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In dem hier vorliegenden "Textatlas" wird versucht, dieser Problematik Rechnung zu tragen: Der "Text" soll mit möglichst wenig Fachbegriffen klare Vorstellungen vom funktionellen Bau des Körpers vermitteln. Der "Atlas" muß nach Art eines Bildwörterbuchs möglichst viele Begriffe anbieten. Damit sich der Anfänger im .,Dschungel" der Begriffe nicht verläuft. sind die Hinweisziffern für die wichtigen Bezeichnungen durch Fettdruck herausgehoben. Im Zusammenhang gelesen, vermittelt der Text ein Grundverständnis der Anatomie, das in den Krankenpflegeberufen als Examenswissen ausreichen sollte, für den Medizinstudenten natürlich nur eine Einführung bedeuten kann. Die Wiederholungsfragen am Ende des Buches sollen die Vorbereitung auf eine Prüfung erleichtern.
Die 5. Auflage brachte eine Neugestaltung des Bildteils des Buches, um es noch stärker an der praktischen Medizin zu orientieren. So waren z.B. zahlreiche Fotos von gesunden und kranken Personen aufgenommen worden, um zu betonen, daß es in der Anatomie um den lebenden Menschen und nicht um die Leiche geht.
Bei der vorliegenden 6. Auflage stand die Überarbeitung des Textes im Mittelpunkt: Der Mensch kann dem Menschen nicht völlig wertfrei gegenüberstehen. Trotz redlichsten Bemühens fließen auch in wissenschaftliche Werke über den Menschen die Vorurteile des Verfassers ein, so wie auch der sich für unbefangen haltende Leser den Text durch die Brille seiner Vorurteile liest. Den menschlichen Körper gibt es in den "Versionen" von Frau und Mann. Ein Buch über den menschlichen Körper sollte daher gemeinsam von einer Frau und einem Mann geschrieben werden. Dementsprechend ist das Buch nunmehr ein Gemeinschaftswerk von Tochter und Vater. Die "Tochter" brachte für viele Probleme die Sicht der Frau und der Mutter von drei kleinen Kindern ein. Zugleich wurde das Buch dadurch verjüngt, weil die 32 Jahre jüngere Tochter in ihrem Weltbild der überwiegenden Altersgruppe der Leser viel näher steht als der schon etwas "abgeklärte" Vater. Im Zuge der "Verjüngung" wurde der gesamte Text didaktisch und stilistisch überarbeitet. Die Beschreibung sollte noch verständlicher, übersichtlicher und einprägsamer werden. Noch mehr fettgedruckte Zwischenüberschriften und kursiv gesetzte Stichwörter sollen die rasche Orientierung erleichtern. Auf den meisten Textseiten im Bildteil wurden einige Hauptpunkte umrahmt, damit schon beim Durchblättern der Blick auf wichtigem Lehrstoff verweilt. Selbstverständlich sollte die Neuauflage den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. Dazu wurden z.B. immunologische Fragen eingehender behandelt.
Beim Vergleich mit der vorhergehenden Auflage erscheinen manche Texte länger. Dies ist die Folge der stärkeren "Aufbereitung". Der Lernstoff wurde nicht vermehrt, sondern eher
gekürzt, um Platz für die anschauliche Beschreibung des Wichtigen zu gewinnen. Im Bildteil wurden Hinweislinien und Bezifferungen bei vielen Abbildungen verbessert. Neu hinzugekommen sind Ultraschallbilder, um die immense praktische Bedeutung dieses "bildgebenden" Verfahrens" für den Einblick in den lebenden Körper zu unterstreichen. Die von kritischen Lesern vorgeschlagenen Verbesserungen wurden soweit wie möglich berücksichtigt. Lehrbuchautoren brauchen in besonderem Maß die Rückkoppelung. Deshalb die Bitte an die Leser: Schreiben Sie, was Ihnen nicht gefällt. Haben Sie keine Hemmungen, Kritik zu üben. Jede Zuschrift wird willkommen sein
Besonderen Dank schulde ich Herrn Dr. med. h.c. Michael Urban und seinen Mitarbeitern, vor allem Frau Dr. med. Dorothea Schneiderbanger und Frau Renate Hausdorf, die verständnisvoll auf meine Wünsche für diese Auflage eingingen. Ohne sie im einzelnen zu erwähnen, sei all derer gedacht, die durch Erteilen von Abdruckgenehmigungen die Zusammenstellung dieses Atlasses ermöglicht haben. Ihre Namen gehen aus dem Abbildungsnachweis am Ende des Buches hervor.
Hannover, im Herbst 1994
Herbert Lippert
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