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sev. Ein charmanter Plauderer, der mit seinen Anekdoten über die Börsen die Menschen anzuregen und zu erheitern vermochte, mit solchen Worten wird der im letzten Herbst verstorbene Börsenguru André Kostolany von vielen Zeitgenossen beschrieben. Gerne werden deshalb auch seine zahlreichen Bonmots zitiert, mit denen er das Geschehen an den Finanzmärkten kommentierte. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die fünf teuersten Worte an der Börse lauteten: «Diesmal wird es anders sein.» Kurz vor dem Tod dieser schillernden Persönlichkeit ist eine Biographie Kostolanys erschienen. Sie erklärt das Phänomen des Gurus, erzählt, wie der Mann zum Mythos wurde. Spannend ist seine Vita auch, weil sich grosser Erfolg und hohe Verluste mehrfach ablösten. Dabei ist die Biographie eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden. Der gebürtige Ungar war dem Weltgeschehen ausgesetzt anderseits nutzte er die Wirren der Zeit auch, um geldbringende Chancen zu ergreifen. So wird geschildert, wie er immer wieder versuchte, an Informationen zu gelangen, die ihm Aufschluss über die politische Entwicklung gaben und aus denen er seine Prognosen ableiten konnte. Durch die Beobachtung des politischen Geschehens hat Kostolany viel Geld gewonnen wie auch durch Fehleinschätzungen wieder verloren. Auf unterhaltsame Weise wird sein Leben von der Geburt 1906 in Budapest über die Lehr- und Erfolgsjahre in Paris, die Emigration in die USA nach der Besetzung Frankreichs sowie seine Rückkehr nach Europa nach dem Zweiten Weltkrieg geschildert. Begründet wurde der Ruhm Kostolanys durch den Börsencrash von 1929. Als einer der ganz wenigen lag Kostolany mit seinem Baisse-Engagement richtig. Auch als im Herbst 1939 die Kurse an der Pariser Börse zu bröckeln begannen, erwies sich seine Intuition, auf sinkende Kurse zu spekulieren, als richtig. Später stiegen jedoch in der Folge des Hoover-Moratoriums die Kurse wieder, was Kostolany inzwischen um sein Vermögen brachte, das er danach aber wieder von neuem aufbaute. Leichtfüssig kommt der Erzählstil des Buches daher, vielleicht etwas gar flapsig. Dem Unterhaltungswert tut dies aber keinen Abbruch.
Eine weitere Ursache für das Phänomen Kostolany: Er darf als einer der besten Zeugen des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. 1906 in Budapest geboren, hat er die zentralen Begebenheiten dieses so ereignisreichen Jahrhunderts aufmerksam beobachtet und scharfsinnig kommentiert.
Dieses Buch stellt die wichtigsten Stationen im Leben Kostolanys vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse lebendig dar. Es ist ein Rückblick auf das 20. Jahrhundert, aber auch Hommage an einen Mann, dessen Analysen und Kommentare dieses Jahrhundert verstehen lassen.
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