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Serhij Zhadan ist der Star der jungen ukrainischen Literatur. Auf seinen Roman "Depeche Mode" lässt er jetzt den grandiosen Prosaband "Anarchy in the UKR" folgen, eine Mischung aus autobiografischer Erzählung und wütender Textsammlung. Darin nimmt er die postsozialistische Gegenwart seines Heimatlandes auseinander, untersucht die eigene Biografie auf Momente der Freiheit und gelangt zur Anarchistischen Republik, die es von 1917 bis 1922 in einigen Gebieten der Ukraine gab. (cs)
Pressestimmen
»(Zhadan) gelingen subtile Beobachtungen, luzide Erinnerungsbilder und herzzerreißend schöne Sätze. ... ein ungeheuerliches Sprachtalent.« (Süddeutsche Zeitung )
»Was kommt einem da Serhij Zhadan noch mit Anarchy in the UKR? Das Lebensgefühl im äußersten Osten Europas ist Schuld: Zhadan ist so etwas wie der Shootingstar einer jungen ukrainischen Literatur - der aggressive Antipode (wie man sagt) des melancholischen Juri Andruchowytsch. ... Jugend aus dem Gleis; die dazu gehörige Prosa: Ennui und Fetzen. Doch, Fetzen an Fetzen gefügt, wird auch in diesem Prosaband ein roter Faden kenntlich - und was für einer.« (Literarische Welt )
»Hier liegt die Kraftquelle von Zhadans Schreiben - in der sprachlichen Leidenschaft.« (Die Zeit )
»Der Autor Serhij Zhadan wird in seiner Heimat als ukrainischer Rimbaud, als proletarischer Postpunk gefeiert. Geboren 1974 im Osten der Sowjetrepublik Ukraine, begann Zhadan als Teenager, Gedichte zu schreiben. Sein erster auf deutsch erschienener Roman Depeche Mode nahm den Leser mit auf eine Tour de Force dreier trinksüchtiger 19-jähriger Außenseiter durch das Endszenario der Ostukraine im Jahr 1993. In seinem neuesten Buch Anarchy in the UKR geht er wieder auf Reise, er besucht die Städte, in denen vor der Zerschlagung durch die Sowjets der Anarchokommunismus beheimatet war, und die Orte, in denen er seine Kindheit verbrachte. ... Seine Reisebeschreibungen sind sprunghaft, assoziativ, wüst, delirierend und rotzig, gleichzeitig rhythmisch, poetisch und verblüffend zärtlich. Seine Bücher treiben den Leser hinaus in die Welt und ins Leben. Viel mehr kann ein Autor nicht erreichen.« (Jörg Böckem Spiegel online )
»Was zuerst auffällt: die Sprache. Derb, vulgär und zugleich lyrisch wie ein Epos. Wortkaskaden, Beschwörungen, Schnitte und Blenden und erdige Bilder. Ein Sog entsteht, der den Leser mitreisst, von der ersten Seite an. ... Anarchy in the UKR – was mag das nun sein? Ein Roman? Lebensbeichte? Ein wirres Konvolut poetisch-politischer Pamphlete? Es ist ein schmales Taschenbuch, zitronengelb, sehr erfrischend, etwas ätzend. ... Es gibt einige aufregende Autoren aus dem Osten. Sie ähneln einander, weil sie ähnlich tristen Gegenden ein Gesicht geben: indem sie sie verzaubern. Sie vermessen einen Landstrich, Zhadan & Co., von dessen Existenz wir andernfalls nichts wüssten.« (Neue Zürcher Zeitung )
»Was kommt einem da Serhij Zhadan noch mit Anarchy in the UKR? Das Lebensgefühl im äußersten Osten Europas ist Schuld: Zhadan ist so etwas wie der Shootingstar einer jungen ukrainischen Literatur - der aggressive Antipode (wie man sagt) des melancholischen Juri Andruchowytsch. ... Jugend aus dem Gleis; die dazu gehörige Prosa: Ennui und Fetzen. Doch, Fetzen an Fetzen gefügt, wird auch in diesem Prosaband ein roter Faden kenntlich - und was für einer.« (Literarische Welt )
»Hier liegt die Kraftquelle von Zhadans Schreiben - in der sprachlichen Leidenschaft.« (Die Zeit )
»Der Autor Serhij Zhadan wird in seiner Heimat als ukrainischer Rimbaud, als proletarischer Postpunk gefeiert. Geboren 1974 im Osten der Sowjetrepublik Ukraine, begann Zhadan als Teenager, Gedichte zu schreiben. Sein erster auf deutsch erschienener Roman Depeche Mode nahm den Leser mit auf eine Tour de Force dreier trinksüchtiger 19-jähriger Außenseiter durch das Endszenario der Ostukraine im Jahr 1993. In seinem neuesten Buch Anarchy in the UKR geht er wieder auf Reise, er besucht die Städte, in denen vor der Zerschlagung durch die Sowjets der Anarchokommunismus beheimatet war, und die Orte, in denen er seine Kindheit verbrachte. ... Seine Reisebeschreibungen sind sprunghaft, assoziativ, wüst, delirierend und rotzig, gleichzeitig rhythmisch, poetisch und verblüffend zärtlich. Seine Bücher treiben den Leser hinaus in die Welt und ins Leben. Viel mehr kann ein Autor nicht erreichen.« (Jörg Böckem Spiegel online )
»Was zuerst auffällt: die Sprache. Derb, vulgär und zugleich lyrisch wie ein Epos. Wortkaskaden, Beschwörungen, Schnitte und Blenden und erdige Bilder. Ein Sog entsteht, der den Leser mitreisst, von der ersten Seite an. ... Anarchy in the UKR – was mag das nun sein? Ein Roman? Lebensbeichte? Ein wirres Konvolut poetisch-politischer Pamphlete? Es ist ein schmales Taschenbuch, zitronengelb, sehr erfrischend, etwas ätzend. ... Es gibt einige aufregende Autoren aus dem Osten. Sie ähneln einander, weil sie ähnlich tristen Gegenden ein Gesicht geben: indem sie sie verzaubern. Sie vermessen einen Landstrich, Zhadan & Co., von dessen Existenz wir andernfalls nichts wüssten.« (Neue Zürcher Zeitung )
»Der 35-jährige Lyriker und Prosaiker ist der Chronist seiner Generation, die mit dem plötzlichen Ausfall gesellschaftlicher Regeln und Normen und dem alltäglichen Chaos der Neuorientierung aufwuchs. Sich in solch einer absurden Situation zurechtzufinden; im Leben bestehen, wenn man den Boden unter den eigenen Füßen verliert und der Sturm der Veränderung über einen hinwegzieht; Mensch bleiben inmitten des Wahnsinns - all das ergründet und bearbeitet Zhadan in seinen Werken. [...] Seine rasante Prosa und Lyrik machen süchtig.«
(Ingo Petz Rheinischer Merkur )Kurzbeschreibung
»Vergiß die Politik, lies keine Zeitung, geh nicht ins Netz, verweigere deine Stimme« – so beginnt der »Linke Marsch«, ein Kapitel aus Serhij Zhadans zweitem Prosaband, dem ein Song der Sex Pistols, Anarchy in the UKR, als Motto dient. Zhadan ist dabei, sich zur stärksten Stimme der jungen ukrainischen Literatur zu entwickeln – und zum Antipoden von Juri Andruchowytsch. Auch Zhadans Ich-Erzähler ist ständig im Zug oder in bizarren Landschaften unterwegs. Doch es zieht ihn nicht zu den Ruinen der habsburgischen Vergangenheit, sondern in die Industriebrachen des Donbass im Südosten des Landes – an die Orte des von den Sowjets zerschlagenen Anarchokommunismus. Niemand scheint sich an Nestor Machno zu erinnern. Anarchismus, das gab es nie. Bis er im November 2004 in Charkiw, zu Füßen des »Fuck-Lenin-Denkmals«, wiederaufersteht.
Über den Autor
Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw.