Es ist schon erstaunlich, wie es Michael Crichton vor allem in seinen "naturwissenschaftlichen" Werken (z.B. "DinoPark" oder "Sphere") schafft, derartige Spannung bei den Lesern zu erzeugen. In seinem Debüt wird das ganz besonders deutlich. Das Buch liest sich zum Teil wie ein wirklicher, wissenschaftlicher Bericht, ist durchsetzt mit Beispielen, Quellenangaben und schematischen Darstellungen. Natürlich passiert das auch in seinen späteren Romanen (was diese Bücher eben so einzigartig macht), aber in einem Erstlingswerk muss dieser Schritt erst einmal gewagt werden. Im Buch kommen sehr viele Namen, Orte und Fachbezeichnungen vor, trotzdem baut sich ein unheimlicher Spannungsbogen auf, der einen das Buch wie im Fluge lesen lässt.
Natürlich gibt es bei einem solchen Frühwerk noch deutliche Schwächen - vor allem der Schluss lässt deutlich zu wünschen übrig. Er wirkt uninspiriert und überhastet, als ob der Autor nur eine gewisse Seitenanzahl zur Verfügung gehabt hätte und deshalb schnell zum Ende kommen musste. Das wird der vorher aufgebauten Hochspannung überhaupt nicht gerecht und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Das Crichton das besser kann, beweist er in seinen späteren Werken, an denen man ein Debüt freilich nicht wirklich messen darf. Vor allem in "Sphere" scheinen sich einige (weiter ausgearbeitete) Ideen aus "Andromeda" wiederzufinden, obwohl das Thema nicht ganz dasselbe ist.
"Nur" 3 Sterne für ein gelungenes Debüt, zum einen aufgrund des schwachen Endes, zum anderen weil ich einige andere Bücher von Crichton kenne und darum etwas "Luft nach oben" lassen muss.