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Am Anfang war die Wut. Monika Hauser und das Medica mondiale. Ein Frauenprojekt im Krieg.
 
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Am Anfang war die Wut. Monika Hauser und das Medica mondiale. Ein Frauenprojekt im Krieg. [Broschiert]

Erica Fischer
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Klappentext

Noch nie ist Vergewaltigung so gezielt als Kriegswaffe eingesetzt worden. Noch nie haben Frauen so schnell gehandelt. Ich wußte, ich würde es schaffen", sagte Monika Hauser und behielt recht. Mitten im Krieg errichtete sie in Zentralbosnien ein multiethnisches Zentrum zur Behandlung extrem traumatisierter Frauen. Ab Sommer 1992 erschütterten die Berichte über die massenhafte Vergewaltigung bosnischer Frauen die Welt. Angetrieben von ihrer Wut auf die Trägheit der internationalen Hilfsmaschinerie fuhr die Kölner Ärztin Monika Hauser Ende Dezember nach Zentralbosnien. Ohne organisatorischen und finanziellen Rückhalt legte sie der Kommune von Zenica das Konzept für ein Projekt zur gynäkologischen und psychologischen Betreuung extrem traumatisierter Frauen vor, mietete ein Gebäude an und stellte Personal ein. Monika Hausers Rechnung ging auf. Die Betroffenheit in Deutschland war groß, Spendengelder flossen reichlich. Bereits Anfang April 1993 wurde Medica Zenica eröffnet. Gerade rechtzeitig, bevor der Krieg im Krieg" mit bosnischen Kroaten begann. Während der einjährigen Blockade durch bosnische Serben auf der einen und bosnische Kroaten auf der anderen Seite entwickelte sich das multiethnische Frauenprojekt zu einem Hilfsunternehmen weit über den ursprünglichen Anspruch hinaus. Unter dem Druck des Krieges vollbrachten die Mitarbeiterinnen Taten, auf die sie niemand vorbereitet hatte. Heute arbeiten übe 70 Bosnierinnen in Medica Zenica. Spannend erzählt Erica Fischer, die mehrfach vor Ort war, über das historisch einmalige Frauenprojekt und setzt sich kritisch mit den Chancen, aber auch mit den Grenzen internationaler Frauensolidarität auseinander.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Etwas dagegen tun 8. Juli 2011
Von Nordlicht
Von Amazon bestätigter Kauf
..., helfen, das will Monika Hauser als sie durch die Medien von den Kriegsgräueln in Bosnien erfährt. Von systematischen Vergewaltigungen, Vergewaltigungscamps und erzwungenen Schwangerschaften, von Mord und Folter. Doch trotz des entsetzten Aufschreiens der Welt geschieht... nichts. Die großen Organisationen wie das Rote Kreuz bringen nichts zu Wege und so macht sich eine engagierte Gynäkologin allein auf, um den traumatisierten Frauen zu helfen.
Das Buch beschreibt den Werdegang von Medica mondiale, die Probleme mit Regierungen und Organisationen, die Schwierigekeiten, in einem Kriegsgebiet etwas aufzubauen und zu etablieren. Nicht jeder ist von einem Frauenzentrum begeistert und es gibt mehr als einen Versuch Medica und Monika in Mißkredit zu bringen. Zusätzlich gibt es Konflike unter den Frauen (und auch Männern), die am Aufbau von Medica beteiligt sind. Es wird von den Kriegsverbrechen berichtet, von den Problemen Diesel, Nahrung und Güter zu ihrem Ziel zu schaffen. Interviews mit betroffenen Frauen sowie Bilder von den Einrichtungen von Medica komplettieren das Buch.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Atemlos berichtet es Schlag auf Schlag wie Monika Hauser mit einer Gruppe einheimischer Psychologinnen und Ärztinnen ein einzigartiges Projekt auf die Beine stellt. Mit aller Macht versuchen sie so vielen Frauen und auch Kindern wie mögllich zu helfen. Rotes Kreuz, Caritas, Unprofor und Co. sind wenig hilfreich. Die Caritas sperrt sich, da sie die Abtreibung von Vergewaltigungskindern mißbilligt. Die Frauen sollen die Kinder zur Welt bekommen und lieben. Daß diese dies selten ertragen können und sich lieber umbringen, scheint nicht zu interessieren. Besonders heftig fand ich eine Episode mit dem Roten Kreuz:

Zitat:
Als Monika erfährt, daß im Dorf Duhre [...] Männer verschleppt und Frauen unter Hausarrest gehalten werden, geht sie zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.
"Wir können nicht allen Hinweisen nachgehen."
"Eine Frau in Duhre ist schwer verletzt! Ich will hinfahren! Geben Sie mir Begleitschutz?"
"Einer Privatperson?!" Amüsiertes Lächeln.
Schließlich kann sie das Rote Kreuz dazu überreden, eine Delegation nach Duhre zu schicken. "Keine besonderen Vorkommnisse" melden die IKRK-Leute bei ihrer Rückkehr. "Alles in Ordnung."
Monika ist fassungslos. Sie sammelt weiter Informationen über Duhre. Alles deutet darauf hin, daß dort gefoltert und vergewaltigt wird. An einem Haus soll sogar an der Eingangstür ein Schild mit dem Wort "Bordell" angebracht worden sein.

Doch von all diesen Dingen merkt das Rote Kreuz nichts. Die Delegation ist zum Dorf gefahren, hat mit den Besatzern gesprochen und ist wieder weg gefahren. Eine Frau versuchte sie dazu zu bringen, durch das Dorf zu gehen, damit sie sehen konnten, was dort geschieht. Dies wurde mit den Worten: "Tut uns leid, wir haben keine Zeit. Wir haben noch ein Meeting." abgelehnt.

Wer dieses Buch liest, sollte sich zuerst über den Krieg in Bosnien informieren. Das Buch selbst gibt keine Erläuterungen warum was geschah und dergleichen. Ohne Hintergrundwissen ist man ziemlich verloren.
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