Die Schrift auf dem Cover geht runter wie Russisch Brot, die Frau erinnert an Grace Slick oder Renate Knaup Krötenschwanz, die Farbauswahl lässt ein psychedelisches Kraut-Jazz-Rock-Album vermuten....was es dann aber doch nicht ist.
Diese Platte hat mir, kurz gesagt,den Zugang zu Kraan mehrere Jahre lang verleidet. Denn sie entsprach so gar nicht dem, was ich erhofft hatte. Die beiden zentralen Stücke (Marterhorn und Nam Nam)kennt wohl fast jeder aus der kurz darauf erschienenen Liveplatte. In der kürzeren Originalversion auf dieser Platte fehlt die Atmosphäre sehr.
Andy Nogger, das Reklamelied als Autragsarbeit für Fürst Metternichs Sprudelwasser war natürlich auch damals, trotz Charles Wilp und Nachfolgern, nicht werbetauglich. Für ein Kraan-Stück ist es aber wieder nen Zacken zu Mainstream. Im Gegensatz zu den beiden eben genannten Tracks zählt es heute längst nicht mehr zum Liveprogramm der Gruppe.
Altos Saxophon fand ich immer sehr schön, obwohl ich Saxophon, zumindest damals, eigentlich nicht mochte. Bei dieser Platte hier ging er etwas unter und fehlte mir daher erstmals.
Für mich besteht der Eindruck, dass diese Platte kommerziell sein wollte, aber es nicht war. Ich mag bis heute fast alles lieber, was vorher und nachher von Kraan gemacht wurde.
Die Platte hat aber ihre Fans und das letzte was ich machen würde, ist, die Platte einer Gruppe, die ich mag, hier wegen persönlicher Kleinigkeiten abzuledern.
Diese Rezension hat daher eigentlich nur den einen Sinn: Wenn euch diese Platte nicht gefällt, dann macht nicht den Fehler, den ich damals gemacht habe und denkt, dass Kraan nix für euch wäre. Ich hab deswegen ein paar der besten Konzerte der 70er jahre leider verpasst und bin erst mit der spät70er Lp Wiederhören wieder auf die gruppe aufmerksam geworden.
Heute sehe ich Kraan bei jeder Tournee, habe alle ihre Platten und würde keine davon jemals abgeben.
Nicht mal die Andy Nogger.