Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Herrlich!!! Und ganz schön "auf"!, 29. September 2008
Ich bin nicht unbedingt DIE Leseratte... Jedoch habe ich diese irre Geschichte innerhalb kürzester Zeit verschlungen. So witzig das Buch auch ist (Ich habe mich dermaßen amüsiert... lautes Auflachen inklusive!), es regt auch zum Nachdenken an. Dabei wird nichts und niemand verschont: Homosexuelle und Skinheads, Schlagerstars und unsere derzeitige Kanzlerin, sind genauso wie die Zonis, Wessis, Gelehrte und (Punk-)Legenden in der Mache des Autors Oliver Maria Schmitt. Dabei wird immer wieder die Frage was denn eigentlich Punk sei aufgeworfen. Meine persönliche Antwort: Dieses Buch ist Punk. So. ;-) Ein verquerer Trip durch die späte Geschichte und durch die verschiedenen Milieus Deutschlands macht hier unheimlich Spaß. Wer jedoch mit Punk überhaupt gar nichts anfangen kann und keine Geduld für anfänglich wirr erscheinende Satzkonstruktionen (Der zweite Satz des Buches ist eine halbe Seite lang!) hat, der ist mit diesem Buch vielleicht nicht so gut beraten. Es sei allerdings gesagt: Das Buch ist tausendmal besser, als die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken verspricht!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Hoch auf Dr. Hollenbach, 23. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: AnarchoShnitzel schrieen sie: Ein Punkroman für die besseren Kreise (Gebundene Ausgabe)
Die Punkband Gruppe Senf hatte Anfang der 1980er Jahre ein Konzert in Hellingen. Danach trieb es die einzelnen Mitglieder in alle Winde. Nun, knapp 20 Jahre später, soll eine Reunion stattfinden und das auch noch vor laufenden Kameras. Peter Hein, zweiter Gitarrist der Band und Erzähler dieses Romans und sein Kumpel Dr. Hollenbach, machen sich auf Richtung Osten, um auch den Rest der Band zusammen zu trommeln. Was folgt ist ein regelrechtes Feuerwerk an satirischen Elementen und Gags, dass ich recht oft schallend lachen musste, zumindest aber über weite Strecke ein breites Grinsen im Gesicht hatte. Und auch obwohl die ein oder andere Szene etwas überbrodend dargestellt ist, wirkt der Roman nur selten etwas platt und ist immer authentisch. Man stelle sich nur einen Haufen Mittdreißiger vor, deren Lebensentwürfe mehr oder weniger weit von der ehemaligen Punkeinstellung entfernt sind, die dann aber doch irgendwie das Ding durchziehen wollen. Peter geht es primär wohl nur um seine Flamme Itty Lunatic, Sängerin, die er auch schon seit 18 Jahren nicht mehr gesehen hat, für die er aber immer noch tief zu empfinden scheint, die jetzt aber einen auf Aktivistin macht und in einem Schlammloch lebt. Dann gibt es noch den pillensüchtigen Osthasser Hollenbach, der an jeder Ecke schlimmstes befürchtet, Krämer, der reich und bequem geworden ist mit seiner Frau Andrea, die nicht die Treuste zu sein scheint. Desweiteren Rolf, der Keyborder und Soundtüfftler, der auf einer Farm tief im Osten Dope verkauft und sich vornimmt das längste und langsamste Punkstück aller Zeiten zu schreiben. Und natürlich darf auch der Manager nicht fehlen, eigentlich kann und konnte ihn niemand leiden, aber immerhin bracht er Gruppe Senf mal in die Charts. Wird Peter seine Itty bekommen? Werden sie die Reise durch den Osten überleben? Und findet das finale Konzert noch statt? Ich konnte teilweise nicht mehr vor lachen. Die Punk- und Skinheattitüde wird dermaßßen karikiert, dass sogar eine schwule Figur namens Thor Steinar auftaucht, sich als Demokrat ausgibt und als Bodyguard für die Band arbeiten soll. Satirisch spielt Schmitt hier mit der Kommerzialisierung des Punk und vor allem mit der "Punk's not dead!"- Einstellung, die auch heute noch aktuell ist. Immer wieder werden Texte wahrer Punkheroen wie Daily Terror, Toxoplasma, Slime, Canalterror, Chaos Z, Sex Pistols (natürlich), Ramones (genauso natürlich) und und und zitiert, von jeder zweiten Seite grüßt Hunter S. Thompson, da vieles in Anlehnung an ihn und vor allem sein "Fear an Loathing..." geschrieben wurde. Nur allein schon Dr. Hollenbach ist unschwer als der deutsche Dr. Gonzo erkennbar...so ein bisschen (was als Hommage und nicht als Diebstahl zu verstehen ist!). Vor allem ist das Buch also äußerst unterhaltsam, ich habe derart viele neue Wortkreationen gelernt, die unbedingt zahlreich in meine Alltagssprache einfließen müssen und irgendwie auch ein bisschen zeitgeschichtlich, wenn man sich denn die Zeitgeschichte von einem Altpunk erklären lassen will :-) Eins der witzigsten Bücher überhaupt. Trotzdem nur 4 Sterne, weil manche Stellen ein wenig hinken und konstruiert wirken. Dennoch wünsche Ich dem Buch unzählige Fans und Leser!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Uhhh, nicht gut.., 11. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: AnarchoShnitzel schrieen sie: Ein Punkroman für die besseren Kreise (Gebundene Ausgabe)
Leute, die gerne was über ihre alte Subkultur lesen wollen sind ja in letzter Zeit zu einer interessanten Zielgruppe geworden. Nicht ganz meine Kanne Pils ist dieser "Punkroman für die besseren Kreise". Peter "Zombie" Hein ist der Protagonist dieser Geschichte, in der es darum geht, die alte Band nochmal zum finalen Konzert zusammen zu rufen. Dass es da Schwierigkeiten gibt, nach 20 Jahren Punkabstinenz kann man sich denken.. Oliver Maria Schmitt und ein Roman über Punk sollten doch eigentlich witzreiche bissige Unterhaltung garantieren - ist aber leider nicht ganz der Fall. - Man quält sich durch das Buch auf der Suche nach einem doch noch ganz guten Gag und hofft fast darauf, dass die "Gruppe Senf" nicht doch noch auf Tournee geht, oder dass vielleicht noch was passiert, womit man nicht unbedingt gerechnet hätte. Der Anfangsbereich ist doch auch schon sehr geklaut bei Fear and Loathing, v.a. die Figur des Dr. Hollenbach erinnert total an Dr. Gonzo. Zwischendurch muss auch noch gereimt werden, auch wenig originell. Die Bandnamen, die an allen passenden und unpassenden Stellen eingestreut werden sind extra kursiv geschrieben, wohl damit man sich ein tolles Erlebnis a la "kenn ich - kenn ich - kenn ich - hä?" verschaffen kann. Das Buch ist leider in puncto Humor tatsächlich auf dem Niveau eines mindestens 15 Jahre alten Fanzines hängengeblieben. Sonst noch: viel Ostler-Bashing, Merkel-Beleidigung (sehr provokativ, haha) eine Gruppe namens 'die Trippers'als Schlagerfuzzies und auch noch allegorische Darstellungen, wie der Chor der toten Punks in der Ostsee und Horrortrips auf Pfefferminzbonbons. Insgesamt ganz schön lasch, viele Ideen zusammengekupfert, viele alte Sprüche verwurstet, kaum echte Lacher, da alles schon mal dagewesen, Figuren wenig überzeugend. Ich war ganz schön enttäuscht. Wer was gutes aus der Ecke lesen will, sollte lieber zu "Fleisch ist mein Gemüse" oder "Dorfpunks" greifen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|