Aus der Amazon.de-Redaktion
Claude Lelouch wurde Mitte der 60er-Jahre mit Ein Mann und eine Frau schlagartig bekannt. Der Film gewann die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes und überführte die formalen Innovationen der Nouvelle Vague in glatte Kommerzialität. Seitdem ist Lelouch auf melancholische, extrem stilisierte Melodramen abonniert, und es fällt in der Rückbetrachtung schwer, seine Filme auseinander zu halten. Auch And now... Ladies and Gentlemen, der im Wettbewerb um den furchtbarsten Filmtitel kaum Konkurrenz zu scheuen bräuchte, ist da keine Ausnahme.
Patricia Kaas spielt ein wenig sich selbst: eine verträumt dreinblickende Sängerin, die die nobelsten Hotelbars Marokkos mit ihrem Gesang beglückt. Doch die introvertierte Diva leidet an einer mysteriösen Krankheit, die zu Black-outs führt und ihre Haut im Vergleich zu allen anderen Darstellern unwirklich weiß erscheinen lässt. Erst als der Gentleman-Gauner Valentin Valentin (Jeremy Irons) in ihrer Umgebung auftaucht, beginnt die blasierte Blasse aufzublühen.
Mr Irons darf ein ums andere Mal seine Verwandlungsfähigkeit demonstrieren, wenn er als Jetset-Gauner den Juwelier Bulgari mal in London, dann in Paris beklaut. Auch wenn der Film der Sängerin Patricia Kaas viel Raum gibt, ist ihre Besetzung angesichts der arg limitierten darstellerischen Möglichkeiten zumindest fragwürdig. Die Geschichte bietet wenige Überraschungsmomente, die routinierte, mitunter elegante Inszenierung lässt die knappen zwei Stunden am Zuschauer jedoch vorbeifliegen wie eine Frühlingsbrise. Mancher wird Lelouchs Stil als platte Werbefilmästhetik empfinden, ein anderer wiederum mag begeistert in den bunten Bildern schwelgen. Es ist wie immer eben auch eine Frage des Geschmacks. --Thomas Reuthebuch
Video Jakob Kurzinhalt
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Blickpunkt: Film
Valentin (Irons) raubt als Gentleman-Verbrecher und Meister der Verkleidung (u.a. als Frau und Hippie), ohne Waffen aber mit Bluff, Witz und Humor die reichsten Juwelierläden der Welt aus und bricht mit der titelgebenden Segelyacht 'Ladies & Gentlemen' von Fécamp aus allein zu einer Weltreise auf, um sein Leben zu überdenken. Unterwegs muss er in Marokko notankern. Dort begegnet er der Jazz-Sängerin Jane (Patricia Kaas), die sich ausgebrannt fühlt und den ewigen Piano-Bar-Engagements entkommen will. Die beiden, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollen, verlieben sich auf der Wüstentour zum heiligen Hügel von Lalla Chaffa (bei Fez), der Wunder bewirken soll, aber verlieren sich zunächst wieder aus den Augen.
Irons gibt sich in entspannt-vergnügter, ungewohnt lebhafter Spiellaune den Juwelen-Coups und deren Folgen bis zum köstlichen Finale hin und erinnert an Lino Ventura als Juwelendieb in 'Ein glückliches Jahr' (Lelouch 1973). Chanson-Sängerin Patricia Kaas im Filmdebüt trägt dreizehn Lieder vor (ein Fest für ihre Fans) und spielt ihre Aura aus Weiblichkeit, verruchter Wollust und melancholischem Charme gewinnbringend aus. Um das attraktive Paar arrangiert Lelouch ein farcenhaft flottes Intermezzo mit Italiens Weltstar Claudia Cardinale als einsame reiche Contessa Falconetti, die mit Lust auf junge Körper im Luxushotel mit dem knackigen Barmann anbändelt und um ihr Collier erleichtert wird. Nachdem mehrere der letzen Lelouch-Filme (u.a. 'Les Misérables', mit Belmondo) die deutschen Kinos nicht mehr erreichten, ist 'Ladies & Gentlemen' eine willkommene Gelegenheit, Lelouchs fließenden Erzähl- und Kamera-Stil, der die große Leinwand braucht, zu genießen. ger.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Extras: Wahlweise deutsche Kinofassung oder Direkector's Cut inkl. geschnittener Szenen der französischen Originalversion, Deleted Scenes, Making Of (deutsche UT), Original Kinotrailer, Interviews mit Jeremy Irons, Patricia Kaas und Claude Lelouch, Filmographien von Darstellern und Regisseur, Promptview