Nicht jeder Fantasy-Fan ist auch Drachenliebhaber - und umgekehrt. Und was sind denn überhaupt Drachen? Überdimensionale Echsen mit Schuppenhaut und Feueratem? Sind sie gut? Sind sie böse? Sind sie vielleicht nur ein Fantasieprodukt oder existieren sie tatsächlich?
All diese Fragen und noch viele, viele mehr beantwortet der anerkannte Drachenforscher Wolfgang Schwerdt in seinem neusten Buch "Andre Zeiten, andre Drachen", denn der Autor beschäftigt sich hier mit 10.000 Jahren Kulturgeschichte, die ganz im Zeichen des Drachens steht.Vom sumerisch-babylonischen Schöpfungsmythos ist hier ebenso die Rede, wie von der griechisch antiken Götterwelt, dem Nibelungenlied, Fafnir, Beowulf, den ordnungsbringenden Drachen des chinesischen Kaiserreichs und den Drachentötern aus der Bibel. Natürlich geht Schwerdt auch auf die heutige Zeit ein und lässt Fuchur ebenso auftauchen wie Grisu, Tabaluga oder den Drachen von Eragon, Saphira.
Dieser Streifzug durch die Zeit zeigt eingänglich, wie sich die Vorstellung vom Drachen an sich im Laufe der verschiedenen Epochen gewandelt hat. Als sorgfältiger Journalist bereitet Schwerdt dabei jedes Thema tiefgründig und hoch informativ auf, um einen maximalen Mehrwert für den Leser zu schaffen. Dabei ergeht er sich allerdings nicht in wissenschaftlichem Geschwafel, sondern schreibt unterhaltsam und kurzweilig, womit dieses Werk auch für jeden Laien geeignet ist, sei dieser nun an Fantasy, Drachen, Mythen, Epen oder Geschichte im Allgemeinen interessiert.
Für alle eben, die wissen möchte, was ein Drache denn nun ist.