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Andreas Gursky: Kat. Haus der Kunst München Gebundene Ausgabe – 7. Februar 2007

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Hektisch tätige Aktienhändler an der Börse von Tokyo, begeisterte Zuschauermassen bei einem Rockkonzert, ein gigantischer Wohnblock in Paris oder die Oberflächenstruktur des Teppichbodens in der Kunsthalle Düsseldorf. Die Werke des Fotokünstlers Andreas Gursky bewegen sich zwischen Realismus und Abstraktion, lassen sich aus der Distanz wie der Nähe betrachten und zeigen in der Tiefe eine Zustandsbeschreibung der modernen Welt.

Die vorliegende Publikation erschien anlässlich der ersten großen Retrospektive des 45-jährigen Düsseldorfer Fotografen im Museum of Modern Art (MOMA) in New York. Auf 56 Bildtafeln wird sein Werk von 1984 bis in die Gegenwart vorgestellt. Viele seiner Fotografien der 80er-Jahre erscheinen auf den ersten Blick profan wie die Wanderer am Klausenpass oder Schwimmende in einem Freibad in Ratingen. Gursky zeigt den Einzelnen und sein kollektives Handeln in dessen natürlicher, städtischer oder sozialer Umwelt und erreicht dadurch in seiner Bildaussage eine metaphysische Spannung.

In den 90er-Jahren ändern sich seine Motive, seinem Sujet bleibt er jedoch treu. Jetzt sind es Megaereignisse wie Sportveranstaltungen oder Raves, die Darstellung von Massenproduktion, Warenpräsentation und Markenfetisch, aber auch Aufnahmen absolut optischer Stille wie die eines leeren Verkaufsregals bei Prada oder der geradlinigen Abbildung des Rheins. Die Ästhetik der Fotografie Gurskys liegt nicht nur in der zeitgenössischen Motivwahl, sondern vielmehr in der klaren und geordneten, zum Teil auch digital bearbeiteten Bildkomposition.

Der Bildband präsentiert die hervorragend reproduzierten Fotoaufnahmen grob chronologisch geordnet. Dabei sind einzelne Detailansichten zwischen den Aufnahmen eingefügt, um thematische Schwerpunkte in Gurskys Arbeit zu betonen.

Die gekonnte Werkdarstellung wird durch einen interessanten Essay des MOMA-Kurators Peter Galassi eingeführt, in welchem der Werdegang und die künstlerische Orientierung von Andreas Gursky aufgezeigt und mit vielen Bildbeispielen, auch unveröffentlichter Arbeiten, dargestellt wird.

Ein wichtiges und aufschlussreiches Werk deutscher Gegenwartskunst, das einen auf die weitere Entwicklung eines der bekanntesten Persönlichkeiten der gegenwärtigen Kunstfotografie gespannt sein lassen darf. --Stefan Meyer --Ce texte fait référence à une édition épuisée ou non disponible de ce titre.

Der Verlag über das Buch

Transitorische Vorgänge

Die Bildwelt von Andreas Gursky hat, seit seine Arbeiten zu Beginn der neunziger Jahre einem breiten Publikum bekannt geworden sind, sofort eine starke Faszination ausgeübt, ihn und den Stil seiner Arbeiten schnell berühmt werden lassen. Es ist mitunter der verblüffend einfache Vorgang der Nahsicht der einzelnen Teile und der klassische Betrachterwechsel, der in der Addition der Teile zu einem großen, mächtigen Bildeindruck führt, dem diese Faszination zu verdanken ist. Genauso lassen sich noch andere Merkmale feststellen, etwa die Bildlichkeit transitorischer Vorgänge, die das Zeitzeichengleiche in den Arbeiten Andreas Gurskys besonders stark sichtbar werden läßt. Kein anderer Künstler, der mit Fotografie arbeitet, hat so zielgerichtet und bereits in seinen ersten Arbeiten ein Wechselspiel verschiedener optischer wie semantischer Welten in seinem Werk vorgeführt. Ob das nun beispielsweise die in den Regalen wie Skulpturen aufgestellten Nike-Schuhe sind, deren Präsentation in Vermehrung und strenger geometrischer Ausrichtung zu einem minimalistischen Akt selbst werden, oder so scheinbar nichtssagende Sujets wie die des Rheins bei Düsseldorf, in denen das Abwesende zur Darstellung kommt. In seinen neuen Arbeiten zeigt er in dieser ihm völlig eigenen Bildsprache den Kosmos des bekannten und nicht erfahrbaren Exotismus, des vermeintlich global abrufbaren Zeichens. Erstmals wieder seit 1998 kommt es jetzt zu einer überblicksweisen Präsentation von Arbeiten Andreas Gurskys in Deutschland, der Katalog mit eigens vom Künstler ausgewählter und zusammengestellter Bildstrecke ist die erste Publikation seit der großen Einzelausstellung 2001 im Museum of Modern Art in New York.

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Format: Gebundene Ausgabe
1998 bin ich auf diesen aussergewöhnlichen Fotokünstler gestossen, aber bisher immer eine Investition in die doch recht teuren Buchhandelsausgaben der Ausstellungskataloge gescheut. Diesmal habe ich mich überwunden und kann nur sagen, dass das Geld ausgezeichnet angelegt ist. Die Repros sind durchweg von ausgesuchter Qualität, dazu gibt es als Bonbon noch Bildausschnitte von Gursky's gewaltigen Werken (ich spreche hier von teilweise 3 x 4 Meter grossen Fotoabzügen). Für mich sind seine Werke von modernen Arbeitswelten, Massenveranstaltungen oder (Un-)Landschaften einfach das beste, was zeitgenössische Foto-Kunst zu bieten hat. Ein echter Leckerbissen!
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Format: Gebundene Ausgabe
Den Lesern, die sich intensiv für Fotografie interessieren, muss man Gursky, weltweit einer der gefragtesten Fotografen, sicher nicht vorstellen. Für jene, die sich erst mit dieser Kunst zu beschäftigen beginnen, sei Gurskys Biographie hier kurz umrissen: 1955 in Leipzig geboren, studierte er an der Folkwang Hochschule in Essen sowie an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Bernd Becher. Er lebt, arbeitet und lehrt in Düsseldorf.

In der Ausstellung und somit auch im hier besprochenen Buch wird ein weiter Themenbogen gespannt. Details von antiken Stätten finden sich ebenso wie quirlige moderne Großstadtszenen, ein tristes Vorstadt-Wohnsilo, eine verzauberte Strandszene, Vitrinen von Modeherstellern, eine elegante Hochhausfassade, politisch motivierter, aufwendigst inszenierter Pomp in Pjöngjang; ansprechende und überraschende Strukturen in Landschaften, einer riesigen Fabrik, Straßenverläufen in der Wüste, einer Pyramiden-Außenseite, einem 99-Cent-Markt; es ließen sich noch etliche mehr von Gurskys berühmten und auch weniger bekannten Werken aufführen, die im Buch – und in der Ausstellung - zu sehen sind. Gursky zeigt hierbei seinen so sachlichen wie empathischen Blick und verschärft ihn durch teils intensive digitale Bearbeitung. Das Resultat sind Fotos, die sowohl in Bezug auf ihre Inhalte als auch auf die künstlerische Umsetzung berühren und überzeugen. Fotos, die der Betrachter trotz der alltäglichen Bilderflut nicht ohne Weiteres vergisst.
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Format: Gebundene Ausgabe
Um es vorwegzunehmen: Der Katalog zur Münchener Gursky Schau ist ein wahnsinnig schhönes Buch geworden! Das seltene Zusammentreffen von Fotos,

Text und editorischer Sorgfalt hat uns eines der schönsten Kunstbücher der

letzten Jahre geliefert und es zeigt, das die Möglichkeiten anspruchsvolle

Bücher zu machen, nach oben wohl keine Grenzen kennen.

Zunächst einmal: die neuen Fotos sind schier sensationell und erlauben einen Blick auf unsere Welt, der uns wohl sonst, zumindest bei den meisten

Motiven verschlossen bliebe. Einheit im Stil, Vielfalt in den Entdeckungen, so ließe es sich wohl treffend beschreiben. Ob Börse in den Emiraten, der 99cent Supermarkt oder die aktuellen Rennstall-Fotografien,-

alles so im Detail faßbar, als wäre man selbst im Geschehen. Der Katalog

transportiert diese Bilder sozusagen in ein kleineres Format. Dabei ist die graphische Ausstattung eine Arbeit für sich,- innovativ und zurückhaltend zugleich. Für den Kunstbuchsammler muß man hier keine Empfehlung aussprechen, denn der hat gleich beim ersten Blick begriffen.

Mehr als einfallsreich und der demokratischen Idee des Buches verbunden:

es gibt fünf Umschlagvariationen, allesamt den Korea Bildern entnommen,

so das jeder einen guten Grund hat, seine Bildvorlieben im kleinen Format auszuleben. Jenseits von überragenden Kunst, der gelungenen Gestaltung auch ein verlegerisches Meisterstück!
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Format: Gebundene Ausgabe
So, nun liegt er mir vor: Der Katalog zur Ausstellung von Andreas Gursky in München. Angemeldet und reserviert hatte ich ihn mir. Dazu passend hatte ich als Büchernarr, Sammler und selbst Photographierender auch ein gerüttelt Maß an Vorfreude in mir, denn ohne Zweifel ist Andreas Gursky ein Könner seines Fachs. Der Band ist auch tatsächlich gut gelungen. Aber ob dieses "Büchelchen" den stolzen Preis von 69,54 Euro Wert ist, darf ernsthaft bezweifelt werden. Ich gebe ja zu, daß der Konsument in Zeiten von Spott- oder Einstiegspreisen etwas verwöhnt ist, aber dieses hier geht für meinen Geschmack denn nun wohl doch etwas zu weit. Daher nur 3 Sterne. PS: Die Ausstellung sehe ich mir aber dennoch an.
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Format: Gebundene Ausgabe
Eine großartige Ausstellung eröffnet diese Woche in München. Nach dem Museum of Modern Art zeigt das Haus der Kunst fünfzig Bilder des Superstars der globalen Fotokunst und des erfolgreichsten deutschen Fotografen, Andreas Gursky. Der Becher-Schule entstammend, hat sich Gursky früh weit vom schwarz-weißen Minimalismus entfernt. Seine Bilder sind bunt, ihre Magie entspringt den vielen den Betrachter bannenden Ebenen. Aus vielen Einzelfotos zusammengesetzt sind sie ebenso wie die unglaubliche Tiefe der Bilder manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbar. Zudem gestaltet Gursky seine Bilder sehr dekorativ und publikumstauglich: Auf Riesenformate gezogen und mit maximal sechs Abzügen pro Motiv ist er zum Liebling der Auktionshäuser und zum höchstdotierten Fotografen der Welt geworden. Das Buch zur Ausstellung aus dem Verlag Snoeck (dem wir dazu herzlich gratulieren) ist fabelhaft gemacht. Lassen Sie sich überraschen, welches der fünf Cover (jeweils ein Detail aus einer Arbeit Gurskys) sie bekommen.
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