Gibt es ein trostloseres Buch als dieses? Mailen Sie mir und sagen Sie mir doch, welches.
Ich habe das Buch erst Jahre, nachdem ich den Film gesehen hatte, gelesen. Schon der Film hat bei mir großes Unbehagen ausgelöst. Es ist ein unvorstellbares Elend, in dem Frank McCourt aufgewachsen ist.
Angela lernt ihren Mann Malachy in New York kennen, der erste Abend endet mit einem "Knee-Trembler" an einer Mauer und der Zeugung von Frank McCourt. Mehr Kinder werden geboren. Der Vater bringt durch Gelegenheitsjobs ab und an ein paar Cent nach Hause, meistens vertrinkt er das Geld jedoch am Zahltag. Die Geschwister wachsen völlig verwahrlost auf, werden mit Zuckerwasser ernährt, wenn nicht gutmeinende Nachbarn Lebensmittel bringen. Der Vater, ein patriotischer Nordire, lässt besoffen die Kleinkinder nachts antreten, um auf das Heil von Nordirland zu singen.
Die Familie kehrt zurück nach Limerick, auch dort lebt die Familie von der Hand in den Mund, der verhasste nordirische Vater hat praktisch keine Möglichkeit, in der Republik Irland Arbeit zu finden.
Während dem zweiten Weltkrieg geht er nach England, um in der Rüstungsindustrie zu arbeiten, was viele Iren getan haben, dort wurde gutes Geld bezahlt, und die Männer konnten ihre zurückgebliebenen Familien mit dem wöchentlichen Scheck sehr gut versorgen. Aber McCourts Familie ist die einzige in der Straße, die samstags vergeblich auf den Scheck wartet, denn auch in England vertrinkt der Vater den Lohn.
Das Leben ist geprägt von Demütigungen, Dreck, Gestank, Hunger, durch Mangelernährung oder Kälte sterbende Geschwister, Wanzen, Ohnmacht, Abhängigkeiten von denen, die ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen, you name it.
Ich habe ab Mitte der 70er Jahre viele Jahre lang immer wieder Irland bereist, damals war das Land für uns Späthippies eine Art Mekka mit seiner Stille, Kargheit, schönen Landschaft und den freundlichen Iren. Ich merke, dass ich nun überhaupt nichts über dieses Land wusste und Romantik meinte gefunden zu haben, wo nun wirklich keine war.
Dieses Buch hat zu Recht den Pulitzerpreis gewonnen, und ich empfehle es jedem Leser.