen (insbesondere im Bezug auf Rohstoffe) bezieht Hirn mögliche positive Entwickelungen bei den Erneuerbaren Energien nicht mit ein. Er geht permanent davon aus, dass unsere Abhängigkeit von Gas und Öl ungemildert bestehen bleiben wird, was jedoch langfristig unwahrscheinlich, ja unmöglich ist (auch hier: statisch, worst-case). Dem entsprechend spinnt Hirn sich Konfliktsituationen zusammen, die jedoch relativ unwahrscheinlich sind.
* Auch sind seine Zukunftseinschätzungen im Bezug auf Europa reichlich undifferenziert: Es wäre möglich, dass Europa an politischem Einfluss in der Welt gewinnt, wenn es sich politisch nach außen hin eint. Für Hirn ist das nicht möglich!
* Hirn greift zu oft zur Behauptungskelle" - sprich: er verbreitet Halbwahrheiten wie etwa: ...durch den Eintritt Chinas und Indiens steht dem globalen Arbeitsmarkt die unvorstellbare Zahl von rund drei Milliarden neuen Arbeitskräften zur Verfügung." (Seite 218). Wie Hirn schon selbst sagt: unvorstellbar" denn diese Angabe ist schlicht und einfach FALSCH, auch wenn die Kernaussage (etwa: viele asiatische Arbeitskräfte machen den Europäischen und Amerikanischen Konkurrenz) bestehen bleibt. Die Rechnung: Indien hat derzeit knapp 1,1 Mrd. Einwohner, China etwa 1,3 Mrd. Macht etwa 2,4 Mrd. Menschen. Das sind schon weit weniger als 3 Mrd. Nun sind aber auch nicht alle Inder und Chinesen Arbeitskräfte, Kinder, Alte und Arbeitsunfähige (und das sind insgesamt nicht wenige!) sind davon noch abzuziehen.
* Hirn schmückt sein Buch mit Passagen aus, in denen er uns über die unglaubliche Population von Sudoku, Chinarestaurants und Ayurveda in Europa und den USA aufklärt. Das ist etwa genauso Witzlos wie dem Papst die 10 Gebote zu erklären...
* Stattdessen spart er an falscher (nämlich an der interessanten) Stelle: Auf den letzten zwei Seiten umreist er dann doch noch grob, was der Westen tun kann (dass der Westen laut Hirn überhaupt noch etwas tun kann, ist in Anbetracht der vorhergegangenen 280 Seiten voller Schwarzmalerei äußerst überraschend!), doch verpasst er hier die einmalige Gelegenheit seine Ideen genau auszuführen und zur Diskussion zu stellen, auf zwei Seiten geht das nun mal nicht!
Nichts desto weniger bleiben weite Teile des Buchs interessant und aufschlussreich, es sollte aber kritisch unter Beachtung der oben genannten Prämissen gelesen werden. Wer sich in der Thematik bereits auskennt, wird jedoch wenig Freude haben, Hirn stellt nur dar, denkt nicht weiter, ist nicht visionär und folgert nichts Neues aus dem Bekanntem. (anders als mit seinem ersten Buch) kommt er mit seiner ausführlichen Informationsveranstaltung" nicht über das Niveau seiner Standart-Asien-Experten-Kolegen hinaus. 3 Sterne!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Willkommen im asiatischen Jahrhundert!, 25. April 2007
Wolfgang Hirn ist einmal um die Welt geflogen, um die Thesen seines Buches vor Ort zu überprüfen: Er war in der Machtzentrale der russischen Gazprom, traf sich mit Adidas-Vorständen in Hongkong, diskutierte über Orangensaftkonzentrat und Zuckersilos in Brasilien und steckte mehrere Stunden in indischen Staus. In angenehm kleinen Kapiteln mit vielen lesefreundlichen Zwischenüberschriften erklärt Hirn, warum er vom Niedergang des Westens und vom Aufstieg Asiens bzw. der so genannten BRIC-Nationen (Brasilien, Russland, Indien, China) überzeugt ist. Leider bleibt es größtenteils beim Schwarzmalen und Warnen. Andererseits muss man sich natürlich fragen: Was kann man schon tun, wenn die heimische Wirtschaft aufgrund verlockender Profite ihre Produktion nach Fernost verlagert? Woran liegt es, dass in Westeuropa und den USA einerseits händeringend nach Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gesucht wird und andererseits hochklassige Spezialisten ihre Jobs schon nach Indien und China abwandern sehen? Hirns Buch ist informativ, teilweise etwas redundant, aber gut geschrieben. Und es macht Angst es sei denn, man ist Chinese oder Inder. Wir empfehlen es allen Lesern, die sich für die Zukunft der Weltwirtschaft und damit für ihre eigene Zukunft interessieren.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wahr aber wertlos....., 21. März 2007
In erschöpfendem Pessimisums versunken, versteht es der Autor glänzend
ein Bild unserer Zukunft zu zeichnen das uns dekandenten Europäern nur noch den Weg des Niedergangs und des Verfalls übrig lässt,während die
straff geführten Asiaten die Weltherrschaft an sich reissen werden.
Nun gut das weis man schon seit 20 Jahren. Was also will uns der Autor mit diesem Werk mitteilen ? Ein paar der aufwendig rescherchierten Facts gefällig ?
Asiaten sind billiger bei gleicher Ausbildung, o.k.!
Westliche Unternehmen expandieren gen Osten und lassen ein marodes System zurück! Stimmt.
Der Westen überaltert und die sozialen System werden zusammenbrechen! Nix neues.
Die Bildungspolitik hat versagt! Ach ?
Die Erzieher der jungen Generation haben versagt! Tatsächlich ?
Alle Hochkulturen kommen und gehen und jetzt sind wir dran zu gehen. WOW!
Es wird der Finger in jede Wunde gelegt die jedem halbwegs interessierten längst bekannt ist.Ohne freilich einen Lösungsansatz für die Misere zu bieten, was das Werk zu einem wirklich interessanten hätte werden lassen können. Aber der Autor belässt es beim großen Jammern und macht sich schon auf Seite 14 von allen schöpferischen Zwängen frei mit den Worten,Zitat:" Dieses Buch bietet keinen grandiosen Entwurf für Gegenstrategien,weil es meiner Meinung nach - ausser einer selbstmörderischen Abschottungspolitik - keine gibt." Na toll. Das lieber Herr Hirn hätte jeder gekonnt,auch ohne nur ein einzigen mal in China gewesen zu sein. Zusammengefasst ist das Buch eine Sammlung der Probleme die die Globalisierung nunmal aufwirft und deren unabdingbare Folgen man in der Presse täglich mitverfolgen kann.
Das Buch hat keinen erkenntbaren Wert für mich. Es ist AUSSCHLIESSLICH negativ. Und dabei rüttelt es nicht mal auf. Es scheint geradezu zur Lethargie auffordern zu wollen,sich dem Unausweichlichen mit Würde zu fügen. Ohne mich Herr Hirn !
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