In dem Buch werden zuerst allgemeine Begriffe ausführlich erklärt wie z. B. Knochen, Muskeln, Sehnen, Faszien, Bänder, Knorpel, Haut, Fett, Gelenke usw.
Gegen Ende dieses Kapitels werden anatomische Begriffe einschließlich der deutschen Bezeichnungen dargestellt. Danach geht Barber dazu über, die lateinischen Begriffe für die Knochen hieraus abzuleiten und die deutschen Übersetzungen nebenan zu stellen.
In dem folgenden Kapitel wird das vollständige Skelett erklärt. Auch hier wieder überwiegend mit lateinischen Begriffen. Danach die Muskeln in der gleichen Art und Weise, also ebenfalls wieder mit lateinischen Begriffen.
Dann die Hautoberfläche des männlichen und weiblichen Körpers in dem gleichen Stil mit lateinischen Begriffen in der Vorder-, Rück- und Seitenansicht.
Anschließend die Längenproportionen am menschlichen Körper beim Mann, Frau, Jugendlichen und Kind. Auch die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Skelett werden erläutert.
Anhand von Zeichnungen von großen Meistern wie Michelangelo, Ingres, Raphaell usw. wird erklärt, wie diese Künstler diese Kenntnisse umsetzten. Die einzelnen Knochen- und Muskelpartien werden meist ebenfalls mit lateinischen Begriffen erklärt.
Als Übung wird aber häufig die Zeichnung ohne Begriffsbezeichnungen dargestellt, so daß man diese Begriffe dann selbst anfügen soll um den Lerneffekt zu erhöhen.
In den anschließenden Kapiteln werden dann die einzelnen Körperteile wie Kopf, Rumpf, Arme und Hände, Beine und Füße im einzelnen wie beim ersten Kapitel ausführlich erklärt.
Die einzelnen Körperteile werden dann nochmals erklärt, allerdings in Bewegung, also beispielsweise "Der Kopf in Bewegung", "der Rumpf in Bewegung" usw.
Danach wird der ganze Körper nochmals erklärt und auch hier in Bewegung also z. B. eine Tänzerin in Pose, eine Person beim Sprung, im Sport usw. Insbesondere wird hier immer wieder auf das Zusammenspiel der einzelnen Muskeln hingewiesen.
Das letzte Kapitel thematisiert das Aktzeichnen, also der Teil, wo das erworbene Wissen schließlich und endlich angewendet werden soll.
Auf Grund dieser Reihenfolge ist das Buch didaktisch sehr gut aufgebaut und durchdacht. Sämtliche Bilder sind zeichnerisch wiedergegeben worden.
Natürlich ist es fraglich, ob es sich lohnt, die ganzen lateinischen Begriffe zu erlernen. Beim Durcharbeiten des Buches erkennt man aber dann den eigentlichen Sinn, weshalb es sich lohnt, die Begriffe zu erwerben. Schon um sich den Verlauf der Muskeln und die Lage der Knochen besser merken zu können und so einen Menschen natürlicher zeichnen zu können.
Wem dies aber zuviel ist - und es ist ziemlich mühsam, sich hier einzuarbeiten - kann zumindest den Verlauf der Knochen und der Muskeln unter der Hautoberfläche verfolgen und erhält so Anregungen, diese zeichnerisch umzusetzen. Denn wie gesagt sind die Bilder im Buch gezeichnet worden.
Insofern ist dieses Buch zum Erlernen des Zeichnens des menschlichen Körpers sehr zu empfehlen.
Grüße
Stefan Rogmann