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Andorra: Stück in zwölf Bildern
 
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Andorra: Stück in zwölf Bildern (Taschenbuch)

von Max Frisch (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 127 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: Neuauflage. (8. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518367773
  • ISBN-13: 978-3518367773
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 2.641 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'"Andorra" ist eine der stärksten Herausforderungen, die seit Jahr und Tag von der deutschen Bühne ausgegangen sind.'
(Friedrich Torberg)


Kurzbeschreibung

Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozeß einer Bewußtseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heißt in Max Frischs Stück »Judsein«. Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961.

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Andri zwischen Identität und Rolle, 5. November 2004
Ein zeitloses Stück, das immer und immer wieder gelesen und von Neuem interpretiert werden kann... in jeder Hinsicht...

Vor etlichen Jahren, als ich dieses Stück als Pflichtlektüre in der Schule lesen mussste, empfand ich es vielmehr als eine Qual - als ein Vergnügen, genauso wie "Homo Faber". Doch spaeter an der Uni begann ich zu begreifen... Frisch hat mich mit seinen Werken regelrecht in seinen Bann gezogen! Und ich fing an, mich mit Frisch näher auseinander zu setzen und seine Werke regelrecht zu verschlingen.

In seinem Drama "Andorra", das Max Frisch in seinem Tagebuch als der "andorranische Jude" vorbehandelt, geht es um das Spiel zwischen Identität und Rolle. Es kommt jedoch zu keiner Individualisierung, sondern zu einem gesellschaftlichen Beschluss, zu einer Reihe von Vor-Urteilen und schließlich zur Identitätsberaubung, die Folge einer kollektiven Schuld werden. Die Welt wird als Modell dargestellt. Das sogenannte jüdische Schuldproblem wird schematisiert.
Die männliche Hauptfigur Andri, sowie die weibliche Hauptfigur Barblin befinden sich im Unwissen, dass sie Halb-Geschwister sind. Andri lebt im Glauben, dass sein Pflegevater, der Lehrer, ihn als Judenkind "von den Schwarzen" gerettet und groß gezogen hat. Andri wird als "Jude" abgestempelt, obwohl er gar keiner ist. Er wird immer wieder mit bestimmten Klischees seiner angeblich jüdisch-ethnischen Provinz konfrontiert. Er darf beispielsweise kein Tischler werden. Er liebt Barblin, die ihm verweigert wird, da sie seine Halbschwester ist. Alle machen sich ein falsches Bild von ihm, er wird nur von Vor-Urteilen umgeben und letztendlich fängt er an, sich diese Eigenschaften selbst einzubilden und spielt seine Rolle zu Ende. Andri wird seiner Identität beraubt.
"Andorra" ist ein Stück über die Manipulation der Menschen, es ist eine An-Häufung von Klischees, wie man zu sein hat, wenn man einer bestimmten ethnischen oder sozialen Klasse angehört.
"Die Hölle sind die andern", so heißt es in Sartres Stück "Geschlossene Gesellschaft". Zwischenmenschliche Beziehungen können manchmal teuflisch sein, vor allem, wenn man von den anderen abhängig ist und sich beeinflussen lässt, indem man auf ihr Vor-Urteil eingeht. Dann befindet man sich tatsächlich in der "Hölle". Besonders, wenn man gegen diese Vor-Urteile nicht ankämpft. Der Mensch ist nur "frei" bzw. findet seine wahre Identität, indem er individuell reagiert. Und genau das war Frischs Absicht in seinen Werken. Er versucht den Menschen zu individuellen Reaktionen zu bringen!!!

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Stück zum Nachdenken..., 21. November 2002
Von Ein Kunde
Andorra hat viele Thematiken, sei es die Verfolgung von Juden, das bornierte Denken einer Gesellschaft in Vorurteilen und Klischees oder einfach das Leben und Leiden von Andri. Egal wie oft man Andorra liest, man kann immer neue Aspekte und Symboliken entdecken. Erst nach dem dritten mal lesen habe ich z.B. die ärztliche Untersuchung mit der Ausselectierung der Juden durch die Naziärzte in Verbindung gebracht und es hat mich tatsächlich erschreckt dass ich beim ersten mal nicht im geringsten daran gedacht habe und sogar schmunzeln musste als Andri voller Stolz seinen Mund öffnete und "Aaaaaandorra" ertönen lies. Ich denke genau das macht Andorra so interessant, es ist ein Stück zum Nachdenken. Alles was in Andorra gesagt wird ist zeitlos und ohne örtliche Beschrenkung, genauso könnte es in Deutschland, an ihrem Arbeitsplatz oder in einer Schulklasse spielen, denn Vorurteile gibt es überall. Nach dem man Andorra gelesen hat wird man sich vielleicht öfter überlegen ob man denn immer gerecht über andere Mensche urteilt, vielleicht wird man darauf stoßen dass man, auch wenn man denkt man sei tolerant, Vorurteile in sich trägt die einem gar nicht mehr bewusst sind. Andorra ist, wie ich finde, sehr gut gegliedert und durch die Unterteilung in 12 Bilder einfach zu lesen. Jedes Bild zeigt ein neues Problem von Andri auf und baut auf das vorherige auf, so steigert sich die Handlung langsam und führ am Ende zu einem jehen Ende. Ich kann Andorra nur empfehlen. Es ist mit Sicherheit eins der großen literarischen Meisterwerke. Falls Sie in ihrer Nähe die Möglichkeit haben sich das Theaterstück anzusehen, lassen sie es sich nicht entgehen, richtig gespielt ist es ein wahres Erlebnis.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Dramen der Gegenwart, 27. April 2001
Von Knorr Florian (Marktredwitz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Die Lebenslüge des Lehrers Can, mit der er sich und seine Familie zerstört, steht im Mittelpunkt von Frischs Drama „Andorra". Um seine Beziehung zu einer Ausländerin und das aus dieser Beziehung entstandene Kind namens Andri geheim zu halten, gibt er Andri als ein Waisenkind aus, das er vor den „Schwarzen" zur Zeit der Judenmorde gerettet hat, und somit in Andorra zu einem Held wurde. Doch als Andri sich in seine Halbschwester Barblin verliebt und auf Grund von Vorurteilen von den Andorranern benachteiligt wird, gerät Cans heile Welt ins Wanken. Er erkennt, dass er verpflichtet ist die Wahrheit zu sagen, was ihm unheimlich schwer fällt. Somit nimmt Andri allmählich die Vorurteile an, die ihm tagtäglich von den Andorranern entgegengehalten werden. Als dann die „Schwarzen" in Andorra einfallen, ist es für die Wahrheit zu spät. Niemand will ihm mehr glauben - auch Andri nicht. Bei einer Judenschau wird Andri wegen der von ihm angenommenen Verhaltensweisen entlarvt und exekutiert. „Andorra ist der Name für ein Modell" sagt Max Frisch und gibt damit zu verstehen, dass dieser Roman exemplarisch das Mitläufertum während des Nationalsozialismus schildert. Schockierend ist das Selbstbild der Andorraner, deren „größte Waffe" ihre „Unschuld" ist - wie sie über sich sagen. Dabei sind sie doch am Tode Andris schuld. Meiner Meinung nach gehört „Andorra" zu den besten deutschsprachigen Dramen der Gegenwart. Das Buch ist leicht zu lesen und doch sehr bewegend. Zu dem selben Thema empfiehlt sich auch: Gotthold E. Lessing, „Nathan der Weise"
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Veröffentlicht am 2. Mai 2007 von Brond

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