Die Engländerinnen Jane und Cathy sind auf einer Radtour durch Frankreich. Nach einem Streit trennen sich ihre Wege. Als Jane später nach Cathy sucht, ist diese verschwunden. Einige der Einheimischen sprechen von einem Mord der vor ein paar Jahren an einer holländischen Anhalterin verübt wurde und nicht geklärt werden konnte. Diese Tatsache verunsichert Jane noch wesentlich mehr.
Es ist schon erstaunlich was 1970 auf dem europäischen, sprich englischen Filmsektor mit "And soon the Darkness" ("Tödliche Ferien") entstanden ist. Es wäre fatal hier von irgendeinem Thriller zu reden, da der Film bedeutend mehr kann als andere Filme des Genres.
Robert Fuest startet seinen Film mit einer gewissen Gemächlichkeit und Ruhe. Er stellt nicht allein seine Charaktere vor, sondern auch die Landschaft, die sich von ruhig und schön in eine unheimliche und beängstigende Atmosphäre verwandelt. Fuest schafft es, eine Landstraße als unberechenbar und böse darzustellen. Er stellt den Zuschauer auf eine Probe ob dieser an Seite von Jane das ihm Unbekannte miterleben will und kann. Dieses sollte bei einem aufgeschlossenen Publikum schnell der Fall sein. So erlebt man die Situationen die der Film mit sich bringt authentisch an Janes Seite, man sieht aus ihrem Blickwinkel und ist auf dem gleichen Stand hinsichtlich der Lösung. Jede Entdeckung die Jane macht, erlebt der Zuschauer mit. Fuest gelingt es dabei tatsächlich den Zuschauer als Fremden in einem anderen Land fühlen zu lassen. Alle Gesichtspunkte die Jane erblickt oder Situationen innerhalb der Kommunikation und die daraus resultierende Unsicherheit können vom Publikum jederzeit miterlebt werden. Es ist vereinzelnd beängstigen mit welchen Menschen die junge Frau konfrontiert wird und in welcher Weise sie mit den Konfrontationen umgehen muss.
Fuest lenkt die Verdachtmomente in mehrere Richtungen. Der Zuschauer kann nicht mit Bestimmtheit sagen, wer der Verantwortliche ist und wird bis zum letzten Moment des Films hingehalten. Die Handlung des Films zieht sich dabei von den frühen Morgenstunden bis hin zur Dämmerung. Hierbei ist unbedingt auf die Angst hinzuweisen, die Jane vor der anstehenden Dunkelheit hat. Dieses Element führt den Film in eine noch bedrohlichere Atmosphäre. Die anfänglich entspannte und erholsame Landschaft droht sich der Klaustrophobie zu ergeben. Eine Umgebung die Unheimliches und abgrundtief Böses vermittelt. Wer sich jemals in einem Wald verlaufen hat und von der Angst der einbrechenden Nacht geprägt war, der kann das was Jane innerhalb des Films fühlt leicht nachvollziehen.
Fazit: Ein unspektakulärer Film, der von einer bedrohlichen Atmosphäre und viel Spannung lebt. Ein absolutes Filmjuwel aus den frühen 70ern. Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, der sollte das dringend nachholen.