Der erste Film der Filmgeschichte, der sich mit dem Thema der Homosexualität auseinander setzt. Nachdem der Film 1919 in den Verleih kam, hat er eine Geschichte "erlebt", die ebenfalls verfilmt werden könnte. Verboten, verstümmelt, zerstört, ist von der ursprünglichen Filmfassung nicht mehr viel übrig. Jedoch wurde die hier vorliegende Fassung von der Edition Filmmuseum München liebevoll restauriert. Man begab sich überall in der Welt auf Spurensuche, und fand hier und da tatsächlich nützliches Material. Das Sujet des Film ist schnell umrissen. Junger Mann verliebt sich in einen berühmten Musiker, die beiden beginnen eine Beziehung und scheitern schließlich am Widerstand der Gesellschaft. Nicht mehr erhaltene Filmsequenzen wurden mit Standfotos und entsprechenden Zwischentitel verständlich gemacht. Ursprüng wohl über 120 Minuten lang, kommt er heute auf gerade mal ca. 50 Minuten. Wunderbar ist Conrad Veidt, der in seinem minimalistischen Spiel alles mit seinen Augen "sagt". Der Film kommt ohne große Gesten aus, der Set ist wie es in den 10er des vergangenen Jahrhunderts noch üblich war, etwas statisch. Ebenso ist er in Sachen Schnitt und Montage nicht mit den Werken der späteren Zeit (F.Lang, E.Lubitsch, F.W.Murnau) zu vergleichen. Dennoch, schon allein um sich einen Einblick in die damalige Zeit zu verschaffen, ist er zu empfehlen. Die Extras der DVD sind allerdings nicht besonders umfangreich, schade. Das Besondere an diesem Film aber liegt eben daran, dass er tatsächlich anders ist, als die anderen.