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Anarchy, State, and Utopia [Englisch] [Taschenbuch]

Robert Nozick
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

21. Oktober 1977
In this brilliant and widely acclaimed book, winner of the 1975 National Book Award, Robert Nozick challenges the most commonly held political and social positions of our ageliberal, socialist, and conservative..

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Pressestimmen

"...This book is the best piece of sustained analytical argument in political philosophy to have appeared for a very long time." Mind "...complex, sophisticated and ingenious." Economist -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Rezension

"...This book is the best piece of sustained analytical argument in political philosophy to have appeared for a very long time." Mind

"...complex, sophisticated and ingenious." Economist -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Individuals have rights and there are things no person or group may do to them (without violating their rights). So strong and far-reaching are these rights that they raise the question of what, if anything, the state and its officials may do. How much room do indivuals rights leave for the state?"

Mit diesen drei Sätzen aus dem Vorwort sind der Gegenstand und die Stoßrichtung des Buches umschrieben.

Alle anderen Fragen sind dieser einen Frage nachgeordnet. Falls nun die politische Theorie des Anarchismus haltbar wäre, würde der größte Teil des Gegenstandes der Politischen Philosophie sozusagen unterhöhlt und weggespült. Damit käme auch die Politische Philosophie selbst in Gefahr. Aus diesem Grunde scheint es ihm angemessen, ja geboten zu sein, die theoretischen Ansprüche des Anarchismus genauestens zu untersuchen. (Dieses Argument scheint mir nicht ganz zwingend zu sein: Selbst wenn es nur noch Anarchien gäbe, wäre Politische Philosophie immer noch möglich. Sie müsste sich nur einen anderen Gegenstand suchen. Sowohl gut als auch schlecht funktionierende Anarchien böten der Philosophie und der Wissenschaft genug lösenswerte Probleme.)

Nozick versucht nachzuweisen, dass unter der Bedingung anarchischer Vertragsfreiheit aus dem Naturzustand (im Sinne Lockes) über spontane und freiwillige Schritte ("invisible hand process") zunächst private Schutzvereinigungen entstehen. Aus diesen entwickelt sich ein Ultraminimalstaat und aus diesem wiederum entsteht auf dieselbe Weise ein Minimalstaat. (Der Minimalstaat zeichnet sich dadurch aus, dass er über ein Gewaltmonopol seine Bürger gegen Gewalt, Diebstahl und Betrug schützt und die Einhaltung von Verträgen garantiert. Der Ultraminimalstaat dagegen bietet diese Leistungen nur solchen Personen an, die einen Vertrag mit dieser Schutzagentur geschlossen haben und ihre vertraglichen Pflichten, z. B. Geldzahlungen, auch erfüllen. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Staatstypen besteht also darin, dass der Ultraminimalstaat keine Umverteilungseffekte erzeugt, wohl aber der Minimalstaat, auch wenn diese Effekte recht mild sind.) Da Anarchisten sowohl die Einschränkung der Vertragsfreiheit als auch einen Minimal- oder Ultraminimal-Staat ablehnen, ist ihre Position nach Nozicks Auffassung ad absurdum geführt. Diese Auffassung ist jedoch problematisch, denn Nozick zeigt tatsächlich nur, dass der Minimalstaat - gerechtfertigterweise - so entstehen könnte. Er beweist jedoch keineswegs, dass der Minimalstaat sich zwangsläufig aus dem anarchischen Naturzustand entwickelt.

Gegen die Sozialisten aller Richtungen wendet er ein, dass jeder Staat, dessen Kompetenzen die des Minimalstaates übersteigen, z. B. ein umverteilender Wohlfahrtsstaat, natürliche und individuelle Rechte verletzt. Jeden Staat dieser Art hält er für illegitim.

So ist seiner Auffassung nach Besteuerung auf eine Stufe mit Zwangsarbeit zu stellen. Zwangsarbeit aber verletzt das Recht auf die eigene Person und die Früchte eigener Arbeit. Was, so fragt er in der ihm eigenen Art, würden wir wohl sagen, wenn Hippies gezwungen würden, soundsoviele Stunden zugunsten der Armen und Bedürftigen zu arbeiten? Oder wie würden wir das Ansinnen beurteilen, dass jede berufstätige Person zusätzlich zu ihrem wöchentlichen Arbeitspensum fünf Stunden ausschließlich zum Wohle der Armen und Bedürftigen zu arbeiten hat? Wäre das etwa keine Zwangsarbeit? Ob wir nun aber x % unserer Arbeitsleistung dem Staat unentgeltlich zur Verfügung stellen oder ob wir x % unseres Einkommens an den Staat abführen, kann keinen wesentlichen Unterschied ausmachen.

Die Persuasivität dieser Fragen und der damit latent aufgestellten Thesen beruht offensichtlich und vor allem auf dem Wort "Zwang". Selbstverständlich werden wir gezwungen, Steuern zu bezahlen, und der Unterschied zu Zwangsarbeit mag tatsächlich vorwiegend rhetorisch sein. Was aber geschähe, wenn dieser Zwang nicht bestünde, wenn es jeder Person freigestellt wäre, Steuern zu bezahlen? Wir können sicher sein, dass dann so gut wie niemand Steuern entrichten würde.

An dieser Stelle scheint ein kleine anthropologisch-sozialtheoretische Zwischenüberlegung ganz nützlich zu sein. H. L. A. Hart, der britische Rechts- und Sozialphilosoph, hat - unter Rückgriff auf Hobbes' Leviathan: Revised Student Edition (Cambridge Texts in the History of Political Thought) und auf Humes A Treatise of Human Nature: Being an Attempt to Introduce the Experimental Method of Reasoning into Moral Subjects (Oxford Philosophical Texts) - in seinem Buch The Concept of Law (Clearndon Law Series) (S. 189 ff.) eine Minimal-Anthropologie entworfen, die schwache und unproblematische Annahmen ("Binsenweisheiten" (truisms)) macht: Zuallererst oder zualleroberst nimmt er an, dass alle Menschen überleben oder möglichst lange leben wollen. Sodann stellt er fünf Hypothesen über Menschen oder ihre Situation auf. Betrachten wir hier lediglich die fünfte dieser Hypothesen und ihre Erläuterung:

Die Menschen verfügen nur über beschränkte Einsicht und nur über eingeschränkte Willensstärke. Jeder Mensch ist zuweilen in Versuchung, seine eigenen unmittelbaren Wünsche oder Interessen zuungunsten seiner längerfristigen zu bevorzugen. Für jeden ist es kurzfristig vorteilhaft, Versprechen nicht einzuhalten und Verträge zu brechen, solange alle anderen versprechensgehorsam und vertragstreu sind. Die meisten erlägen dieser Versuchung, wenn es keine spezielle Organisation zur Entdeckung und Bestrafung von Normverstößen gäbe. Sanktionen sind nicht so sehr deshalb notwendig, weil es ohne sie kein Motiv zur Normenbefolgung gäbe, sondern sie sind notwendig als eine Garantie dafür, dass diejenigen, die freiwillig gehorchen, nicht denjenigen zum Opfer fallen, die dies nicht tun. Ohne diese Sanktionen wären die Normgehorsamen dem Risiko ausgesetzt, übervorteilt oder ausgebeutet zu werden. Was die Vernunft angesichts dieser ständigen Gefahr nahelegt oder gar verlangt, ist "freiwillige Kooperation in einer Zwangsordnung".

Die freiwillige Kooperation in einer Zwangsordnung wird durch zwei Typen von Regeln ermöglicht, einerseits durch primäre Verpflichtungsregeln, andererseits durch sekundäre Regeln, die Befugnisse oder Vollmachten verleihen. Durch Regeln der ersten Art binden sich die Menschen auch selbst. Sie antizipieren gleichsam den "Schatten der Zukunft", wie Robert Axelrod in Kapitel 7 seines Buches The Evolution of Cooperation: Revised Edition prägnant sagt.

Diese Bindungen reichen angesichts der Verführungen durch die faktische Welt nicht immer aus. Daher etablieren die Menschen - qua Regeln - Instanzen oder Ämter, die mit Macht ausgestattet sind. Die Inhaber dieser Ämter haben die Aufgabe, die Selbstbindungen zu unterstützen oder, falls Selbstbindungen nur schwer möglich sind, an ihre Stelle Fremdbindungen treten zu lassen.

Mit dieser Argumentation hat Hart, wie schon vor ihm Hobbes und Hume, eine Minimal-Version des Naturrechts geschaffen. Diese Naturrechtslehre unterscheidet sich von den üblichen Naturrechtslehren insofern, als sie z. B. nicht von natürlichen oder von Gott verliehenen Rechten (oder auch Pflichten) der Menschen ausgeht, sondern von natürlichen Interessen oder Wünschen einerseits und natürlichen Schwächen andererseits. Da die Menschen so und nicht anders beschaffen sind, ist es für sie vernünftig, bestimmte Regeln zu erschaffen und ihnen Folge zu leisten. In diesem Sinne haben diese Regeln eine natürliche Grundlage, sie sind in diesem Sinne naturrechtliche Regeln.

Nun wird auch ein Minimalstaat im Sinne Nozicks auf solche Institutionen nicht verzichten können, was er auch selbst eingesteht. Der Nozicksche Minimalstaat ist ja, wie Nozick selbst sagt, mit einem Gewaltmonopol ausgestattet, mit dessen Hilfe er seine Bürger gegen Gewalt, Diebstahl und Betrug schützt und die Einhaltung von Verträgen garantiert. Diese Leistungen kann er aber ohne Steuereinnahmen nicht erbringen. Da die Bürger, trotz ihrer (möglichen) Einsicht in die Notwendigkeit der Besteuerung freiwillig keine Steuern entrichteten, zumal wenn sie nicht sicher sein können, dass alle anderen Steuern entrichten, ist es notwendig, eine Zwangsbesteuerung einzuführen. Ob diese Besteuerung dann linear oder progressiv sein sollte, ist demgegenüber eine rein sekundäre Frage.

Nozicks "Anarchy, State, and Utopia" ist aber - trotz aller Einwände - eines der gedankenreichsten und scharfsinnigsten Bücher der Politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Hinter John Rawls' A Theory of Justice: Original Edition muss es sich gewiss nicht verstecken.

PS. Wer gerne und gut englische Literatur liest, sollte sich unbedingt an das Original halten. Die deutsche Übersetzung, Anarchie, Staat, Utopia, ist z. T. Lesen Sie weiter... ›
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Classic 13. Februar 2000
Format:Taschenbuch
This is a dense, though engaging, philosophical defense of libertarianism. Nozick asks and seeks to answer some of the most fundamental questions posed by political science. The book is essentially divided into three main sections. Nozick first attempts to examine how a state comes to be formed in a state of nature and in the course of doing this, takes seriously the anarchist argument. Throughout this work, Nozick's skill of offering insightful thought exercises and brilliant counterexamples and analogies is unmatched. Having ruled out anarchy in the first section, Nozick next turns to the task of justifying the minimal state limited to the task of protecting against force, fraud, protecting property, and enforcing contracts. His analysis of the justification of property illustrates one of fundamental weaknesses to his approach. Against the philosophical argument made by the anarchist or socialist that the initial acquisition of property is coercive and thus unjustifiable, Nozick stumbles and then relies on Locke's theory of acquistion. Locke essentially maintained that someone rightly acquires property when they mix their labor with it. The attempt to base political philosophy on fundamentally unprovable moral principles (in any relevant epistemologic sense),is doomed for failure. Without making historical and economic arguments (which Nozick admittedly does to a limited degree) the argument is ultimately incomplete. Thus attempts by political philosophers to "prove objectively" that the minimal state is justifiable without making a utilitarian argument (which Nozick explicitly rejects) is bound not to convince all. Yet Nozick is quite persuasive is his critiques of John Rawls' theory of justice. His points out that Rawls' theory, like other theories of "social justice", is ahistorical. That is, it seeks to view the world and the justice in that world by looking at a slice of time (the present) without looking at or pretending that the past did not exist. This view, unlike the Marxian view or the entitlement view offered by Nozick himself, ignores the process of the resultant distribution of goods and services. One argument offered in the area of process by Rawls is the notion that economic liberty is unjustified in that the resultant distribution of goods and services is arbitrary from a moral point of view. To this, Nozick replies that though the distribution may be "arbitrary" it does not follow that government may coercively seize the fruits of anothers labor, which was honestly earned, and give it to another. A more compelling (and much simpler argument) is offered by Richard Epstein in Takings where he questions the entire premise of Rawls' thought experiment which seeks to discover what individuals in the "original position", ignorant as to their self-interest, would do in dividing up goods and services. Epstein makes the simple observation that rational individuals agree or contract only to those things that will clearly benefit themselves. Further, individuals only contract (by definition) when they know their own self interest (I don't contract to buy milk if I don't know if like milk or not). Thus Rawls' analysis of this contract that is made by people ignorant of their self-interest destroys the entire meaning of an agreement or contractual arrangement. Finally Nozick discusses the "framework for utopia" where individuals of disimliar interests could pursue different ends. I do suggest that anyone interested in political philosophy read this book but I don't think this is the best libertarian book one could read. Hayek's the Road to Serfdom or Milton Friedman's Capitalism and Freedom come to mind. Be warned that this book is quite difficult at times and must be read carefully.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gaping Holes and Shoddy Logic 9. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Most students of philosophy know that _Anarchy, State and Utopia_ has been a continual source of embarrassment for Robert Nozick since its publication. In multiple subsequent works, Nozick recants, repudiates, or otherwise distances himself from this strenuously argued turkey that Randian libertarians nevertheless cling to with appalling vigor. (Just look at the rest of the reviews.)

In particular, Nozick's flaws include the following:

1) A poor examination of protective agencies -- a concept borrowed from anarcho-capitalists of the 60s anyhow, Nozick never provides the critical connection between these agencies and a sorting criterion of fairness.

2) The basics of the right to private property are asserted, rather than explained. Nozick actually *deconstructs* the Lockean theory of acquisition with devastating effectiveness, but then waves away the problems he's created with little more than, "Some may think this important, but I think it won't be in any miminal state." Ooh, convincing.

3) Nozick doesn't seem to understand the concept of lexical priority. Nozick's concept of basic individual rights never outlines any hierarchy for when these rights come into conflict, despite the confusing chapter on the authorization of boundary-crossings. Ultimately, we are led to assume that the right to property (and specifically, the right to contract) is the foundation for all other rights -- but two enormous holes present themselves: (a) why? and (b) how is it that we can contract away our lesser rights, but not contract away the right to contract itself?

Ultimately, _Anarchy, State, and Utopia_ is revealed as a slipshod, poorly constructed, weakly argued propagandist piece. It is painful to read, excruciating to follow, and would be amusing, were it not so frightening. Pass.

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5.0 von 5 Sternen Vive l'anarchie, l'etat et l'Ethiopia!
Nozick's trenchant arguments for freedom emanate from moral conviction rather than economic theory. Life affirming to the core, they are framed in a delightful style leavened with... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juli 2008 von Pieter Uys
5.0 von 5 Sternen Thoughtful
I have to disagree with the strangely large number of negative reviews of this book. Strangely enough they often start by saying they went to some big shot college which therefore... Lesen Sie weiter...
Am 17. Januar 2000 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen What a group of pseudo-experts we all are
Well, take it from someone who has a degree in Philosophy from Harvard and studied with Nozick, Rawls, and a few other worthies of note... Lesen Sie weiter...
Am 3. Januar 2000 veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen A review
I think it rather humorous that the August 13th reviewer has the gumption to ground his authority on AS&U on a college course s/he took as a junior. Lesen Sie weiter...
Am 26. November 1999 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Important, thought-provoking response to Rawls and others
I simply had to say that this book, though certainly not perfect, is a very interesting (and even entertaining) piece which certainly gives Rawlsian liberals something to chew on. Lesen Sie weiter...
Am 13. August 1999 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen A theoretical justification of libertarianism
This and Rawls' _A Theory of Justice_ are arguably the two most important works of political philosophy of the last half century. Lesen Sie weiter...
Am 6. Juni 1999 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Brilliant, Powerful, Enlightened
Nozick has recapitulated for the modern era the theory of classical liberalism that was originated by J. Locke. Lesen Sie weiter...
Am 16. Mai 1999 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Important and must be read book on political philosophy
This is one of the most important books on political philosophy in the latter half of this century. Robert Nozick has re-defined the debate over individual rights and the state. Lesen Sie weiter...
Am 3. April 1999 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen thought-provoking
those of you who have not read the book: do. those of you who have, and have written reviews on it: think again. moral philosophy is not wothless, nor is it a waste of time! Lesen Sie weiter...
Am 3. Juli 1998 veröffentlicht
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