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Was eigentlich als kleiner Ableger der Serie Buffy – Im Bann der Dämonen geplant war, entwickelte sich schnell zum weltweiten Megaerfolg. Angel kommt nach L.A. und führt zusammen mit seinen Freunden aus Sunnydale, Cordelia und Wesley, eine Detektei, die sich auf die besonderen Fälle spezialisiert hat, wie etwa übermenschliche Serienkiller oder Ärzte, die ihre Körperteile abtrennen können, und andere dämonische Gestalten. Angel und seine Freunde haben alle Hände voll zu tun: So muss Angel Flüchtlinge aus einer anderen Dimension retten, Wesley übt sich als Teufelsaustreiber und Cordelia muss mit Entsetzen feststellen, dass sie nach einem One-Night-Stand hochschwanger aufwacht: mit etwas extrem Unnatürlichem in ihrem Bauch. Höllisch gute Unterhaltung garantiert!
Allerdings wurden die Charaktergrundlagen bereits in den ersten drei Jahren von „Buffy“ gelegt. Doch auch ohne Kenntnis der Sunnydale-Eskapaden der Hauptfiguren Angel, Cordelia, Spike und Wesley erschließt sich dem Zuschauer nach und nach das Schicksal aller Protagonisten.
Angel (David Boreanaz), einst ein durch und durch bösartiger Vampir, der wieder beseelt beschlossen hat den Hilflosen zu helfen, eröffnet eine Detektei für paranormale Fälle in Los Angeles. Zu ihm gesellt sich die ehemalige Schönheitskönigin und Highschool-Zicke Cordelia (Charisma Carpenter), die mit ihrer sehr warmherzigen Art und ihrem losen Mundwerk einen erstaunlichen Wandel im weiteren Verlauf der Serie bis hin zur Nemesis von Angel durchmacht. Doyle (Glen Quinn), ein Halbdämon mit seherischer Gabe scheidet nach wenigen Episoden aus der Serie aus. Seine Fähigkeit geht an Cordelia, sein Nachfolger wird Wesley Wyndam-Pryce (Alexis Denisof), ein Ex-Wächter von Buffy, der sich als freier Dämonenjäger dem Angel-Team anschließt. Nach und nach gesellen sich noch Gunn (J.August Richards), der Anführer einer Streetgang, der singende, grüngesichtige Dämon Lorne (Andy Hallett), Fred (Amy Acker), eine aus einer fremden Dimension befreite Bibliothekarin, Conner (Vincent Kartheiser), der entfremdete Sohn von Angel, der in Buffy gefallene und dann wieder auferstandene Vampir Spike (James Marsters), Cordelias vampirisierte Ex-Highschoolfreundin Harmony (Mercedes McNab) und die Göttin Ilyria (ebenfalls Amy Acker) als Hauptdarsteller hinzu.
Auch die Gastauftritte sind nicht zu verachten : Buffy (Sarah Michelle Gellar), ihre Hexenfreundin Willow (Alyson Hannigan), Wehrwolf Oz (Seth Green), die „böse“ Jägerin Faith (Eliza Dushku), Angels Schöpferin Darla (Julie Benz), Spikes Gefährtin Drusilla (Juliet Landau) und selbst „der Meister“ schauen mindestens in einer Episode der Serie vorbei. In diesem Zusammenhang bemerkenswert sind die so genannten „Crossover“, wobei eine Geschichte zumeist bei „Buffy“ begonnen und dann bei „Angel“ beendet oder gar anders interpretiert wird. Bereits in der ersten Season gibt es vier Folgen dieser Art. Ab dem zweiten Jahr beweist „Angel“ jedoch seine Eigenständigkeit und führt die bereits angedeuteten Ereignisse mit vielen überraschenden Wendungen fort. Hauptgegner ist die Anwaltskanzlei Wolfram & Hart, deren Anwälte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben und Angel´s Plan - das Böse von der Erde zu vertreiben - mehrfach durchkreuzen. Mit dem Auftauchen von Darla und Drusilla, der Geburt von Angel´s Sohn Conner und dem Tod von Buffy in der Mutterserie nimmt die Serie noch einmal ordentlich Fahrt auf und überspannt jede einzelne Folge mit einem gewaltigen Handlungsbogen. In der vierten Staffel droht dann entgültig die Apokalypse und die Ereignisse überschlagen sich förmlich, als gleich mehrere Charaktere doppeltes Spiel spielen. In der fünften und letzten Staffel übernehmen Angel und sein Team die L.A.-Filiale von Wolfram & Hart, taucht Spike unerwartet aus dem Reich der Toten wieder auf und die meisten Hauptdarsteller segnen ihrerseits das Zeitliche. Wenn „Angel“ vor allem eines bewiesen hat, dann das kein Hauptdarsteller vor dem Tod sicher ist ! Genau diese Unsicherheit trägt enorm zum Spannungsbogen der Serie bei und entlässt den geneigten Zuschauer mehr als einmal ungläubig in den Abspann einer Episode.
Um wirklich auf alle Eigen- und Besonderheiten der Serie eingehen zu können mangelt es an dieser Stelle leider an Platz. Gewiss helfen die Meinungen anderer Rezensenten zu anderen „Angel“-Box-Sets weiter.
Vielleicht eines noch : Die deutsche Synchronisation lässt zum Ende hin deutlich nach. Ab der vierten Staffel werden zum Teil neue Stimmen verwendet (u.a. für Faith) und wichtige Dialoge werden durch mangelnde Betonung ihrer Wirkung beraubt. Wer einmal die Originalstimmen vernommen hat wird von der deutschen Fassung so ziemlich enttäuscht sein. Ebenfalls kurios : Ein bereits vorhandener Episodentitel wird sogar ein zweites Mal verwendet („Alte Feinde“, Season 1 und 4), ein weiteres Indiz für die hierzulande stiefmütterliche Behandlung der Serie, die kurz vor Ende der dritten Staffel komplett aus dem Programm des Free-TV gekippt wurde.
FAZIT
DVD- und Serienfans, die „Angel“ noch nicht kennen, sollten diese äußerst günstige 6er-DVD-Box mit der ersten Season erwerben und in diese Ausnahmeserie einfach einmal reinschnuppern. Wer danach nicht zum Fan geworden ist, kann sich immer noch nach Alternativen umsehen. Allerdings gibt es derzeit - zumindest meiner Meinung nach - keine bessere Fantasyserie auf dem deutschen Markt. Weder „Charmed“, noch „Xena“ oder „Highlander“ können qualitativ und vor allem inhaltlich mithalten. Allerdings möchte ich auch diesen Serien einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen.
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