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André Gide und die Krise des modernen Denkens
 
 
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André Gide und die Krise des modernen Denkens [Taschenbuch]

Klaus Mann
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (7. Juni 1984)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499153785
  • ISBN-13: 978-3499153785
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 476.384 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Klaus Mann schrieb mit diesem Buch die erste gründliche Darstellung des französischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers André Gide. Geprägt von tiefer Verehrung und Bewunderung für einen großen Menschen und genialen Dichter erkennt Mann aber auch die Anfälligkeiten und die Problematik seines Vorbilds; es ist ihm gelungen, die menschlichen, denkerischen und dichterischen Konflikte Gides bis in die Einzelheiten getreu und mit großem Einfühlungsvermögen nachzuzeichnen. Jedoch zeigt das Buch nicht nur Gide inmitten seiner Zeit. Vieles ist auch Selbstdarstellung des Autors und vermittelt zugleich einen tiefen Einblick in Persönlichkeit und Werk Klaus Manns.

Über den Autor

Geboren am 18.11.1906 in München als ältester Sohn Thomas und Katja Manns. Klaus Mann schrieb mit 15 Jahren erste Novellen. Es folgten die Gründung eines Theaterensembles mit Schwester Erika, Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens, 1929 unternahm er eine Weltreise "rundherum". In der Emigration (mit den Stationen Amsterdam, Zürich, Prag, Paris, ab 1936 USA) wurde er zur zentralen Figur der internationalen antifaschistischen Publizistik. Er gab die Zeitschriften «Die Sammlung» (1933-35) und «Decision» (1941-42) heraus, kehrte als US-Korrespondent nach Deutschland zurück. 1949 beging er aus persönlichen und politischen Motiven Selbstmord, nachdem er in dem von Pessimismus erfüllten Essay "Die Heimsuchung des europäischen Geistes" noch einmal zur Besinnung aufgerufen hatte. Mann sagte sich früh vom Daseinsgefühl der Eltern-Generation los und stellte die Lebenskrise der «Jungen» in der stilistisch frühreifen"‚Kindernovelle" und in der Autobiographie des Sechsundzwanzigjährigen "Kind dieser Zeit"' dar. Seine wichtigsten Romane schrieb Mann im Exil: "Symphonia"', "Pathétique"; "Mephisto. Roman einer Karriere im Dritten Reich", und "Der Vulkan"'. In der Autobiographie ‚Der Wendepunkt' gelangt Klaus Manns Diktion zu Reife und gelassener Sachlichkeit. Mann Er sprach stellvertretend für eine Generation, die in den 20-er Jahren ihre prägenden Eindrücke empfing, mit einem engagierten Freiheitsbewusstsein zu neuen Ufern aufbrechen wollte und zwischen den Fronten einer zerrissenen Nachkriegswelt an der Machtlosigkeit des Geistes verzweifelte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meisterwerk 8. Juni 2007
Dieses Buch kann ich jedem Klaus Mann und/oder André Gide-Fan vollstens empfehlen. Kenntnisreich und vor einem breiten historischen Hintergrund beschreibt Klaus Mann das Leben und Werk seines großen Idols. Dabei fällt sehr positiv aus, dass er seine Bekanntschaft mit dem großen Nobelpreisträger nie ins Zentrum des Werkes rückt, sondern sich sehr bescheiden zurückhält. (So erfährt man gar nichts aus der Korrespondenz zwischen den beiden und Klaus Mann verschweigt sogar, dass Gide das Patronat für seine eigene Exilzeitschrift "Die Sammlung" übernommen hat.) Stattdessen beschreibt er mit einem Schwerpunkt auf der Werkanalyse die Entwicklung Gides und bringt diese mit der kulturellen und politischen Situation in Europa in Verbindung. Man bekommt ein sehr genaues, vielschichtiges Bild vom Menschen Gide, der in all seinen Widersprüchen dargestellt wird, ohne dass Klaus Mann ewig auf dem Thema Homosexualität herumreitet - er vertuscht es aber auch nicht und findet so die gelungene Balance zwischen spießbürgerlicher Verklemmtheit und sensationslüsterner Sexualitätsbesessenheit. Das gelingt heutzutage leider in den wenigsten Biografien, daher ein großes Lob an Klaus Mann. Mit dieser André Gide -Monografie hat er ein einzigartiges Werk von erstem Rang geschaffen, das sich nebenbei noch hervorragend lesen lässt, ganz wie ein Roman. Ein Meisterwerk.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
"Menschsein, das heißt Mensch WERDEN."
André Gide

Klaus Mann, Sohn von Thomas Mann un glühender Antifaschist, gehört, wenn auch nicht zu den größten, so zumindest zu den am meisten unterschätzten deutschen Schriftstellern des (frühen) 20. Jahrhunderts. Sein letztes Buch, eine Biographie von André Gide, ist ihm stilistisch und auch inhaltlich famos gelungen; er schafft es, einen äußerst beeindruckenden Geist vor uns auszubreiten, zumal er sich sehr gut im gideschen Werk auskennt, welches so natürlich zum Fixpunkt seiner Studie gerät. Über den Menschen Gide erfahren wir daher eher viel im (Gegen-)Bezug zu seinem Werk.

Leider ist gerade dieses Werk heute größtenteils in Vergessenheit geraten. Mal abgesehen von Die Falschmünzer oder vielleicht noch Die Verliese des Vatikans, ist alles entschwunden; vergessen sind solch wunderschöne kleine Bücher wie Der Liebesversuch oder die Symbolik von Die enge Pforte.

Und auch vergessen scheint ihr Schöpfer, der Mann, der wie kaum ein anderer die Dialektik und Problematik der Moderne durchlebte, das Moralische ergründete, das freie Leben jenseits von Gut und Böse pries (Les Nourritures terrestres, den Kolonialismus erforschte, kurze Zeit dem Kommunismus angehörte und der trotz seiner langen Odyssee nie aufhörte nach Vollkommenheit zu streben: Le Paradis es toujours à refaire...
und der sein Leben lang trotz seines Kampfes gegen Institutionen wie die Kirche, seinem christlichen Glauben nie ganz entsagte und sein Leitmotiv in einem der wichtigsten Bibelzitate fand: "Den wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert, der wird es erhalten."

"Wie reich man wird, wenn man sich verschwendet!"
Klaus Mann

Dieses Buch ist nicht nur eine Gideeinführung, es ist auch Konfrontation und eine Reise. Wer diese Reise im vollen Genuss erleben will, sollte vielleicht ein paar französisch Kenntnisse mitbringen, da das Buch viele Originalzitate, die nicht übersetzt sind, enthält. Trotzdem würde ich dieses Buch empfehlen, allein schon auf Grund der beiden Persönlichkeiten denen wir hier begegnen und die uns beide einiges über das allgemeine Leben und Werden und über die menschliche Botschaft, aber auch über ihre Epoche zu berichten haben, die diese Botschaft nicht "Ensemble" getragen hat.

Gide war ein großer Mann, nach seiner eigenen Definition:
"Ein großer Mann hat nur einen Wunsch: So menschlich wie möglich - sei es selbst auf die Gefahr hin, gewöhnlich zu erscheinen. Gerade indem er dies tut, wird er - wie bewunderungswürdig! - auch seine Persönlichkeit durchaus entfalten. Wer sich aber vom allgemein Menschlichen auf die Enge des eigenen Ich zurückzieht, der verkümmert in grillenhafter Vereinsamung..."

Dies ist sicherlich nicht der einzige Standpunkt des "werdenden" Gides - die anderen finden sich in diesem Buch; man durchläuft sie fast sämtlich mit.

"Und um wenn sollte man sich die Mühe geben, wenn nicht um den Menschen. Er hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen."
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Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Klaus Manns Buch ist eine exzellente Abhandlung über einen Schriftsteller, der inzwischen - wenn ich es richtig sehe - eher wieder in den Schatten der Literaturgeschichte zurückgetreten ist. Klaus Mann will 1943 keinen Zweifel daran lassen, dass wir es mit einem der größten Geister der französischen Literatur zu tun haben, allerdings zeigen seine Beschreibungen einzelner Werke und Phasen Gides z.T. schon deren historische Begrenztheit auf. Auch wenn man ein Buch wie "Die Falschmünzer" betrachtet, das für Klaus Mann noch unangefochtene Geltung hat, so wird man heute wohl nicht umhin können zu sehen, dass dieses Werk inzwischen eher zeitgebunden erscheint und nicht etwa die Bedeutung des "Ulysses" von Joyce hat, mit dem es doch gerne verglichen wurde.

Nichtsdestoweniger scheint mir Klaus Manns Darstellung nach wie vor äußerst lesenswert zu sein. Da Gide vielleicht aus heutiger Sicht keiner der ganz großen Schriftsteller war, sondern eher repräsentativ für die Entwicklung der französischen Literatur und des französischen Geistes, liest sich das Buch auch wie eine sehr lebendige französische Literatur- und Geistesgeschichte der Zeit vom Symbolismus am Ende des 19.Jahrhunderts bis hin zum 2.Weltkrieg. Indem die einzelnen Werke Gides in sinnfälliger Weise als Ausdruck der Entwicklung seines Geistes und Charakters dargestellt werden, begreift man die Logik der einzelnen literarischen Ausprägungen von innen heraus - nicht zuletzt auch deshalb, weil Klaus Mann nicht nur Gides Werk im Auge hat, sondern auch dessen vielfältige Bezüge zu anderen französischen und internationalen Künstlern der Gegenwart und Vergangenheit. Mit diesem Buch verarbeitet er die Wirkung, die Gide und die französische Literatur auf ihn und seine Generation gehabt haben. Nur zu bewundern sind die Belesenheit Klaus Manns, seine subtile Formulierungskunst und tiefen Einsichten in die Gestaltungsgesetze der Gideschen und französischen Literatur!
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