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Andenken
 
 

Andenken (Gebundene Ausgabe)

von Lars Brandt (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 6 (4. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446207104
  • ISBN-13: 978-3446207103
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 288.824 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Im Oktober 1992 starb mit Willy Brandt einer der wichtigsten Politiker der Bundesrepublik. Sein Sohn Lars hat nun ein Erinnerungsbuch veröffentlicht, das sich abhebt von den vielen anderen Publikationen über diesen großen Mann: Keine Biografie und schon gar keine politische Analyse, sondern ein sehr persönlicher Blick zurück, der gerade durch diese Mischung aus Nähe und Distanz fasziniert. Nah und distanziert zugleich war auch das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Lars Brandt schreibt, er könne sich nicht erinnern, dass V. -- das Kürzel benutzt er durchgängig -- ihn als Kind jemals in den Arm genommen oder über den Kopf gestreichelt habe. Und dennoch war da eine Verbundenheit, die Lars Brandt später als Erwachsenen sogar zum Redenschreiber für seinen Vater prädestinierte.

"Hätte man diesen Menschen von seinen Widersprüchen befreien wollen, wäre wenig von ihm übrig geblieben." Glücklicherweise versucht das sein Sohn auch gar nicht, sondern präsentiert meist kurze Erinnerungsbilder, Fußnoten zu einem großen Leben, die literarisch anmuten und trotz ihrer Knappheit berühren und diesen Mann mit seinen Eigenarten nahe bringen. Etwa Brandts Vorliebe für immer kleinere Kämmerchen, in die er sich privat zurückziehen konnte, während die Dienstvillen während seines Aufstiegs zum mächtigsten Mann des Staates immer größer wurden. Oder der Widerspruch, dass er als Politiker die Massen emotional begeistern konnte, aber gleichzeitig in persönlichen Begegnungen Menschen enttäuschte, wenn er "Emotionen wachrief, ohne ihnen wirklich zu antworten".

Lars Brandt war sechs Jahre alt, als sein Vater Regierender Bürgermeister Berlins wurde. Andenken gewährt deshalb auch einen spannenden, teils auch amüsanten Blick hinter die Kulissen der Macht. Wie es ist, mit den Kennedy-Kindern in der Limousine zu sitzen und ihnen etwas über Berlin erzählen zu sollen, während die ihre Nasen aber lieber in Comics vergraben. Oder viel später, bei einem Staatsbesuch der Ceausescus in Bonn, beim Gespräch mit dem Sohn des Diktators: "Beide waren wir kaum Mitte Zwanzig, aber Nicu setzte die Pausen für den Dolmetscher bereits so routiniert wie ein Minister. […] Und nun hob er an, die vorzügliche Situation der Studenten in Rumänien darzulegen, reihte die strahlendsten Zahlenkolonnen aneinander. Dann wurde er wieder persönlich und krönte sein statistisches Märchen vom rumänischen Paradies: Zwölf Bären habe ich letzte Saison erlegt, rief er mir zu: Und Sie?" --Christian Stahl



Pressestimmen

"Es ist ein anrührendes Buch, das nur einen Makel hat: Es ist viel zu knapp, man hätte gern mehr gelesen über diese einmalige (Nicht)-Beziehung zwischen V. (Willy Brandt) und seinem Sohn." Claus Lutterbeck, Stern, 02.02.06 "Getragen wird "Andenken" von der existentiellen Frage, wie nah man einem anderen Menschen, dem eigenen Vater, überhaupt kommen kann ... Aus allem, was der Autor sorgfältig und sensibel memoriert, entsteht eine einleuchtende und anrührend liebevolle Nahaufnahme. Denn Lars Brandts Methode und sein literarisches Temperament sind ihrem Gegenstand nicht nur gänzlich angemessen, sondern im wahren Wortsinn "verwandt"." Kirsten Vogt, SWR-Bestenliste März 06

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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vaterspuren!, 3. Februar 2006
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Lars Brandt ist ein ganz besonderes Buch über seinen Vater Willy Brandt gelungen.
Bis heute ist der ehemalige Kanzler Willy Brandt eine Identifikationsfigur, für eine ganze Generation war sein Handeln die Initialzündung für eigenes politisches Engagement. Er hatte eine große Präsenz und jeder glaubt, Willy Brandt zu kennen.
In Wahrheit war er ein sehr distanzierter Mensch, der sich immer wieder in sich selbst zurückzog.
Lars Brandt erinnert sich in diesem sehr persönlichen Buch an seinen Vater, mit dem er lange verbunden war, in dessen Beziehung es aber auch immer wieder große Strecken von Sprach- und Verständnislosigkeit gab.
Das Buch ist ein ganz besonderes Kleinod, da Lars Brandt weder sich selbst noch seinen Lesern etwas beweisen will. Es kommt ohne jede Anklage und vorallem ohne penetranten Schlüssellochblick aus, im Gegenteil, es sind scheinbar zufällige Begegnungen mit dem Vater, die das Verhältnis zwischen den beiden prägten.
Das Willy Brandt eine exponierte Rolle in der Politik der noch jungen Bundesrepublik spielte, ist für das Buch fast ohne Belang.
Am beeindruckendsten ist nämlich die besonders schöne Sprache, der sich Lars Brandt bedient und die so eindrücklich bleibt, dass "Andenken" auch ein spannendes Buch wäre, wenn Willy Brandt ein Unbekannter gewesen wäre. Das Buch ist eine Annäherung auf Augenhöhe, ein autarkes und reifes Stück persönliche Geschichte.
Und genau das macht den Reiz dieses Buches aus, das nur am Rande die Meilensteine in der Politik des Vaters streift und nur, wenn sie auf das Verhältnis zwischen Vater und Sohn Einfluss hatten.
Sehr lesenswert!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Besondere Vater-Sohn Beziehung!, 27. Januar 2006
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Nicht nur wegen der ausserordentlichen Berühmtheit seines Vaters hatte Lars Brandt eine ungewöhnliche Beziehung zu Willy Brandt.
Bis heute gilt Willy Brandt als herausragender Vertreter einer Politikergeneration, die das Gesicht der noch jungen Bundesrepublik entscheidend geprägt haben. Darüber hinaus ist er als besonders integrer und wahrhaftiger Politiker im kollektiven Gedächtnis verankert und hat bis heute Vorbildfunktion.
Wie war er als Vater?
Willy Brandt ist seinen meisten Zeitgenossen doch fremd geblieben, fast jeder meint ihn zu kennen und doch hat er sich der Nähe seiner Wegbegleiter und auch seinem engsten familiären Kreis eher entzogen.
So bleiben auch die Erinnerungen von Lars Brandt ungefähr, oft flüchtig. Es sind Eindrücke, die er gesammelt hat und nun dem Lesepublikum vorlegt.
Dabei ist ihm ein ganz besonderes Buch gelungen, dass mich ganz bestimmt auch beeindruckt hätte, wenn Willy Brandt Schuster, Schreiner oder Bäcker gewesen wäre und nicht Geschichte geschrieben hätte.
Denn Lars Brandt kommt ohne jedes Klischee aus, er erweist sich als unabhängiger und autarker Chronist, der weder sich selbst noch seinen Lesern etwas beweisen will.
Er streift durchaus auch Momente von politischer Bedeutung, aber im Mittelpunkt steht stets, wie er Situationen mit seinem Vater erlebt hat. Er klagt nicht an und er rechnet nicht ab.
Es ist ein reifes und sehr, sehr schönes Buch, das mich auch wegen seiner seiner geschliffenen Sprache fasziniert und bewegt hat. Äusserst empfehlenswert!
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Menschen hinter der Mauer der Geheimnisse, 2. Mai 2006
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
1992 ist er gestorben - Willy Brandt, einer der wichtigsten Politiker der jungen Bundesrepublik Deutschland. Unbestritten ist seine politische Lebensleistung; die Ost-West-Verständigung und sein unablässiger Glaube daran, daß wieder zusammenkommen wird, was zusammen gehört, haben unser Land geprägt. Aber auch unrühmliche Erinnerungen beschleichen den Zeitgenossen: der Radikalenerlaß mit dem Berufsverbot, der Zehntausenden politisch engagierter Menschen den Weg in den erlernten Beruf verweigerte und etliche Skandale.

Willy Brandt war offenbar ein Mensch, der sich selbst und vor allem seine Vergangenheit mit Geheimnissen umgab und sie auch bis zu seinem Tod nicht lüftete. Selbst seinem Sohn Lars gegenüber nicht, der viele Jahre neben seinem Beruf als Maler Reden und Texte für seinen Vater schrieb und auch maßgeblich an Willy Brandts "Erinnerungen" mitarbeitete.
"Hätte man diesen Menschen von seinen Widersprüchen befreien wollen, wäre wenig von ihm übrig geblieben", schreibt Lars Brandt zu Beginn eines wunderbaren "Vaterbuches", das die Unnahbarkeit des Vaters einzufangen versucht in kurzen Texten, Erinnerungen, Anekdoten und literarischen Fußnoten.

Niemals hat Lars Brandt eine Umarmung seines Vaters erfahren, er war ihm nah beim gemeinsamen Fischen und meistens doch ferner als der unbekannte Passant auf der Straße. Lars Brandts Buch ist keine Abrechnung, auch keine "Nachgetragene Liebe" (Peter Härtling), es kommt völlig ohne Vorwürfe aus. Die Frauen in Brandts Leben, sicher immer ein besonderes Thema für die Söhne, werden überhaupt nicht erwähnt. Da nähert sich ein Sohn seinem Vater, und man spürt auf jeder Seite, er hat es zunächst einmal für sich selbst getan. Da werden keine Denkmäler gebaut und auch keine eingerissen.

Die Zwischentöne eines Lebens, das Hintergründige einer Vater-Sohn-Beziehung werden mit literarischen Texten, die manches Mal leuchten wie ein Kleinod, zum Klingen gebracht.

Ein empfehlenswertes Buch.
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Veröffentlicht am 15. Februar 2006 von Carl-heinrich Bock

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