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Andreas Baader: Das Leben eines Staatsfeindes
 
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Andreas Baader: Das Leben eines Staatsfeindes [Taschenbuch]

Klaus Stern , Jörg Herrmann
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423246200
  • ISBN-13: 978-3423246200
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Privates ist perfekt recherchiert, um das Leben von Deutschlands Topterroristen der frühen 70er-Jahre offenzulegen. Der politische Ansatz Baaders aber kommt entschieden zu kurz, ebenso die Details vieler Attentate. (jw) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

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Reutlinger Generalanzeiger 31.03.2007

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Reutlinger Generalanzeiger 31.03.2007

Die erste Biografie von Andreas Baader haben jetzt der Dokumentarfilmer Klaus Stern und der Publizist Jörg Herrmann vorgelegt. ›Das Leben eines Staatsfeindes‹ ist eine fesselnde Persönlichkeits- und Zeitstudie. Sie erscheint genau 30 Jahre nach dem »deutschen Herbst« 1977, jenem Terrorjahr, das die Bundesrepublik fast in eine Legitimationskrise gestürzt hat.[...] Gespenstisch wird es, wenn die Autoren den Leser mitnehmen in die zum Bersten gespannte Atmosphäre der spektakulären Stammheim Prozesse (1975 bis 1977). Hier begegnet man nicht nur alten Bekannten aus dem Polit-Establishment, etwa den damaligen Star-Anwälten Otto Schily und Hans Christian Ströbele. Vor allem aber erlebt der Leser anhand der originalen Wortlaut-Protokolle hautnah die Konfrontation der Richter mit dem ›Staatsfeind Nummer 1‹.


»Was schon alles publiziert wurde über den Deutschen Herbst, die RAF und ihre Leitfigur Andreas Baader, füllt locker ganze Gerichts- und Bibliothekssäle. Warum also noch diese Biografie? 1. Weil es die erste umfassende, mit zahlreichen Anekdoten gespickte Story über den einstigen deutschen Staatsfeind Nummer eins ist; und 2. die beiden Autoren Klaus Stern und Jörg Hermann versucht haben, ein ungeschöntes, zudem nicht parteipolitisch verbogenes Porträt des Top-Terroristen zu skizzieren. Es ist ihnen gelungen! Mehr noch, das Buch liest sich wie ein spannender Thriller, ohne dabei an Sachlichkeit und Ausgewogenheit einzubüßen. Auch einer später geborenen Generation wird klar, warum Baader selbst in seiner Stammheimer Zelle die Regierung noch erzittern lassen konnte, wenn etwa ein Jean-Paul Sartre ihn dort besuchte. Der mysteriöse Dandy des Terrors, der in Samthosen durchs palästinensische Trainingscamp robbte, hatte das Charisma des ›bad boy‹ dem sich vor allem die Frauen in der RAF kaum entziehen konnten.«
Osnabrücker Zeitung 29.03.2007

»Andreas Baader war voller Widersprüche – brutal und charmant, unbeherrscht und witzig. Und er war die Nummer eins der RAF. Andreas Stern und Jörg Herrmann haben sein Leben nachgezeichnet. Das ist ihnen gelungen.«
Das Parlament 19.03.2007

»Die beiden Biografen bevorzugen einen lebendigen Reportagestil, schildern anschaulich wie es ein phantasievoller Kleinkrimineller zum ›Staatsfeind‹ bringt. Das Buch ist kein umfassendes Porträt der terroristischen Bestrebungen und ihrer Motive, kann aber als eine gut lesbare Einführung in die Problematik dienen.«
Hannoversche Allgemeine 14.03.2007

»Klasse recherchiert, spannend und sehr hintergründig.«
Express 06.03.2007

»Wer war Andreas Baader? Sein Leben lag bisher zum Teil im Dunkeln. Die erste Baader-Biografie versucht dank unbekannten Dokumenten diese Vita zu erhellen. [...] Die beiden Autoren tragen neues Material zusammen, befragten viele Zeitzeugen und analysierten Baaders Motive. Sie schreiben nicht mit Schaum vor dem Mund, wahren stets Distanz, bemühen sich um Empathie, wiewohl die bei dem Porträtierten - einem Tunichtgut - schwerfällt. [...] Das Buch macht uns die Person eines Staats-, ja Menschenfeindes anschaulicher, nicht unbedingt sympathischer. Der Leser kann nun verstehen, warum diese charismatische Gestalt die treibende Kraft der RAF war.«
Neue Zürcher Zeitung 03.03.2007

»Anders als in bisher erschienen Büchern zum Thema RAF steht die Person Andreas Baader – eine der Schlüsselfiguren dieser Zeit – im Mittelpunkt der Untersuchung von Klaus Stern und Jörg Hermann. Mit einer Vielzahl bisher unbekannter Fakten beleuchten sie dessen Charakter und Motive.«
Shortbooks März 2007

»Die Biografie von Klaus Stern und Jörg Herrmann ist das umfangreichste Buch über den Mitbegründer der RAF.«
Welt am Sonntag 18.02.2007

»Klaus Stern und Jörg Herrmann zeichnen in ihrem spannend geschriebenen Buch den Lebensweg Andreas Baaders vom Möchtegern-Bohemien zum Staatsfeind Nummer eins nach.«
Ruhr Nachrichten 15.02.2007

»Diese Biographie lüftet Schleier: So wurde ein Bohemien zum Staatsfeind Nummer Eins.«
Adam Februar 2007

»Wenn man das Buch nach 360 Seiten dann weglegt, ist einem Andreas Baader natürlich nicht sympathischer geworden. Viele, die ihn kannten, sagten das Gegenteil. Und seine Taten sprechen ein vernichtendes Urteil. Aber darum ging es den Autoren gar nicht. Kein weiteres Urteil. Eine Biographie. Mehr nicht.«
Rhein-Neckar-Zeitung 09.02.2007

»Ein sehr lesenswertes Buch.«
Rheinischer Merkur 08.02.2007

»Eine sorgfältig erarbeitete Biografie durchleuchtet die Hintergründe des Terrorismus und seiner Anführer im Gefolge der Achtundsechziger.«
Schweizer Zeit 02.02.2007

»Eine gute Ergänzung zu Stefan Austs Standardwerk. [...] Eine Einführung in die Entstehungsgeschichte der RAF.«
singlecitynews.de Februar 2007

»Spannend geschrieben und für jeden zeitgeschichtlich Interessierten eine große Empfehlung.«
Stadtpark Magazin, Oldenburg 01.02.2007

»Letztlich dominiert nach der Lektüre vor allem ein Eindruck: Bei Andreas Baader handelte es sich um einen ›Irren‹, der gänzlich ohne jedes Gewissen war.«
Tageblatt Esch sur Alzesse Februar 2007

»Wer sich für Geschichte allgemein interessiert und für die Zeit zwischen 1960 und 1980 ganz besonders, der wird mit diesem Band brillant bedient.«
Schwäbische Zeitung 25.01.2007

»Spannend wird das Buch vor allem durch die vielen Zeitzeugen, die sich teilweise zum ersten Mal öffentlich zu Baader äußern.«
1Live 24.01.2007

»Anlässlich von 30 Jahren ›Deutscher Herbst‹ erscheint die erste Biografie über den RAF-Terroristen Andreas Baader. Sie erzählt Details, über die man sich nur wundern kann.«
SonntagsZeitung 21.01.2007

»Stern und Herrmann ist ein vorbildliches Engagement für ihre Leser und ein stimmiges wahrhaftiges Geschichtsbild zu bescheinigen. So ist ein Buch entstanden, das man vor der letzten Seite nicht weglegen mag.«
Lausitzer Rundschau 15.01.2007

»Es ist die Widersprüchlichkeit des Terroristen, die fasziniert und schockiert: Da ist der Lebemann Andreas Baader, der charismatische Anführer, der Autos klaut und mit den Studenten auf die Straße geht. Baader ist 24, als er die Kommune 1 kennenlernt und sich an politischen Protestaktionen beteiligt. Der Frankfurter Kaufhausbrand ist ein Wendepunkt: Aus der Randale junger Leute wird ein Krieg gegen den Staat.«
hr online 15.01.2007

»Akribische Recherche und zahlreiche Zeitzeugeninterviews.«
Süddeutsche Zeitung 15.01.2007

»Jörg Herrmann und Klaus Stern zeichnen detailliert die Entwicklung Baaders nach. Dazu haben sie viele, die ihn kannten, befragt, einige äußern sich zum ersten Mal, andere seit langer Zeit wieder. Seine Mutter zum Beispiel. Die ihn als liebevoll, aber schon als Kind als furchtlos beschreibt. Oder den ersten Richter im Stammheim-Prozess, Theo Prinzing, der Baader als sehr intelligent und bestimmend in Erinnerung hat. Oder seine langjährige Freundin Ello Michel, mit der er eine Tochter hat. Die Autoren zeigen einen eitlen, widersprüchlichen Mann, der ohne die RAF nichts war als ein Maulheld, und mit ihr plötzlich eine politische Leitfigur. [...] Die große Veränderung bei Baader tritt für die Autoren in Stammheim ein. Dort entwickelte sich Baader zu einem klugen Analytiker seiner Mittel und Strategen seiner Sache. Er las sich die nötige Bildung an, um Sympathisanten draußen zu füttern, er instrumentalisierte Anwälte, Mitgefangene und inszenierte sich bis zuletzt, bis zu seinem Selbstmord 1977. [...] Die Autoren halten über das ganze Buch hinweg Distanz zu Baader und auch zu denen, die sie befragt haben. Sie schildern spannend und oft reportagehaft die Gespräche, die Umstände, in denen sie den Zeugen von damals begegnen. Und das macht, neben allen Fakten und Anekdoten, die hohe Qualität des Buches aus.«
NDR 15.01.2007

»Ein sehr lesenswertes Buch [...] zu diesem spektakulären Kapitel deutscher Geschichte.«
Rheinischer Merkur 15.01.2007

»Wer sich für die Geschichte der alten Bundesrepublik interessiert und mit den mystischen Buchstaben RAF, die für Rote Armee Fraktion stehen, noch etwas anzufangen weiß, oder wer sich für große Kriminalfälle und für abseitige Lebensschicksale interessiert, dem sei das Buch ans Herz gelegt. [...] Stern und Herrmann ist ein vorbildliches Engagement für ihre Leser und ein stimmiges, wahrhaftes Geschichtsbild zu bescheinigen. So ist ein Buch entstanden, das man vor der letzten Seite nicht weglegen mag.«
Lausitzer Rundschau 15.01.2007

»Äußerungen aus dem privaten Umfeld, Liebesbriefe und eine tragische Familiengeschichte ergeben zusammen mit Bildmaterial ein vielschichtiges Porträt.«
Südkurier 12.01.2007

»Beide Autoren lassen keinen Zweifel daran, dass Baader mit Revolution im Grunde wenig im Sinn hatte. Die Studentenbewegung bot ihm, der ziellos in den Tag lebte und begierig darauf war, Grenzen zu überschreiten, unversehens ein Feld für neue Abenteuer, für Kampf, Selbsterfahrung und Selbstinszenierung auf einer immer größer werdenden Bühne.«
Deutschlandradio Kultur 04.01.2007

»Wirrkopf mit Lust am Krawall - wer war Andreas Baader? Ein Krimineller in Zeiten der 68er-Generation? Oder ein Muttersöhnchen, das als Terrorist endete? Eine neue Biografie gibt Aufschluss.«
Welt am Sonntag 31.12.2006

»Die faktenreiche Biografie über Andreas Baader schildert einen Menschen, der sich deswegen so gut zum Mythos eignet, weil er sich immer wieder neu erfunden hat - er bietet viel Projektionsfläche.«
Rundfunk Berlin-Brandenburg 29.12.2006

»Es ist ein spannendes Buch, das der Fernsehjournalist Klaus Stern und sein Partner, der Theologe Jörg Herrmannn, da vorgelegt haben. Die reportagenhafte Aufbereitung ihrer umfangreichen Recherchen macht die Lektüre leicht. Es entsteht das facettenreiche Bild einer Epoche, die nun allmählich Geschichte wird.«
Stuttgarter Zeitung 29.12.2006

»Eine klare Struktur, die auch dem Nicht-Zeitgenossen die Hintergründe und Chronik der laufenden Ereignisse des Terrors erhellt. Übersichtlich gestaltet, Quellenvielfalt und eine höchst interessante Fotodokumentation.«
Hessischer Rundfunk 20.12.2006

»Eigenartig, dass es bislang von Andreas Baader, einem der Gründer der Rote-Armee-Fraktion (RAF), keine Biografie gegeben hat. Der Kasseler Dokumentarfilmer Klaus Stern, der schon für ein ausgezeichnetes ARD-Porträt viele Interviewpartner zu Baaders extremem Leben ausfindig gemacht hatte, und der Publizist Jörg Herrmann haben diese Lücke geschlossen. Sie legen ein hervorragendes Buch vor: aufwändig recherchiert, faktengesättigt, spannend erzählt.«
Hannoversche Allgemeine online 19.12.2006

»Spannend und mit souveränem Abstand zur Sensation schreiben die Autoren, dabei aus eigenen Interviews und Aktenstudium schöpfend.«
Saarbrücker Zeitung 15.12.2006

»Den Autoren geht es nicht darum, Baader, Meinhof und Konsorten zu verdammen oder gar zu glorifizieren. Sie erzählen mit intereessanten, zum Teil neuen Zeitzeugen nüchtern die Geschichte dieses ungebärdigen, hochintelligenten Münchner Buben, der die Schule abbricht, nie eine Berufsausbildung zustande bringt, Konflikte am liebsten mit Gewalt löst, Frauen manchmal abstoßend behandelt, sie aber mit seinem Macho-Charme trotzdem anzieht. Und sie schildern seinen Weg in die legendäre Berliner Kommune 1, wo es noch um Spaß und Provokation geht, wo sich Baader zielstrebig dem Terror verschreibt.«
Bayerische Staatszeitung 15.12.2006

»Tatsächlich gelingt es in diesem Buch, bisher nahezu unbekannte Kapitel in Baaders Biografie ans Licht zu holen, präsentiert es doch Dokumente, die der Öffentlichkeit bislang verborgen waren. Da sind zum einen Fotografien, die Baader als Schulkind und in seiner Jugend zeigen. Einen schönen jungen Mann, der sich im Fokus der Kamera wohlfühlt. Spätere Aufnahmen entstanden im Gefängnis, einer Zeit also, als er bereits 'öffentlich' ist. Daneben Liebesbriefe, die Andreas Baader aus dem Gefängnis an seine Lebensgefährtin Ello Michel geschrieben hat. Er empfiehlt ihr, befiehlt ihr eigentlich, wie sie sich vor Gericht zu verhalten, wie sie zu spielen habe. Die Spuren dieser geplanten Täuschung hätte sie vernichten sollen: »Spül es runter oder steck dir einen Joint damit an.« Verstört durch so viel intimes Wissen erfährt der Leser von der Gefühlswelt eines 'Getriebenen' - einer Rolle, die Baader in jeder Lebensphase erfüllt. Und auch andere seiner Attribute wie Eitelkeit, Verführertum und Gewalttätigkeit scheinen an keiner Stelle des Buches authentischer als in diesen Briefen. Kaum überrascht es da noch, wenn die Liebhaberin Ello an anderer Stelle erzählt, wie ihr der leidenschaftliche Baader in einem irren Anfall von Eifersucht in die Nase biss. Anekdoten wie diese zeigen vor allem eines: Während die meisten Menschen in Andreas Baader den Mann sehen, der als Leitfigur der RAF deutsche Geschichte geschrieben hat, gibt es mit diesem Buch auch viele persönliche Erinnerungen an ihn. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen bringen die beiden Autoren zusammen. Dies gelingt gerade deshalb, weil auch Wegbegleiter zu Wort kommen, die sich bislang vor Interviews gescheut haben. Neben Ello Michel oder Holm von Czettritz, einem Jugendfreund, erzählt erstmals auch Horst Herold, ehemaliger Chef des BKA und bekannter RAF-Fahnder, wie er Andreas Baader erlebt hat. Baader erscheint als Mensch, der, so scheint es, großen Gefallen daran hatte, ständig seine Rollen zu wechseln.«
ZDF.de 04.12.2006

»Was trieb den Schulabbrecher, eine Terrororganisation aufzubauen? Woher kam der Hass auf den Staat, seine Institutionen, sein Personal? Klaus Stern und Jörg Herrmann untersuchen den 'Fall' Baader 30 Jahre nach dessen Selbstmord in Stammheim noch einmal gründlich. Dabei gelingt es ihnen, für ihr Buch aus neuen Quellen zu schöpfen. So bricht unter anderem Suse, seine Tochter, ihr Schweigen.«
3sat online 04.12.2006

»Die Biografie räumt glücklicherweise mit der Mystifizierung der Person Baaders auf, die nach einem Gemäldezyklus von Gerhard Richter und einem Modelabel namens Prada-Meinhof ihren Höhepunkt im Film ›Baader‹ fand, der eher als Heldenepos daherkam.«
Kulturradio 06.02.2007

»Viele Mythen - etwa jene von der brutalen ›Isolationshaft‹, der die RAF-Gefangenen angeblich ausgesetzt waren, lösen sich in Luft auf. Ein lesenswertes und kurzweiliges Buch.«
Profil 29.01.2007

»Besonders interessant sind die Abschnitte über Baaders Zeit vor der RAF-Gründung und die Gefängnisjahre.«
Oberösterreichische Nachrichten 03.02.2007

»Das stelle man sich einmal vor: Andreas Baader, Begründer der Roten-Armee-Fraktion und bis heute Symbol des Staatsfeindes, in Uniform. Auch noch in der gänzlich unmilitärischen eines Schlafwagenschaffners. Ein Foto davon gibt es nicht, dafür hat der eitle Selbstdarsteller gesorgt. Aber den Autoren Klaus Stern und Jörg Herrmann ist es zu verdanken, dass dieses Detail aus dem 34-jährigen Leben Baaders erhalten blieb. Und es ist ein Detail der ersten Biografie des Staatsfeindes Nummer Eins, die Stern und Herrmann jetzt vorgelegt haben. [...] Stern und Herrmann gehen kritisch mit dem Objekt ihrer Betrachtung um. Sie sind aber nie unsachlich, zuweilen sogar etwas respektvoll. Fazit: »Die RAF war am Ende, so sehr sie sich auch als Befreiungsprojekt für andere zu definieren versuchte, ein sehr selbstbezogenes Unternehmen und darin ein Spross ihres Mitbegründers Andreas Baader.« Ein linksterroristischer Egottrip, der Dutzende Menschen das Leben kostete.«
dpa 26.02.2007

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unvollständig 18. Mai 2007
Von Odysseus
Format:Broschiert
Das vorliegende Werk bietet befasst sich mit dem Leben des 1977 gestorbenen RAF-Mitbegründers Andreas Baader. Das Buch der beiden Autoren Herrmann und Stern ist in zwei Teile gegeliedert. Der erste Teil behandelt Baaders Leben bis zu seiner letzten Festnahme nach der "Mai-Offensive", im zweiten Abschnitt geht es um den letzten Lebensabschnitt Baaders bis zu seinem Selbstmord in der Stammheimer Vollzugsanstalt. Der Verlag betont, dass beide Verfasser einen objektiven Blick auf die Geschehnisse haben, da zu spät geboren um 1968 dabei gewesen zu sein (kleiner Seitenhieb auf Stefan Austs "Baader-Meinhof-Komplex"?)

Vorneweg: Das Buch ist gut lesbar und fesselnd geschrieben. Es bietet allerdings keine Geschichte der RAF, sondern versucht sich auf die Person Baader zu konzentrieren. Ein nicht immer einfaches Unterfangen. Die beiden Verfasser haben neben den üblichen Quellen wie Vernehmungsprotokolle und Medienberichten auch jede Menge Interviews verwendet, so unter anderem mit Baaders ehemaliger Lebensgefährtin, seiner Tochter, den vorsitzenden Richtern in Stammheim und schließlich sogar mit Horst Herold, dem ehemaligen Chef des BKA.

Dennoch enttäuscht das Buch meines Erachtens. Das Wirken und die Taten der RAF, die zahlreichen Banküberfälle und die Bombenanschläge im Mai 1972, werden nur sehr allgemein behandelt. Sicher, darüber kann man sich anderweitig genauso gut informieren, und es handelt sich hier um eine Baader-Biographie und um keinen Abriß der RAF-Historie. Dennoch, gerade hier hätten die Autoren konkreter und ausführlicher werden müssen. Letzten Endes war es die Zeit in der RAF, die Baader zum Staatsfeind machte, und nicht der vergleichsweise ausführlich dargestellte Prozess um die Brandstiftungen in diversen Kaufhäusern.

Ein anderer Kritikpunkt für den ersten Teil: Zentrale RAF-Mitglieder wie Meinhof, Ensslin, Raspe oder Meins werden völlig unzureichend eingeführt, obwohl zumindest Gudrun Ensslin sicher maßgeblichen Einfluß auf Baader hatte.

Sachlicher und informativer geschrieben fand ich den zweiten Teil, in dem der Zeitabschnitt zwischen Baaders endgültiger Verhaftung und seinem Selbstmord abgehandelt wird. Leser mit weniger Vorbildung nehmen hier mehr mit.

Was meines Erachtens manchmal etwas stört, ist der etwas flappsige Stil. Manche Sätze kommen zu locker daher, eine konservativere Wortwahl wäre hin und wieder angebrachter gewesen. Auch nicht jedes Interview, dass die Autoren führten, ist wirklich aussagekräftig.

Das Angebot an "neutraler" Literatur über die RAF ist überschaubar. Deshalb sind Vergleiche mit dem kontrovers diskutierten Aust'schen "Baader-Meinhof Komplex" zumindest teilweise angebracht. Wer letzteres schon gelesen hat, wird hier wenig essentiell neues finden. Allerdings, die hiesigen Autoren stehen den von der RAF verwendeten Begriffen wie "Isolationsfolter" und auch den Hungerstreiks kritischer und distanzierter als Aust gegenüber. Das ist ein eindeutiger Pluspunkt.

Ich kann das Buch keinem Einsteiger in das Thema empfehlen. Interessierte Leser können einen Blick riskieren, aber es ist definitiv kein Muss.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Mit der Frage, die ich als Überschrift gewählt habe, beginnt der Epilog dieses überaus empfehlenswerten Buches. Davor haben es die Autoren, der eine Dokumentarfilmer, der andere u. a. Theologe, es geschafft, dem Leser das Leben des "Staatesfeindes Nr. 1" der frühen siebziger Jahre detailliert und kompetent darzustellen. Dabei werten sie bekannte Quellen aus, haben es aber auch für dieses Buch zustandegebracht, daß

unmittelbare Zeitzeugen sich zu Baader äußern. So z. B. seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter seiner Tochter Suse. Aufgearbeitet werden die Anfänge der RAF; einen breiten Raum im Buch nimmt der Stammheim Prozeß ein.

Dies alles geschieht nicht oberlehrerhaft, die Sprache ist nüchtern, dennoch fesselte mich das Buch von der ersten Seite an. Die Autoren spekulieren nicht, lassen alles ideologische beiseite, dies besonders bei der Frage, ob Baader, Ensslin, Raspe in Stammheim durch den Staat ermordet wurden. Sie führen zweifelhaftes auf, vertreten dann aber doch deutlich die Ansicht, daß es sich um Selbstmorde handelte.

Nun werden sie zurecht fragen: Was ist denn nun mit der obigen Frage? Dieses sollten sie durch Lesen des Buches herausfinden! Ohne zuviel zu verraten, das Buch gibt eine Antwort, die zwar nicht überrascht, aber die ausgewogen und nachvollziehbar ist, ohne den Menschen Andreas Baader zu mystifizieren!

Alles in allem braucht das vorliegende Buch keinen Vergleich mit dem Buch von Stefan Aust, "Der Baader Meinhof Komplex" zu scheuen!
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26 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Das Autorenteam Stern/Herrmann befasst sich mit dem Leben des einstigen Staatsfeindes Andreas Baader.

Dabei enthalten sich die Autoren im vorliegenden Buch jeglicher subversiver Betrachtungen, sondern schildern die Fakten wertneutral.

Damit hat der Text in erster Linie chronistischen Charakter.

Aufgrund unzähliger Interviews, Briefe und Gerichtsprotokolle wird versucht ein Persönlichkeitsprofil Baaders zu erstellen und in diesem Zusammenhang bestimmte Facetten der 68er Bewegung zu fokussieren. Das Hauptaugenmerk legen die Autoren allerdings auf die vielschichtige Persönlichkeit Andreas Baaders, den die damalige Presse in einem geradezu Furcht erregenden Licht erscheinen ließ.

War Baader wirklich ein solch gewalttätiges, nur schnelle Autos im Kopf habendes , intellektuell unterbelichtetes, Frauen verachtendes, selbstverliebtes Ekelpaket?

Der damalige BKA-Präsident Horst Herold hat sich lange mit der Person Baaders beschäftigt. Er hielt ihn für sehr intelligent und vorausschauend, für den perfekten Guerilla -Kämpfer. Historisch lasse es sich mit dem Rechtsanwalt Mirabeau,dem Vertrauten von Robespierre während der französischen Revolution vergleichen.( S. 172)

Der 1943 geborene Baader wuchs als Halbwaise auf. Sein Vater, ein promovierter Historiker, kam aus der russischen Gefangenschaft nicht mehr zurück. Man erklärte ihn nach dem Kriege für tot. Baaders Vater war nachgewiesenermaßen kein Nazi. Das Einzelkind Andreas war laut dem FAZ- Journalisten Jürgen Busche, der ihn im Stammheimer Gerichtssaal oft erlebt hatte, ein " typisches Produkt einer Frauenerziehung, gut im Beobachten und strategischen Kommunizieren, aber auch im Beschimpfen und Ausnutzen der Schwächen anderer."(S. 207) Busch resümiert , dass der Top-Terrorist kein harter Junge im landläufigen Sinne war und alles andere als ein typischer Macho und auf keinen Fall ein Killer.

Dass er sich die Wimpern tuschte, bedeutete laut Busche nocht nicht, dass er Dandyallüren hatte. Dazu fehlten ihm die Geduld, das Pedantische des Auftritts und die Akkuratesse, begründet hier der FAZ-Journalist.

Bis es zu seiner politischen Ambitionierung kam, schien er in jeder Beziehung jahrelang desorientiert gewesen zu sein.

Baader , der in München aufwuchs, war ein renitentes Kind, das sich früh schon mit den damals autoritären Lehrern anlegt, schulische Leistungen verweigert, oft das Gymnasium ( u.a. das Maximilianasgynasium) wechseln muss und schließlich ohne Abitur seinen schulischen Werdegang beendet.

Sein ehemaliger Klassenleiter Hötzl diagnostizierte dennoch , dass er eine überdurchschnittliche Intelligenz besitze, fähig sei zu logischem Denken und kritischen Urteilen und seine Phantasie gut entwickelt sei.(S. 31)

Was ist schief gelaufen? Wer hat hier versagt? Weshalb musste ein Mensch mit solchen Qualitäten im Alter von 34 Jahren sterben?

Der 19jährige Schönling Baader hatte Freunde in der Schwabinger Bohème (u.a. Holm von Czittritz und den Schauspieler Peter Vogel) und besuchte in München kurzfristig eine Kunstschule. Er spielte mit dem Gedanken Journalist oder Schriftsteller zu werden. Zu diszipliniertem Arbeiten fehlte ihm damals die notwendige Erkenntnis. Aufgrund von Verwicklungen in die " Schwabinger Krawalle" verlässt er München und zieht nach Berlin, wo er einen weiteren Ausbildungsversuch in einer Kunstschule startet. Er lernt 1964 die Malerin Ello Henkel-Michel und deren Gatten Manfred Henkel, ebenfalls ein Maler, kennen und bewohnt von nun an mit dem Ehepaar gemeinsam deren Wohnung. Irgendwann wird er Ellos Geliebter. Baader hält sich zu dieser Zeit in der Berliner Bohème-Szene auf und gibt vor schriftstellerisch tätig zu sein. Versorgt wird er jetzt durch die Einkünfte Ellos, die von ihm ein Kind erwartet. Baaders Tochter Suse wird 1965 geboren.

Zu diesem Zeitpunkt brodelt es schon heftig in der Studentenszene. Aufgebracht durch die Napalmangriffe der Amerikaner auf vietnamesische Kinder und immer mehr verärgert über die erneut in Amt und Würden hockenden Altnazis, kommt es zu den ersten Studentendemonstrationen. Darüber schreibt Stern. Auch bringt er die Schahdemonstration zur Sprache, als der Student Benno Ohnesorg seitens eines Zivilbeamten erschossen wird.

Die Empörung über den Tod Ohnesorgs führte zu den Kampfaktionen der Studenten, in der Andreas Baader die Rolle seines Lebens fand.

Stern schreibt von der Kommune 1 und der allmählichen Politisierung Baaders, von der so genannten Kaufhausbrandstiftung in Frankfurt und dem Beginn der Übertragung von Che Guevaras Konzept der Propaganda der Schüsse auf die Metropolen in Westeuropa. Baaders Ziel war es hier eine Avantgarde-Position einzunehmen. Seine diesbezügliche Selbstinszenierung bezieht er filmischen Vorbildern, wie etwa der " Schlacht um Algier".

In der Szene wird er Alain Delon genannt.

Aufgrund der Brandstiftung werden die insgesamt vier Brandstifter verhaftet. Zu diesen zählt auch seine spätere Geliebte und Weggefährtin Gudrun Ensslin. Die Häftlinge verbüßen eine ungewöhnlich hohe Haftstrafe. Dies führt dazu , dass es zu heftigen Protesten kommt und sich die Stimmung im Land immer mehr zuspitzt.

Nach der Haftentlassung engagiert sich Baader für das Ende der traditionell repressiven Heimerziehung in der Bundesrepublik, in diesem Zusammenhang lernt er auch die Journalistin Ulrike Meinhof kennen, die sich ähnlich wie Ensslin und andere intellektuelle Frauen der linken Szene diesem Leitwolf mit Sex-Appeal kritiklos unterordnen.

Da erneute Inhaftierung droht, flüchten Baader und Ensslin durch halb Europa, kehren schließlich nach Berlin zurück und gründen 1970, gemeinsam mit den Rechtsanwalt Horst Maler die Rote-Armee-Fraktion. Diese definiert sich als Stadtguerilla und befasst sich zunächst mit Banküberfällen, Waffenkäufen, Einrichten illegaler Wohnungen, Beschaffung von Ausweisdokumenten. Im Mai 1972 kommt es dann zu Bombenattentaten gegen amerikanische Militäreinrichtungen und den Springer-Konzern. Noch im gleichen Monat wird Baader verhaftet. Ausführlich berichtet Jörg Hermann von den dann folgenden Geschehnissen im Gefängnis, den vielen unergiebigen Hungerstreiks, der Veränderung Baaders zu einem auf das Geistige und auf die Schriftstellerei bezogenen Menschen. Der Umzug nach Stammheim und der Besuch Jean-Paul Sartres werden ebenfalls detailliert thematisiert.

Hat es in Stammheim wirklich eine Isolationsfolter gegeben? Wie sahen die Beziehungsmuster der Häftlinge Baader, Ensslin, Raspe, Meinhof und Möller aus? War Baader auch im Gefängnis der Leitwolf? Blieb er der Strippenzieher der RAF trotz der dicken Gefängnismauern?

Diesen Fragen geht Herrmann in seinen umfangreichen Ausführungen nach und berichtet spannend von den Prozesstagen, den Verteidigern, zu denen u.a. der spätere Bundesinnenminister Schilly zählte, und zitiert dabei aus den Gerichtsprotokollen.

Das Buch endet mit der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer durch die RAF und die Ermordung des Lufthansakapitäns Schuhmann durch palästinensische Terroristen. Diese hatten eine vollbesetztes Flugzeug gekidnappt, um die Gefangenen von Stammheim freizupressen. Aus gleichem Grund wurde Schleyer gefangengehalten. Eine GSG-9 -Einheit befreite in Mogadischuh die Passagiere. Daraufhin haben sich die Häftlinge von Stammheim ( Meinhof nahm sich schon im Vorjahr das Leben) noch in der selben Nacht selbst getötet, weil sie es offenbar nicht mehr ertragen konnten , weiterhin im Gefängnis leben zu müssen.

Dies war schon erstaunlich für den 34 jährigen Andreas Baader, dessen Persönlichkeitsprofil auf einen verstärketen Lebenswillen hinweist. Im Ausland hatte sein Tod damals Spekulationen ausgelöst.

Bilden Sie sich bitte selbst ein Urteil darüber , ob die Autoren die Vermutungen und Legenden vollständig ausräumen konnten.

Könnte Schleyer noch am Leben sein, wenn man die Häftlinge rechtzeitig außer Landes verwiesen hätte? War diese Machtprobe notwendig? Hätte man die Gewalteskalation der 2. RAF- Generation verhindern können, wenn man in den 60ern bereits den Dialog mit diesen jungen Menschen gesucht hätte?

Lesen Sie dieses Buch, dann werden sie sicher Antworten auf diese Fragen finden.

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