Matthias Krauß schreibt ein Buch über Angela Merkel aus ostdeutscher Sicht, keine Biografie sondern ein "Annäherungsversuch", ein Versuch diese Frau zu verstehen (für alle Frauenversteher).
Augenfällig ist, dass er sie gegen alle Angriffe unterhalb der Gürtellinie durchweg in Schutz nimmt. Damit wird seine Strategie, mit den im Westen gängigen Mißverständnisse über ihre Bindung zur DDR aufzuräumen umso effektiver. Krauß klärt überzeugend, dass Angela Merkel in der DDR kein Fremdling, keine Wiederständlerin sondern ein braves, zuweilen etwas farbloses Mädchen mit einer schnurgeraden Karriere war. Sie hat eine für DDR-Verhältnisse sehr typische Entwicklung genommen, mit allen üblichen Verneigungen vor der 'Macht der Arbeiterklasse'. Spannend wird es dann, wenn er versucht, zu erklären wie aus der leisen, unscheinbaren Parteiarbeiterin die Budesumweltministerin und dann, nachdem sie Kohl gestürzt und Stoiber auflaufen lassen hat, die Kanzlerkandidatin der CDU wurde. Untersucht werden viele Seiten der Frau, die vielleicht bald Kanzlerin werden wird: Angela und die Männer, Angela und das Christentum und - besonders lesenswert - Angela Merkel und die Westdeutschen.
Wenn Ihr Euch über Angele Merkel kundig machen wollt, könnt Ihr Euch durch irgendeine langweilige Biografie quälen, Ihr könnt aber auch dieses Buch lesen, das Ihr nicht eher aus der Hand legt bis Ihr die letzte Seite durchgelesen habt.