Da macht sich also einer auf den Weg zu den Geburtsorten der Eltern obwohl er eigentlich gar nicht weiß warum. Er beschäftigt sich mit seiner Kindheit, an die er sich nicht erinnert, die er sogar abstreitet und trotzdem ist es seine. Typisch Treichel, dass sich dieses Unterfangen nicht jammerig und abgehoben darstellt, sondern so, dass man eigentlich oft lachen möchte (Obwohl es ja schrecklich ist, wenn man seine Kindheit so verdrängen will). Interessant auch die Passagen, wenn ihn Leser fragen, ob und wieweit denn seine Bücher autobiografisch seien.
Wieder mal ein großer Lesespaß, mit viel Anregung zum Nachdenken.
Ob man das Buch auch versteht, wenn man "Der Verlorene" nicht gelesen hat, weiß ich nicht. Ich habe bisher alle Treichels gelesen und bin von diesem wieder ganz begeistert (Der irdische Amor und Tristanakkord waren nicht so mein Ding).