Video Jakob Kurzinhalt
Es gibt eine klassische Dramaturgie, da das Leben in der Großstadt heute anders funktioniert, nicht in bewährte Muster zu zwingen ist. So ist jede Szene für sich der Anfang einer möglichen Geschichte und anderseits ein Teil dieser Sinfonie der Großstadtwelt.
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Junge, unangepasste Großstadthelden lassen sich Flipperkugeln gleich durch den Neon-Dschungel Berlins katapultieren. Beispielsweise die Fotografin Iris, die wenig zimperlich nach einem perfekten Titelbild sucht. Oder der skrupellose N.K., der Waffen verschiebt und letztendlich als korrupter Polizist enttarnt wird. Oder der exzentrische Patrick, der sich der Prostituierten Liv als Patrick, nach dem Serienkiller Patrick Bateman aus Bret Easton Ellis' Kult-Roman "American Psycho", vorstellt, was diese aber nicht weiter beeindruckt...
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Parallelen zur Arbeitsweise von John Cassavetes sind beim Regie-Debüt Rolf Peter Kahls beabsichtigt, nennt er diesen doch gerne als Vorbild. Dem Filmemacher dafür aber Selbstzweck zu unterstellen, wäre falsch, denn die nervöse Kameraarbeit Sönke Hansens und die präzisen Personenzeichnungen passen genau zum Sujet. Das größte Plus dieses auf hippe Kids abgestimmten Erstlings ist jedoch, dass er das Lebensgefühl der sich im Umbruch befindlichen Metropole zu vermitteln versteht, wobei der raue Soundtrack eine entscheidende Rolle spielt.
Blickpunkt: Film
Der Moloch Berlin wird im Kino augenblicklich (neu) entdeckt. Während Kutlug Ataman ('Lola und Bilidikid') in die Travestieszene eintaucht und der Potsdamer Andreas Dresen ('Nachtgestalten') in seinem Berlinale-Wettbewerbsbeitrag Short Cuts durch die nächtliche Hauptstadt nimmt, zeigt Rolf Peter Kahl Bilder einer Metropole im Umbruch. Dabei interessieren ihn besonders junge, unangepaßte Großstadthelden, die sich Flipperkugeln gleich durch den Neon-Dschungel katapultieren lassen, immer auf der Suche nach Liebe, Sex, Geld und dem ultimativen Kick. [BR][BR]Kahl - jüngst Darsteller und Produzent von Oskar Roehlers 'Silvester Countdown' -, der auch das Drehbuch verfaßt hat, interessiert sich in seinem Regie-Debüt dabei weniger für eine geradlinige, durchkomponierte Geschichte als für Momentaufnahmen aus dem Leben seiner Figuren. Da ist zum Beispiel die Fotografin Iris von Than, die nach einem perfekten Titelbild sucht und dabei nicht gerade zimperlich vorgeht. Oder N.K., ein skrupelloser Geschäftsmann, der Waffen verschiebt und letztendlich als korrupter Polizist geoutet wird. Oder der exzentrische Patrick, mit brodelnder Energie vom Filmemacher selbst gespielt, der sich der Prostituierten Liv als Patrick wie Patrick Bateman, der Serienkiller aus Bret Easton Ellis' bitterbösem Kult-Roman 'American Psycho', vorstellt, was diese jedoch nicht weiter beeindruckt. Daneben hantiert ein kleiner Junge mit einer großen Pistole, stürzt sich ein Jugendlicher vom Hochhausdach, wird Sex im Fahrstuhl vollzogen und auf der Toilette schnell eine Linie Koks inhaliert.[BR]Rolf Peter Kahl, 1970 in Cottbus geboren, an der Hochschule für Schauspielkunst Berlin und Rostock zum Schauspieler ausgebildet, nennt - sicherlich etwas vollmundig - John Cassavetes als Vorbild. Dennoch sind Parallelen in der Arbeitsweise, etwa die nervöse, direkte Kameraarbeit (Sönke Hansen) und die eindringlichen Personenzeichnungen, durchaus erkennbar. Das größte Plus dieses Erstlings ist jedoch, daß er präzise das derzeitige Lebensgefühl der sich im Umbruch befindlichen, hektischen Millionenstadt Berlin zu vermitteln versteht, wobei der rauhe Soundtrack - darunter Stücke von GENLOG, Lilo S. und Extended Spirit - eine entscheidende Rolle spielt. [BR]Bleibt zu hoffen, daß es dem Verleih Independent Partners gelingt, dieses vom unlängst verstorbenen Luggi Waldleitner co-produzierte, sperrige, nicht dem Mainstream verpflichtete Werk, richtig zu vermarkten und in entsprechenden Kunst- und Szenekinos zu positionieren. Sollte dies nicht gelingen, darf nicht einmal mit einen Achtungs- oder Zufallserfolg gerechnet werden. lasso.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Unterkühlter Großstadt-Reigen mit Figuren, die weniger Liebe als eine Waffe verbindet.
Kurzbeschreibung
Berlin am Ende des Jahrtausends. Technobeats geben den Rhythmus vor, eine Hand voll Menschen treffen und verlieren sich wieder in einer Nacht, die schicksalhaft verbindet, aber niemanden ans Ziel bringt.
Die Prostituierte, der Polizist, die Fotografin, das Model und der Exzentriker - sie alle surfen als Großstadt-Singles von Club zu Club durch die Nacht, auf der Suche nach dem ultimativen Kick, der alles gewinnen und alles zerstören kann. Eine von Hand zu Hand gehende Pistole setzt diesem Lebensgefühl ein gefährlich reales Ultimatum und verbindet die Figuren sowie ihre Geschichten zu einem modernen Reigen in dieser Sinfonie einer Großstadt. Am Ende der Nacht fällt ein Schuss, der wie eine Befreiung sein wird.
Mit Bildern, die sich lange im Kopf festsetzen, einer furiosen Montage und einem Atem beraubenden Soundtrack entwirft Regisseur RP Kahl die reale Vision einer schaurig-schönen Welt, wie sie Ende des letzten Jahrtausends in Berlin anzutreffen war.
Die Prostituierte, der Polizist, die Fotografin, das Model und der Exzentriker - sie alle surfen als Großstadt-Singles von Club zu Club durch die Nacht, auf der Suche nach dem ultimativen Kick, der alles gewinnen und alles zerstören kann. Eine von Hand zu Hand gehende Pistole setzt diesem Lebensgefühl ein gefährlich reales Ultimatum und verbindet die Figuren sowie ihre Geschichten zu einem modernen Reigen in dieser Sinfonie einer Großstadt. Am Ende der Nacht fällt ein Schuss, der wie eine Befreiung sein wird.
Mit Bildern, die sich lange im Kopf festsetzen, einer furiosen Montage und einem Atem beraubenden Soundtrack entwirft Regisseur RP Kahl die reale Vision einer schaurig-schönen Welt, wie sie Ende des letzten Jahrtausends in Berlin anzutreffen war.