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Am Anfang war Erziehung
 
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Am Anfang war Erziehung [Taschenbuch]

Alice Miller
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 322 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 24 (26. April 1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518374516
  • ISBN-13: 978-3518374511
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.745 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alice Miller
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Am Anfang war Erziehung
OA 1980 Form Sachbuch Bereich Psychologie
Alice Miller unternimmt mit Am Anfang war Erziehung den Versuch, die Öffentlichkeit für das frühkindliche Leiden zu sensibilisieren. Die Psychoanalytikerin wurde dadurch zur Missionarin einer Kindheit ohne Gewalt.
Entstehung: Am Anfang war Erziehung ist die öffentliche Antwort der Autorin auf die zahlreichen Leserbriefe, die sie zu ihrem ersten Buch Das Drama des begabten Kindes (1979) erreichten. Miller hoffte, durch das neue, ausführlichere Buch einen Teil der Fragen beantworten zu können, die ihr von Kollegen und von Betroffenen gestellt wurden.
Inhalt: Im ersten Teil des Buches Am Anfang war Erziehung stellt Miller die »schwarze Pädagogik« dar. Damit bezeichnet sie die gewalttätigen Erziehungsmethoden, die im 18., 19. und weit bis ins 20. Jahrhundert hinein dominierten. Im zweiten Teil schildert die Autorin die Kindheiten einer Drogensüchtigen (Christiane F.), eines Diktators (Adolf Hitler) und eines Kindesmörders (Jürgen Bartsch). Durch diese Fallbeispiele, alle drei erschütternde Zeugnisse für die furchtbaren Folgen falscher Erziehung, verhilft Miller ihren Lesern über das intellektuelle Wissen hinaus zu einem emotionalen Wissen. Den dritten Teil widmet Miller dem Unterschied zwischen Schuldgefühlen und Trauer. Ihr Ziel besteht darin, beim Leser nicht primär Schuldgefühle zu wecken, sondern Trauer über das Geschehene auszulösen. Erst diese Trauer ermöglicht das Aufarbeiten der eigenen kindlichen Traumatisierung und durchbricht den Wiederholungszwang, die selbst erfahrene Kränkung an die nächste Generation weiterzugeben.
Miller sieht keinen Sinn darin, Appelle an die Eltern zu richten, ihre Kinder anders zu behandeln. Vielmehr will sie dem Kind im Erwachsenen klarmachen, was ihm in seiner Kindheit zugefügt worden ist. Das Erkennen der Demütigungen der eigenen Kindheit gilt ihr als wichtige »Voraussetzung des mitmenschlichen Fühlens und Verstehens«. Wer sich von den Leiden der eigenen Kindheit emotional distanziert, könne das Kind nicht verstehen.
Wirkung: Miller wurde Anfang der 1980er Jahre innerhalb kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Bezugspersonen für an psychologischen Fragestellungen Interessierte. Mit Am Anfang war Erziehung wurde sie vor allem bei denjenigen populär, die einen weitgehenden Verzicht auf Erziehung forderten. Der große Erfolg ihrer Bücher ist aber auch darauf zurückzuführen, dass Miller soweit möglich auf Fachbegriffe verzichtet. M. E.

Kurzbeschreibung

Alice Miller öffnet uns in diesem Buch die Augen über die verheerenden Folgen der Erziehung - die ja nur das Beste für das Kind will. Sie tut das einmal durch eine Analyse der -pädagogischen Haltung- und zum anderen durch die Darstellung der Kindheit einer Drogensüchtigen, eines politischen Führers und eines Kindermörders.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von elfejes
Format:Taschenbuch
Interessant, dass A. Miller trotz ihrer immer wiederkehrenden Erklärungen in diesem Buch dennoch von einigen Rezensenten missverstanden wird.
Sie will die Täter (Bartsch) nicht VERHARMLOSEN und ihre Taten schon gar nicht ENTSCHULDIGEN. Sie macht auch nicht die Erziehung allein für die Taten verantwortlich, schon gar nicht die Eltern, die ja offensichtlich selbst in den Genuss der "schwarzen Pädagogik" gekommen sind. Sie zeigt einfach auf, wie es zu diesen unfassbaren Taten kommen konnte. Sie will die Mechanismen, die nach wie vor in der Erziehung (auch in der heutigen) greifen, aufzeigen und die Leser/Eltern auffordern, sie zu verstehen und im zweiten Schritt zu durchbrechen. Dafür wählt sie Beispiele, die auf den ersten Blick antiquiert erscheinen. Meiner Meinung nach sind sie es aber in keiner Weise! Die Entmachtung der Kinder vollzieht sich auch vielfach noch heute, die Art der Entmachtung hat sich vielleicht verändert. Es geht nicht in erster Linie darum, dass Kinder geschlagen werden und ihnen damit Gehorsam eingetrichtert wird/ihr Wille gebrochen wird. Das kann auch ohne Schläge passieren, mittels psychischen Drucks. Das fängt schon im Kleinen an. Wer hat nie den Spruch gehört: der liebe Gott sieht alles?! Wer ist nie dafür gelobt worden, besonders brav zu sein? Wer hat nie gehört: wenn Erwachsene sich unterhalten, hast DU den Mund zu halten? usw. In diesem Buch zeigt A. Miller verschiedene Mechanismen auf, mit denen Erwachsene ihre Macht über Kinder demonstrieren und ihnen Rechte absprechen, denen sie Gleichaltrigen nicht absprechen würden. Darum geht es meiner Meinung. Mich hat dieses Buch sehr fasziniert, da es dazu anregt, diese Mechanismen zu erkennen und hoffentlich bei den eigenen Kindern nicht zu wiederholen. Und jetzt greift schon wieder das schlechte Gewissen: ich will meinen Eltern keinen Vorwurf machen ... diese Ambivalenz ist es, die Miller aufzeigt. Tolles Buch, was jeder, der vorhat eine eigene Familie zu gründen, gelesen haben sollte!
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Im Vorwort von Alice Millers »Am Anfang war Erziehung« steht zwar, man brauche ihr erstes Buch nicht gelesen zu haben, um dieses Zweite zu verstehen. Jedoch werden Leser, die mit diesem zweiten Buch in Millers Werk einsteigen, das Buch noch vor Ablauf der ersten 100 Seiten frustriert beiseite legen. Das liegt daran, dass diese ersten hundert Seiten fast ausschließlich aus Auszügen von Erziehungsbüchern des vorletzten Jahrhunderts bestehen. Zum Einen wiederholt sich der Inhalt dieser Auszüge oft. Zum Andern sind die Auszüge nur unzureichend kommentiert und der Leser kann nur schwerlich die Erziehungsmethoden von vor 200 Jahren auf seine eigene Kindheit anwenden. Nur wer Miller kennt und weiß, wie sehr sie ihre Leser durch ihre Bücher bewegen kann, wird an dieser Stelle weiterlesen.

Die weiteren zwei Drittel dieses Buches sind wieder in bester »Drama-Qualtät«. Zwar sind nicht alle aufgestellten Thesen für Leser des Erstlings Neuland. Aber dafür wird das Vorwissen sehr schön vertieft, anschaulich gemacht und es erleichtert obendrein noch den Zugang. Interessant ist vor allem mitzuverfolgen, wie Miller, auf Basis von Tagebüchern und anderen Quellen, Psychogramme von Christiane F., Adolf Hitler und Jürgen Bartsch erstellt. Hierbei lernt der Leser nicht nur viel über diese genannten Personen, sondern auch über Millers Herangehensweise. Über die Psychogramme hinaus werden von Miller auch wieder viele Sachzusammenhänge angesprochen, die der Leser auf sein alltägliches Leben beziehen kann.

Nicht alles an diesem zweiten Buch ist neu, aber vieles erstrahlt in völlig neuen Facetten. Wieder gelingt es Miller in einer einfachen Sprache schwierige Sachzusammenhänge verständlich zu erläutern. Ein gutes Buch um das »Drama« zu vertiefen und weniger ein Buch um in Millers Werk einzusteigen, da »Am Anfang war Erziehung« leider nicht ganz an das brillante Erstlingswerk heranreicht.

Letztendlich rate ich jedem Menschen, der auf irgend eine Weise erzieherisch auf Menschen Einfluss nimmt, wenigstens einmal Miller gelesen zu haben. Und wenn dann »Das Drama des begabten Kindes« dann abgeschlossen wurde und immer noch Bedarf besteht, kann gerne in diesem Buch weitergelesen werden.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wenn man klar sehen kann 28. April 2010
Von Dressel
Format:Taschenbuch
Als ich 21 Jahre alt war, sprach ich mit einer Freundin darüber, warum es destruktive Menschen geben würde, nachdem ich das Buch "Anatomie der menschlichen Destruktivität" von Erich Fromm gelesen hatte. Ich erwähnte die Hitleranalyse, die ich in diesem Buch las, und wie wenig ich nach dem Lesen immer noch darüber Bescheid wüsste, warum Hitler zu einem Massenmörder geworden war. Daraufhin machte mich die Freundin auf das Buch von Alice Miller "Am Anfang war Erziehung" aufmerksam, das gerade ganz neu herausgekommen war. Sie erzählte mir von den allgegenwärtigen frühen vernichtenden Lebenserfahrungen, die der kleine Adolf kritiklos bei seinen Eltern durchleiden musste, was ihn später zum erwachsenen Monster machte. Seine Gefühle musste er mit aller Macht unterdrücken, um den elterlichen Anforderungen gerecht zu werden. Zuerst nahm ich die gleiche Haltung ein wie fast alle Menschen. Kann es wirklich sein, dass die Gründe so einfach aufzufinden sind? Für die meisten Menschen sind sie es eben nicht und für mich, wie gesagt, zuerst auch nicht. Die klare logische Schlussfolgerung von Alice Miller über die Entstehung der menschlichen Destruktivität stellte alle bis dahin mühselig aufgenommenen intellektuellen Überlegungen von den anderen anerkannten Wissenschaftlern in Frage. Ich las das Buch mit größter Neugier und es erschien mir während des Lesens, als ob endlich jemand dieselbe Sprache sprechen würde wie ich. In Alice Miller fand ich einen Menschen, der das aussprechen konnte, wozu ich noch nicht fähig war, aber das ich schon immer fühlte. Plötzlich fiel mir der Unterschied auf zwischen den herkömmlichen Wissenschaftlern und ihr. Sie hatte das so immens wichtige Einfühlungsvermögen und die Wissenschaftler argumentierten dagegen rein intellektuell, als ob sie versuchten, das Leben in einem anderen Universum anhand ihrer erlernten "komplizierten" Konzepte zu ergründen. Ich empfand das Gleiche wie in meiner Kindheit. Die gefühlserfrorenen Erwachsenen meinten über mich urteilen zu können, während ich dabei nur auswegslose Einsamkeit empfand. Sie schauten einfach durch mich durch. Keiner der Erwachsenen war fähig, meine Gefühle zu erkennen. Ich begriff, dass es den Wissenschaftlern als Kind genauso ergangen sein musste. Sie befinden sich auf einer nie endenden Flucht vor ihren eigenen Gefühlen. Sie machen das natürlich nicht bewusst, sondern handeln auf derselben Weise, wie sie es von Ihren Eltern gelernt haben. Anstatt ihr Unbehagen gegenüber ihren Eltern zu artikulieren, passten sie sich brav der emotionalen Ignoranz an. Sie hatten als Kind gar keine Möglichkeit, Ihr Unbehagen zu artikulieren, denn es war das Normalste der Welt, dass ihr Gefühlszustand von ihren Eltern ignoriert wurde. Irgendwann spielte er keine Rolle mehr. Ihr Gefühlszustand hätte sie darüber aufklären können, wie die zwischenmenschliche Bindung zu ihren Eltern wirklich war und auch noch immer ist. Weil sie ihn nicht wahrnehmen können, ist ihre Kognition empfindlich getrübt. Einfachste logische Schlussfolgerungen sind für sie nicht mehr möglich. Die Fakten, die sie fleißig bei ihren Forschungen sammeln, können sie nur entsprechend ihren frühen lebensgeschichtlichen Erfahrungen interpretieren.

Es sind inzwischen schon fast 30 Jahre vergangen. Alice Miller ist tot. Den Medien war ihr Tod nur eine Randnotiz wert. Tagesschau und Heute hielten es erst gar nicht für nötig, über ihren Tod zu informieren. Die FAZ veröffentlichte sogar einen Vernichtungsfeldzug gegen sie, der als Nachruf verkleidet wurde.

Wenn man etwas versteht, ist alles einfach. Aber alles wird schwer oder komplex, wenn man etwas nicht versteht.
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